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Stein des Anstoßes waren Rosen, die ein Eglinger in einem Tanzlokal an weibliche Gäste verschenkte.

Eglinger (44) wegen Körperverletzung vor Gericht

Mann kauft Rosen und verschenkt sie - dann eskaliert die Situation

Geretsried/Wolfratshausen – Ein Eglinger (44) kaufte Rosen und verschenkt sie in einem Geretsrieder Tanzlokal an weibliche Gäste. Dann eskalierte die Situation.

Ein Eglinger (44) kauft Rosen und verschenkt sie in einem Geretsrieder Tanzlokal an weibliche Gäste. Der Rosenkavalier gerät mit einem Mann in Streit und beleidigt diesen angeblich mit den Worten „Scheiß Moslem“. Der 21-Jährige fackelt nicht lange – und schlägt zu. Er fügt dem Eglinger eine Platzwunde am Auge, eine Gehirnerschütterung und diverse Prellungen zu. Wegen Körperverletzung musste sich der Geretsrieder nun vor dem Jugendrichter verantworten.

Warum der Angeklagte aus Geretsried derart ausgetickt war, konnte auch in der Verhandlung nicht vollständig aufgeklärt werden. Dass er am 28. März dieses Jahres gegen 1.15 Uhr zugeschlagen und mit dem Kopf zugestoßen hatte, räumte der junge Mann, der seit Herbst 2015 in Deutschland lebt, gleich zu Beginn ein. „Aber er hat mich vorher verbal provoziert. Ich habe mich als Moslem sehr beleidigt und angegriffen gefühlt“, erklärte der Metallbauer bestimmt und in gut verständlichem Deutsch. Der Kopfstoß war zudem durch die Aufzeichnung einer Überwachungskamera dokumentiert worden.

Von Beleidigungen wollte der geschädigte Postzusteller (44) aus Egling, der wegen seiner Verletzungen eine Woche lang im Krankenhaus gelegen hatte, nichts wissen. „Ich habe ihn mit Sicherheit nicht beleidigt, da bin ich nicht der Typ dazu“, erklärte der Zeuge und ergänzte: „Und ich bin auch keiner, der einen schlägt.“ Ein Freund, der zusammen mit dem Eglinger das Lokal besucht hatte, konnte zwar die Schläge des Angeklagten beschreiben, die Vorgeschichte jedoch nicht. Nur so viel: „Sie waren beide sicher nicht mehr nüchtern.“

Nicht viel klarer sah das Gericht nach der Aussage der jungen Frau, die mit dem Beschuldigten zusammen am Tisch gesessen war, als der Rosenverteiler dazu kam. „Er sagte so was wie: ,So musst Du das machen und nicht mit dem Schwanz denken‘“, erklärte die Zeugin. „Dann gab’s die Prügelei.“ Der Staatsanwalt mutmaßte: „Ich meine schon, dass es Provokationen gegeben haben muss. Anders ist die heftige Reaktion nicht zu erklären.“ Auch die rund 1,5 Promille Alkohol im Blut des Angeklagten allein würden nicht ausreichen, dass ihm „so die Sicherungen durchbrennen“, sagte der Anklagevertreter.

Richter Urs Wäckerlin verurteilte den Geretsrieder wegen der „rohen Tat, die Sie begangen haben“, nach Jugendstrafrecht zu 48 Stunden Sozialdienst. Auch er sei „überzeugt, das es Provokationen gab“, sagte Wäckerlin in seiner Urteilsbegründung. „Ich vermute, dass der Geschädigte mit den Rosen auf eine Weise in das Gespräch des Angeklagten und seiner Bekannten eindringen wollte, die man als unangenehm bezeichnen kann.“

Rudi Stallein

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