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Wiedersehen am Buchener Weiher (vorne v. li.): Theresa Kürzeder, Kathi März und Franziska Schlickenrieder haben Eva Mause das Leben gerettet. Die ehemalige Trinkfilmzeichnerin schenkte ihren Retterinnen ein Andenken. 

Medaille von Host Seehofer

Sie retteten einer Geretsriederin das Leben: Auszeichnung

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Theresa Kürzeder, Kathi März und Franziska Schlickenrieder haben Eva Mause aus Geretsried das Leben gerettet.

Drei junge Frauen retteten einer 84-jährigen Geretsriederin im Juli vergangenen Jahres im Oberbuchener Weiher das Leben. Für diese Tat werden die Freundinnen am Montag von Ministerpräsident Horst Seehofer ausgezeichnet.

Theresa Kürzeder, Kathi März und Franziska Schlickenrieder waren überrascht, als die Einladung im Briefkasten landete. „Meine Mama hat sie geöffnet, weil sie an die Familie adressiert war“, sagt Theresa Kürzeder. Mit der Christophorus-Medaille hat sie nicht gerechnet. „Es ist schon so lange her. Wir können gar nicht glauben, dass die Sache so groß wird.“

Im Juli 2015 waren die Jugendlichen wie berichtet am Buchener Weiher beim Baden. Gegen 16 Uhr stiegen neben ihnen zwei ältere Frauen ins Wasser und schwammen zügig los. Kurze Zeit später fiel den damals 15, 16 und 18 Jahre alten Mädchen auf, dass eine der beiden den Kopf ungewöhnlich unter Wasser hielt. Die Drei fackelten nicht lange, sondern schwammen zu der Dame und zogen die bewusstlose 84-Jährige zum Steg und riefen um Hilfe.

Für dieses vorbildliche Verhalten werden die jungen Frauen aus Oberbuchen am Montag von Ministerpräsident Horst Seehofer geehrt. Er überreicht Lebensrettern aus ganz Bayern Medaillen für ihre Tapferkeit. Für die Ehrung kann jeder Bürger Lebensretter vorschlagen. „Wir haben absolut keine Ahnung, wer es war“, sagt Theresa Kürzeder. „Vielleicht weil es in der Zeitung stand.“

Was am Montag auf sie zukommt, wissen die Oberbuchnerinnen noch nicht. Sie haben ein Video von der Verleihung im vergangenen Jahr gesehen, wollen sich sonst aber überraschen lassen. „Wir gehen mit unseren Familien hin und sind aufgeregt.“ Immerhin fiel die Kleiderwahl nicht schwer, auch wenn die Mädchen noch nie bei so einem Empfang waren. „Franzi und ich haben uns abgesprochen, im Dirndl zu gehen. Kathi können wir vielleicht auch überreden“, sagt Theresa.

Bad Heilbrunns Bürgermeister Thomas Gründl wird mit in die Münchner Residenz fahren. „Ich habe auch eine Einladung bekommen.“ Dass jemand aus der Gemeinde ein Menschenleben gerettet hat, verdiene große Anerkennung, sagt er. Die Gemeinde plane selbst noch eine Kleinigkeit, darüber möchte Gründl aber noch nichts weiter verraten. „Erst soll der Ministerpräsident die Möglichkeit haben.“

Zu Eva Mause, die vergangenes Jahr beinahe im Buchener Weiher ertrunken wäre, haben die drei Mädchen keinen Kontakt mehr. „Wir haben sie nur einmal noch am Weiher gesehen“, sagt Theresa. Damals traf sich das Trio mit der Geretsriederin, die ihnen zum Dank selbstgemalte Bilder überreichte. Die Rheinländerin war 40 Jahre lang Trickfilmzeichnerin in München und machte sich schließlich mit einem Atelier in Geretsried selbstständig. Heute lebt Mause in einem Altenheim. Am liebsten malt sie Fantasiegebilde mit Bleistift und etwas Farbe.

sw

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