Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

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Aus der Zeit gefallen? Seit 17 Jahren warnt dieses Schild kurz nach der Ausfahrt Geretsried Nord vor dem Unfallschwerpunkt B 11. 

Unfallschwerpunkt an der B11

Eigentlich hätte hier „Laser-Axel“ stehen sollen

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Ein Schild verweist an der B 11 auf den Unfallschwerpunkt Geretsried Nord – und das bereits seit 17 Jahren. Damals gab es erst einen ganz anderen Plan.

Geretsried – Der „Laser-Axel“ hatte sich sein Leben sicher hübscher vorgestellt: ein verantwortungsvoller Job, dazu tagtäglich an der frischen Luft. Es kam anders. Er wurde abkommandiert in die Garage der Geretsrieder Polizei, dort fristet er in einer dunklen Ecke ein kümmerliches Dasein.

Statt des Pappkameraden mit der Laserpistole in der Hand – er wurde nach jenem Polizisten benannt, der Modell gestanden hatte – installierten die Behörden an der B 11 nahe der Ausfahrt Geretsried Nord ein Schild. Es warnt vor einem Unfallschwerpunkt und daraus resultierend verstärkten Polizeikontrollen. 70 Kilometer in der Stunde dürfen Autofahrer dort höchstens auf dem Tacho haben. Doch ist dieses Schild noch zeitgemäß?

„Bewaffnete“ Beamtin tut immer noch ihren Dienst in Geretsried

Nachfrage in der Geretsrieder Polizeiinspektion (PI): Der stellvertretende Leiter Emanuel Luferseder erinnert sich gut an die Entstehungsgeschichte dieser Warntafel. Er war Praktikant, als der damalige Dienststellenleiter Josef Gilgenrainer den Kollegen Axel ins Gespräch brachte. „Die B 11 war an dieser Stelle tatsächlich ein Unfallschwerpunkt“, sagt Luferseder. Wie weit das genau zurückliegt, weiß niemand mehr. Das neue Jahrtausend war jedoch noch nicht angebrochen. Man habe sich dann in Absprache mit den Verkehrsbehörden an Stelle der Polizistenfigur für ein Schild entschieden. Es zeigt eine in einen weißen Verkehrswacht-Mantel gehüllte, mit erhobener Polizeikelle „bewaffnete“ Beamtin. Die Dame auf dem Foto tut übrigens immer noch ihren Dienst in der Geretsrieder Inspektion. „Ein wenig unmodern“ komme die Tafel mittlerweile daher, räumt Luferseder ein, bemerkt seinen unbeabsichtigten Lapsus und schiebt lachend hinterher, dass dies nicht an der Kollegin liege. „Sie ist selbstverständlich immer noch attraktiv.“ Wieder ernst fügt er an, dass man innerhalb der Dienststelle über den heutigen Nutzwert der Tafel diskutiere. „Gefühlt würde ich sagen, dass das dort kein Unfallschwerpunkt mehr ist.“

Ob das Schild heutzutage eine Wirkung habe und Unfälle verhindere, kann Landratsamts-Sprecherin Marlis Peischer nicht sagen, „denn Unfälle, die nicht passieren, kann man nicht zählen“. Tatsächlich habe es die Straßenverkehrsbehörde einst errichten lassen, weil diese Stelle täglich bis zu 30 000 Autos passieren und es dort häufig krachte. Laut Georg Fischhaber, Chef der Tölzer Verkehrsbehörde, stehe das Schild „in der Diskussion“, sagt Peischer. Vor drei Jahren allerdings hatte man während einer Verkehrsschau den Daumen nicht gesenkt.

Schild muss bei Verkehrsschau überprüft werden

Ob ein Verkehrszeichen beziehungsweise ein Warnschild aufgestellt oder entfernt, versetzt oder modernisiert wird, entscheidet sich während einer Verkehrsschau. Im Landkreis finden sie überörtlich zweimal jährlich statt. Hier sind in der Regel Vertreter der Unfallkommission – sie setzt sich zusammen aus Straßenverkehrsbehörde, Polizei und Staatlichem Bauamt Weilheim –, der betroffenen Kommunen und manchmal des ADAC an Bord.

Zudem gibt es zahlreiche örtliche Verkehrsschauen. Sie werden notwendig, „wenn sich einzelne Verkehrsprobleme, Unfälle, Bauvorhaben, Straßensperrungen und ähnliches ergeben“, sagt Marlis Peischer. Das Warnschild an der B 11 sei „sicher in einer örtlichen Verkehrsschau zu besprechen“. Aktuell stehe keine an, doch sollte – optimistisch geschätzt – bis spätestens Ende Oktober ein Ergebnis vorliegen.

Ob dann doch noch Axels große Stunde schlägt, ist stark zu bezweifeln. Der Pappkamerad ist längst aus der Zeit gefallen. Er wird sich wohl weiterhin die Zeit damit vertreiben müssen, mit der Laserpistole das Tempo der Spinnen in seiner Garage zu messen.

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