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Viel Spaß bei der Arbeit hat Edith Martini (58). Zu Hause wäre ihr langweilig, sagt die Geretsriederin. 

„Sie ist unser Sonnenschein“

Edith Martini arbeitet seit 40 Jahren in den Oberland-Werkstätten

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Ohne sie wäre die Wäscherei in den Oberland-Werkstätten nicht komplett: Edith Martini arbeitet seit 40 Jahren für die Einrichtung. Ans Aufhören denkt die 58-Jährige gar nicht.

Geretsried – Es ist warm in der Wäscherei. Maschinen stampfen und brummen. An einer Vorrichtung, die OP-Hemden akkurat faltet, steht Edith Martini, das rötliche Haar zurückgesteckt, Stöpsel in den Ohren. Sorgfältig stapelt sie Wäschestücke aufeinander. Ein kritischer Blick, dann ein Lächeln. „Passt.“ Es gibt wenig Menschen, die ihrer Arbeitsstelle seit 40 Jahren treu sind – und die nach so langer Zeit mit Freude ihrer Tätigkeit nachgehen. Eine davon ist Martini.

Seit vier Jahrzehnten arbeitet sie in den Oberland-Werkstätten. Ursprünglich kommt die 58-Jährige aus Rumänien. Sie siedelte mit ihrer Mutter von Hermannstadt (Siebenbürgen) nach Geretsried aus. Eine Berufsausbildung konnte das damals 17-jährige Mädchen aufgrund einer kognitiven Beeinträchtigung nicht beginnen. „Aber zu Hause war es auch langweilig“, erinnert sie sich. Also interessierte sie sich für die Oberland-Werkstätten in Gaißach – den Standort in Geretsried gab es noch nicht. Und so saß sie eines Tages im Bus Richtung Bad Tölz, um ihre erste Arbeitsstelle anzutreten. 1977 war das. Über 15 Jahre blieb die Geretsriederin der dortigen Montageabteilung treu – „bis 1993 die Außenstelle am Breslauer Weg in Geretsried eingerichtet wurde“, erinnert sich Dietlinde Schoch, Betriebsleiterin in Geretsried.

„Frau Martini ist überall einsetzbar“

Martini wechselte zurück in ihre Heimatstadt und arbeitete hier zunächst wieder in der Montage. Fast zeitgleich begannen die Planungen für den jetzigen Betrieb an der Gustav-Adolf-Straße. Kaum rollten die ersten Bagger an, war Martini zur Stelle und beobachtete durch den Bauzaun den Fortschritt. „Ich kannte es noch, als dort nur Wald war“, sagt sie, „und jetzt wurde hier meine neue Arbeitsstelle gebaut – das hat mich einfach interessiert.“

1996 war es soweit: Mit ihren Kollegen zog sie in den neuen Betrieb und fing in der neu gebauten Wäscherei an. „Damals hatten wir nur eine Wäscherei“, erzählt Martini. „Heute gibt es die Wäscherei 1 und die Wäscherei 2.“ Sie lernte schnell, wie man die Maschinen bedient. „Frau Martini ist überall einsetzbar“, lobt Schoch ihre Mitarbeiterin. Die strahlt. „An der Mangel, bei den Waschmaschinen, an der Presse, am Sortierband – einfach überall.“

Sie weiß welches Stück welchem Kunden gehört

Zu den Kunden der Wäscherei gehören viele Kliniken. „Frau Martini weiß – ohne auf die Kennzeichnung zu achten – auf den ersten Blick, welches Stück welchem Kunden zuzuordnen ist“, sagt Schoch. Dass sie einmal in Rente gehen wird, davon will Martini nichts hören. Sie liebt ihre Aufgaben. „Ich steh’ um dreiviertel sechs auf, und wenn ich gefrühstückt habe, geht es los.“ Das Losgehen meint die 58-Jährige wörtlich. „Zusammen mit meiner Freundin Sonja laufe ich von unserer Wohngruppe an der Sudetenstraße zu Fuß in die Arbeit.“ Den je zwei Kilometer langen Marsch hin und zurück sehen die beiden Frauen als Konditionstraining. „Deswegen bin ich jetzt fit.“ So fit, dass sie sogar an den Firmenläufen der vergangenen Jahre teilgenommen hat.

Die frische Luft macht auch gute Laune. „Wenn man Frau Martini sucht, muss man nur darauf achten, wo gelacht wird“, sagt Schoch. „Sie ist unser Sonnenschein.“ Wenn sie fehlen würde, wäre die Wäscherei nicht komplett. Ob sich Elke Martini vorstellen kann, ihr 50-jähriges Betriebsjubiläum in den Oberland-Werkstätten zu feiern? Ihre Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Aber freilich!“

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