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Reisefreudig: Seit einigen Jahren erkundet Dietmar Galuschke (stehend) Indien. Bei einem Vortragsabend der Kolpingfamilie teilte er seine Erlebnisse mit Interessierten.

Reisebericht

Dietmar Galuschka zeigt Indiens schöne Seite

Ein schönes Land, in dem aber nicht alles perfekt ist: Dietmar Galuschka berichtet über seine Reise durch das „Land der Könige“.

Geretsried – Unglaubliche 50 Mal war Dietmar Galuschka zu Besuch in Sri Lanka. Seit einigen Jahren erkundet er Indien. Im vergangenen Mai war der frühere Geschäftsführer des Wolfratshauser Amtsgerichts drei Wochen mit Auto und Fahrer quer durch Rajasthan unterwegs. Er hat die großen Paläste und Festungen der Hinduisten und persischen Mogulen besucht. Auf Einladung der Geretsrieder Kolpingfamilie erzählte Galuschka jetzt in einem Bildvortrag „von den schönen Seiten dieses Landes“. Von den Besuchern im Pfarrsaal der Heiligen Familie kannten einige Indien ebenfalls gut, sodass es im Anschluss einen regen Erfahrungsaustausch gab.

Das „Land der Könige“, wie Galuschka den südasiatischen Subkontinent nennt, ist gesellschaftspolitisch nicht unumstritten. 1,3 Milliarden Einwohner leben in Indien, allein in der Hauptstadt Neu-Delhi sind es 25 Millionen. „Die schmutzigste Stadt der Welt übrigens“, gab eine Dame aus dem Publikum zu bedenken, die selbst lange Zeit dort gelebt hat.

Kulturelle Schätze

Galuschka liebt die kulturellen Schätze der Hindus und Mogulen, äußerte sich aber auch kritisch. „Indien ist nur deshalb beherrschbar, weil die Menschen durch das Kastensystem gezwungen sind, gehorsam zu leben“, erklärte er. Frauen sind in der patriarchischen Gesellschaft bis heute benachteiligt. Galuschka zeigte Fotografien eines Sati-Tempels, in dem früher die sogenannten Witwenverbrennungen stattfanden. Starb der Maharadscha, war seine Frau mittellos und ohne Ansehen. So entschieden sich viele von ihnen, freiwillig mit in den Tod zu gehen.

Vorwiegend sehenswerte Kulturschätze Rajasthans zeigte Galuschka in seinem Bildvortrag. Marmor-Paläste mit reichen Verzierungen und Malereien, die heute teils in Hotels umfunktioniert wurden. Aber auch die kunterbunten Tuk-Tuks in den Straßen, das quirlige Treiben auf den Märkten und die stolzen Frauen in ihren farbigen Saris.

„Ich fotografiere keine Armut“

Die Reise begann in Delhi. Galuschka fuhr zur goldenen Oasenstadt in der Wüste Jaisalmer. Er besuchte das berühmte Hotel „Lake Palace“ bei Udaipur, in dem James-Bond-Filme gedreht wurden. Weiter ging’s in die „blaue Stadt“ und Handelszentrum Jodhpur und schließlich nach Agra zum Weltkulturerbe Taj Mahal.

Galuschka dokumentierte in seinem Reisebericht die Kulturschätze der Maharadschas und Kaufleute. „Ich fotografiere keine Armut“, sagte er. Doch die gehört zur Realität Indiens, ebenso wie die Gewissheit, dass es in dem Land noch viel zu tun gibt, um die Rechte der Menschen zu verbessern. Deshalb lud Siegfried Lorz, Vorsitzender der Kolpingfamilie Geretsried, zu einer Fortsetzung des Abends ein, bei dem dann die andere Seite des „Märchens von 1001 Nacht“ gezeigt wird. Andrea Weber

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