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Der Rahmen war passend gewählt: Im voll besetzten Pavillon des Autohauses Pennig sprach Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am Montagabend über die Herausforderungen der Zukunft. 

„Es darf kein Kostenlimit geben“

Dobrindt spricht beim Neujahrsempfang der CSU

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt war am Montag in Geretsried zu Gast. Beim Neujahrsempfang von CSU und Frauen-Union sprach er darüber, wie die Stadt ihr Potenzial voll ausschöpfen könne.

Geretsried – Mit einer halben Stunde Verspätung traf Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt beim Neujahrsempfang von CSU und Frauen-Union ein. Schon der Eintrag ins Goldene Buch im Rathaus hatte sich verzögert.

Die Kreisvorsitzende der Frauen-Union, Sabine Lorenz, verlor deshalb keine Zeit mehr. In einer kurzen Ansprache begrüßte sie die rund 100 Gäste im Pavillon des Autohauses Pennig und stellte die Verbundenheit Dobrindts mit der Region heraus. Der 46-jährige CSU-Politiker wuchs in Peißenberg auf. Ein Ort, der den Geretsrieder Eishockeyfans aus unzähligen Duellen bestens bekannt sein dürfte. „Wir spielen in der Abstiegsrunde. Ihr habt ein Dach und kämpft um den Aufstieg“, sagte Lorenz und kündigte an: „Bald haben wir auch ein Dach und spielen oben mit.“

Dobrindt: „In dieser Wachstumsregion werden immer mehr Menschen leben“

Der Bundesverkehrsminister nutzte diese Steilvorlage und erklärte in einem etwa einstündigen Vortrag, wie die Stadt Geretsried ihr Potenzial voll ausschöpfen kann. Mit der „seit 15 Jahren überfälligen Aufnahme“ der B 11-Verlegung in den Bundesverkehrswegeplan seien endlich die Voraussetzungen für die dringend notwendige Verlängerung der S-Bahn geschaffen worden. „In dieser Wachstumsregion werden immer mehr Menschen leben“, prognostizierte Dobrindt. Dass die S 7-Verlängerung durch die zahlreichen Planungsverzögerungen mittlerweile wesentlich teurer werden dürfte als noch vor einigen Jahren angenommen, ist für den Peißenberger kein Hinderungsgrund. „Es darf kein Kostenlimit geben“, sagte er. „Am Limit sind höchstens die, die täglich nach München pendeln müssen.“ Dobrindt forderte, dass spätestens im übernächsten Jahr mit dem Bau begonnen wird.

Minister träumt von computergesteuertem Fahrzeug

Neben der Erweiterung des Schienenverkehrs gelte es, die Digitalisierung sowie neue Technologien im Automobilbereich voranzutreiben. Dobrindts schon in Ansätzen verwirklichter Traum: ein computergesteuertes Fahrzeug, in dem der Fahrer sich nicht ausschließlich auf den Verkehr konzentrieren muss, sondern nebenbei auch noch andere Dinge erledigen kann. An einigen Stellen machte sich der Familienvater auch über die wachsende Abhängigkeit des Menschen von Innovationen lustig. „Wenn man einigen das Smartphone wegnimmt, fühlen sie sich danach wie bei einer Organentnahme“, scherzte er.

Kritische Worte für die Zuwanderungsdebatte

Kritische Worte fand der Bundesverkehrsminister zur Zuwanderungsdebatte. „Der Wohnungs- und Arbeitsmarkt sowie unsere Sozialsysteme sind nicht grenzenlos aufnahmefähig“, warnte Dobrindt. Wie nahezu alle CSU-Politiker plädiert der 46-Jährige für eine Flüchtlingsobergrenze und fürchtet dabei auch nicht die „linke Empörungskeule“.

Letztere wurde am Montagabend ohnehin nicht geschwungen. Seine Parteifreunde – darunter Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, Stimmkreisabgeordneter Martin Bachhuber, CSU-Ortsvorsitzender Ewald Kailberth und Bürgermeister Michael Müller – verabschiedeten Dobrindt mit lautem Beifall. „A Hund bist scho“, sprach ihm Bachhuber das höchste bayerische Lob aus.

Von Peter Herrmann

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