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Das Feuerwehrhaus in Hechenberg: Im rückwärtigen Obergeschoss soll nach dem Willen der Bürger ein Vereins- und Veranstaltungsraum entstehen. 

Teure Investitionen

Zwei Dietramszeller Feuerwehren bekommen neue Fahrzeuge

Sieben Ortsfeuerwehren hat die Gemeinde Dietramszell. Da viele Geräte zur gleichen Zeit angeschafft wurden, ist nun einiges in die Jahre gekommen. Die Gemeinde muss tief in die Tasche greifen.

Dietramszell– Passend zum Tag der Feuerwehren beschäftigten sich die Zeller Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung mit Anträgen der Wehren aus Linden und Baiernrain auf neue Fahrzeuge sowie der weiteren Nutzung von Teilen des FF-Hauses in Hechenberg und mit einer Änderung des Bebauungsplans in Ascholding zum Bau eines neuen Gerätegebäudes.

„Vieles für unsere sieben Orts-Feuerwehren wurde in den 1980er Jahren zur selben Zeit angeschafft. Die kommen jetzt alle in die Jahre“, führte Bürgermeisterin Leni Gröbmaier in die Thematik ein. Sie ergänzte, dass auch die Hechenberger Wehr mit dem Wunsch auf ein neues Auto kommen werde. Deshalb waren erhebliche Mittel in den Investitionsplan der Gemeinde für die Jahre 2019 bis 21 eingestellt worden. Bereits bestellt ist das neue Fahrzeug für die FF Föggenbeuern. Auch wenn mit der Auslieferung frühestens 2020 zu rechnen ist, waren die dann fälligen rund 230 000 Euro in den Haushalt von 2019 eingestellt worden. Die Lieferzeiten für Feuerwehrautos sind lang. Es handelt sich um Spezialfahrzeuge, die europaweite Ausschreibung und die Bearbeitung staatlicher Fördergelder benötigen zudem viel Zeit. Der Einwand des Dritten Bürgermeisters Josef Hauser – „wenn wir Pech haben, stehen nächstes Jahr auf einmal drei Autos da, die bezahlt werden wollen“ – stieß deshalb auf wenig Verständnis. Das werde wegen der üblichen Wartezeiten keinesfalls passieren, sagte Kreisbrandmeister Robert Schmid.

Mit großem Aufgebot waren zur Sitzung die Wehren aus Baiernrain und Linden erschienen. Letztere machten deutlich, warum ein neues Tragkraft-Spritzen-Fahrzeug mit Wassertank (TSF-W) nötig sei. Die Ausrüstung für Atemschutz-Träger und technische Hilfeleistungen hatten die Lindener in ihrer Kostenschätzung ebenfalls eingerechnet. Damit kam Jugendwart Christian Kracylo auf eine „gut gerechnete“ Investitionssumme von etwa 200 000 Euro.

Etwas günstiger kommt die Gemeinde beim Wunsch der FF Baiernrain weg, die ein mittleres Löschfahrzeug (MLF) beantragte. Auf 170 000 Euro schätzte Erster Kommandant Clemens Regul die Kosten. Die Summe ist deshalb etwas niedriger, „weil wir unter 7,5 Tonnen Gesamtgewicht bleiben wollen, da es dann einfacher wird, Fahrer mit einem ,Feuerwehr-Führerschein‘ zu finden“.

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„Das ist viel Geld. Können wir uns das alles leisten?“, fragte Josef Werberger in die Runde. Eine lebhafte Diskussion war die Folge. Letztlich sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, die neuen Fahrzeuge für die beiden Wehren zu bestellen.

Ein Ortstermin im Feuerwehrhaus Hechenberg war der Sitzung vorausgegangen. Zunächst hatte die Rathauschefin dafür plädiert, das marode Obergeschoss zu sanieren und darin eine Gemeinde-Wohnung zu integrieren. Gröbmaier ließ sich aber umstimmen. Die Bürger favorisieren einen Vereins- und Veranstaltungsraum für das Dorf. „Das sollten wir wirklich den Ortsvereinen überlassen. Zu dem Umbau gibt es sicher auch irgendeine Förderung“, meinte Jakob Pertold. So folgte der Rat dem Vorschlag von Vize-Bürgermeister Michael Häsch: „Wir sollten mit den Hechenbergern reden, damit sie sagen können, was sie wollen.“

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Relativ schnell war die erste Änderung zum Bebauungsplan Ascholding Nummer 13 „Nahversorgung und soziale Einrichtungen“ abgehandelt. Zuvor hatte man den geplanten Neubau eines Feuerwehrhauses auf dem Areal herausgenommen, um den Bau des dringend benötigten Kindergartens nicht zu verzögern. Da zu Letzterem das Verfahren läuft, wurde das FF-Gebäude wieder mit aufgenommen. Schließlich wurde die neu überarbeitete Satzung über Aufwendungs- und Kostenersatzes bei Einsätzen der Feuerwehren verabschiedet. Sie wird bei technischen Hilfeleistungen der Wehren in Anspruch genommen.

Letztlich beendete Leni Gröbmaier den Feuerwehrblock mit den Worten: „Wir können uns immer auf unsere Feuerwehren verlassen. Daher ist es wichtig, dass sich die Wehren auch auf uns verlassen können.“

Ewald Scheitterer

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