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Straßenkunde: Werner Sebb, Mitglied des Arbeitskreises Historisches Geretsried, freut sich über die Umsetzung seiner Idee. Zusätzliche Schilder erklären künftig, nach welchen Berühmtheiten 44 Straßen in der Stadt benannt sind.

Straßen mit berühmten Namen werden durch Info-Tafeln ergänzt

Wem verdankt die Rübezahlstraße ihren Namen?

Geretsried - 44 Straßen in Geretsried sind nach berühmten Persönlichkeiten benannt. Doch wer sind diese überhaupt? Neue Schilder geben Auskunft.

Wer waren Adalbert Stifter, Nikolaus Lenau oder Friedrich Wöhler? Obwohl diese Namen auf Straßenschildern im Stadtbild immer präsent sind, sagen sie vielen Menschen nur wenig. „Musiker gehen vielleicht noch eher, aber gerade mit den Wissenschaftlern können die meisten nichts anfangen“, meint Werner Sebb.

Der 76-Jährige, der im Arbeitskreis Historisches Geretsried aktiv ist, will das nun ändern. Die Idee, unterhalb der Straßenschilder Info-Tafeln zur jeweiligen Person anzubringen, kam ihm vor gut vier Jahren. Inspiriert haben den Geretsrieder ähnliche Aktionen in deutschen wie auch italienischen Ortschaften. 2013 gab auch die Stadt, die das Vorhaben finanziert, unter der damaligen Bürgermeisterin Cornelia Irmer ihre Zustimmung. Seitdem laufen in Etappen die Vorbereitungen.

„Der Name allein ist zu wenig, wir wollen ihn mit Historie umkleiden“

„Der Name allein ist zu wenig, wir wollen ihn mit Historie umkleiden“, erklärt der pensionierte Chemie-Ingenieur. „Natürlich ist der Platz auf den Schildern begrenzt, aber man soll zumindest erfahren, wann die Leute gelebt und was sie gemacht haben.“ Der vollständige Name, Geburts- und Sterbedatum sowie Herkunft und deren Tätigkeit beschreiben in Zukunft die Schriftsteller, Musiker, Wissenschaftler und Politiker, nach denen in der Stadt insgesamt 44 Straßen benannt sind. Dazu gehört auch der Rübezahl. „Er ist zwar keine reale Person, aber gerade für das damalige ostdeutsche Gebiet eine markante Sagengestalt“, erläutert Sebb, der als Bub selbst als Heimatvertriebener aus dem Egerland nach Geretsried kam.

Die ersten sieben Schilder hängen bereits

Anfang November hat der städtische Bauhof bereits sieben der wetterbeständigen, mit Kunststoff beschichteten Aluminiumschilder im Bereich zwischen Karl-Lederer-Platz und Adalbert-Stifter-Straße angebracht. Die grünen Tafeln mit weißer Schrift heben sich optisch von den normalen Straßenschildern ab und greifen die Farben des Stadtwappens auf.

Langfristig plant Werner Sebb, alle namensbezogenen Straßen im Ort zu beschildern. Die Fertigstellung ist bis Ende nächsten Jahres angedacht. Für später überlege man noch, die Tafeln mit einem QR-Code zu versehen, der mit dem Handy gescannt wird. Über ihn findet man weitere Informationen zur gesuchten Person im Internet.

Übrigens: Adalbert Stifter war ein böhmischer Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert, der zu den bedeutendsten Autoren des Biedermeier gehört.

Von Magdalena Höcherl

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