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Sorgten für die meisten Lacher (v. li.): Polizeiobermeister Fendt (Andreas Wastian), Polizeimeisterin Schneider (Christine Brauner) und Putzm ann Ali (Tom Janoschi). 

Loisachtaler Bauernbühne in den Ratsstuben

Dümmer als die Polizei erlaubt

Geretsried - Die Loisachtaler Bauernbühne hat am vergangenen Wochenende nicht nur ihr Publikum begeistert. Auch die Autoren des Schwanks, der zur Aufführung kam, waren angetan. 

Geretsried – Vor sechs Jahren verfassten die beiden in Bad Feilnbach (Landkreis Rosenheim) lebenden Theaterautoren Markus Scheble und Sebastian Kolb das Lustspiel „Dümmer als die Polizei erlaubt“. Seither wurde es in Süddeutschland, Österreich und in der Schweiz von vielen Theatergruppen aufgeführt. Nicht immer waren Kolb und Scheble mit der Umsetzung zufrieden. Über die Bearbeitung der Loisachtaler Bauernbühne (LBB) zeigten sie sich am Freitagabend ebenso wie die rund 150 Zuschauer in den Ratsstuben begeistert.

Dabei hatten nicht nur die acht Schauspieler zunächst gehörig Lampenfieber. Auch die neue LBB-Vorsitzende Melanie Tobian, die erstmals Regie führte, ließ sich von der gespannten Erwartungshaltung anstecken. Wie eine an der Seitenlinie stehende Trainerin eines Sportteams begleitete sie in der letzten Reihe gestikulierend die drei Akte. „Ich konnte nicht anders, das Stück ist mein Baby“, meinte Tobian in einer der zwei Pausen.

Ein Zug am Joint hebt die Stimmung

Für die meisten Lacher sorgten zunächst Christine Brauner und Andreas Wastian als grenzdebiles Polizistenduo aus dem fiktiven Ort Odlbaching. Als beide zur Beweisaufnahme an einem Joint ziehen und danach auf allen vieren über die Bühne krabbeln, erreichen die Stimmung und der Lautstärkepegel im Saal einen ersten Höhepunkt. Auch die witzigen Kommentare des Putzmanns Ali (Tom Janoschi) griffen das Zwerchfell des Publikums an.

Gegen diese Lachsalven anzuspielen fiel Jörg Schwenger, der die Hauptrolle des in die Provinz versetzten Oberkommissars Posch übernahm, zunächst etwas schwer. Hatte er doch die mit Abstand anspruchsvollste Aufgabe, den Wandel vom frustrierten Beamten zum völlig aus der Bahn geratenen Verbrecher, komplex darzustellen. Die Rollen der Teilzeitsekretärin Gabi (Melissa Demmel), der intriganten Dorfratschn (Margareta Schwarz) und des naiven Schweinezüchters (Michael Hanak) waren deutlich eindimensionaler angelegt. Und der von Hermann Paetzmann gespielte Polizeipräsident Hrdliczka lief erst im Schlussakt als vermeintlicher Bankräuber zu großer Form auf.

Auch der „Bratwurst Tscharlie“ kam vor

Dass die Loisachtaler Bauernbühne wie in ihren vorherigen Stücken lokale Bezüge einarbeitete, rundete das Vergnügen ab. Die Geretsrieder Metzgerei Knöbl tauchte ebenso auf wie der im Wolfratshauser Gewerbegebiet stehende Imbiss-Stand „Bratwurst Tscharlie“. „Das war sehr authentisch und mit viel Herzblut gespielt“, lobte Autor Markus Scheble. Am Ende ließ er sich mit seinem Co-Autor und allen Mitwirkenden auf der Bühne feiern.

Der langjährige ehemalige LBB-Vorsitzende Ludwig Gollwitzer bat die Besucher abschließend noch um einen Solidaritäts-Euro für das Geltinger Tierheim. So dürften nach den noch folgenden Auftritten in Geretsried und Wolfratshauser auch die Vierbeiner nachhaltig von der Beliebtheit der Loisachtaler Bauernbühne profitieren.

Die weiteren Aufführungen

Die Loisachtaler Bauernbühne führt ihr Stück „Dümmer als die Polizei erlaubt“ noch am 27. und 28. Oktober sowie am 10., 11., 12., 17., 18. und 19. November im Ratsstubensaal auf. Die letzte Vorstellung findet am 25. November in der Loisachhalle statt. Die Aufführungen beginnen an Freitag und Samstagen jeweils um 20 Uhr, an Sonntagen um 18 Uhr. Karten sind unter der LBB-Hotline 0 81 71/92 60 31, per E-Mail unter info@loisachtaler-bb.de sowie im Gummibärchenladen am Marienplatz in Wolfratshausen erhältlich (Telefon 0 81 71/40 87 16). Peter Herrmann

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