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Der Umbau des Neuen Platzes kostete rund 1,5 Millionen Euro.

Startschuss für drittes Projekt im Herbst

"Soziale Stadt": Was haben die Maßnahmen gebracht?

Geretsried - Was hat das Programm "Soziale Stadt" gebracht und wie geht es weiter? Darum ging es in einem Pressegespräch im Rathaus.

Wurde für 700.000 Euro als erstes saniert: Der Johannisplatz

Als gescheitert will CSU-Bürgermeister Michael Müller das Projekt „Soziale Stadt“ nicht bezeichnen. „Aber wir müssen noch an den Stellschrauben drehen“, sagte er gestern in einem Pressegespräch. Das gelte sowohl für die Sanierung des Johannisplatzes als auch den Umbau des Neuen Platzes. Die gesammelten Erfahrungen sollen auch in das dritte Projekt einfließen: den angedachten Bau eines Bürgerhauses im Ortsteil Stein.

Das Büro Salm & Stegen hat wie berichtet von der Stadt den Auftrag, die beiden ersten Maßnahmen kritisch zu bewerten. Evaluierung nennt man das in der Fachsprache. Dabei geht es nicht allein um die Frage, ob die Freiflächengestaltung gelungen ist. Hier fällt das erste Fazit laut Dr. Rafael Stegen positiv aus. Mit dem Programm „Soziale Stadt“ soll vor allem ein besseres Miteinander der Bewohner gefördert werden.

Am Johannisplatz leben rund 1000 Menschen, darunter auch der Bürgermeister. Er kann die Situation also beurteilen. Das Problem: Die Platzmitte ist beruhigt, dafür „stehen die Jugendlichen jetzt an den Ecken“, beschrieb Müller die Lage. „Jetzt diskutieren wir, wo wir die Leute hinschieben können.“ Ein fester Treffpunkt für Jugendliche ist im Gespräch, was manchen Anwohnern missfällt. Hier müsse ein Ausgleich der Interessen geschaffen werden, sagte der Bürgermeister.

"Ein latentes Gefühl der Unzufriedenheit"

Als „irrational“ empfindet der Rathauschef die Diskussion über den Neuen Platz. Er hat sich die Mühe gemacht, die Bäume zu zählen. „Bei 40 habe ich aufgehört.“ Obwohl der Platz objektiv gesehen grüner sei als vorher, werde dieser als „Betonwüste“ wahrgenommen. Es herrsche ein „latentes Gefühl der Unzufriedenheit“, hat Müller festgestellt. Nur der Brunnen komme allgemein sehr gut an. Ganz verstehen kann der Bürgermeister die Kritik nicht. „Der Neue Platz ist ein Stadtplatz und kein botanischer Garten“, sagte er. Dennoch müsse man die negativen Stimmen ernst nehmen.

 Wie die Stimmung tatsächlich ist, das wird das Büro Salm & Stegen nun eruieren. Dazu wird im Café am Neuen Platz ein Briefkasten aufgestellt. Auf einem Umfragezettel können die Bürger dort ihr Urteil abgeben. „Man darf auch schreiben, was gut ist“, betonte Dr.  Stegen. Darüber hinaus sichtet das Büro alle Unterlagen und führt Interviews mit ausgewählten Betroffenen. Auch Gruppengespräche mit Akteuren vor Ort sowie eine Bürgersprechstunde am Neuen Platz sind geplant. Insgesamt leben in dem Viertel rund 1200 Menschen.

Schon jetzt ein beliebter Treffpunkt: Der Jugendtreff Ein-Stein.

Zwischenergebnisse der Evaluierung inklusive Fotos und Plänen werden am Samstag, 21. Mai, auf dem Neuen Platz präsentiert, dem Tag der Städtebauförderung in ganz Deutschland. Womöglich findet an diesem Tag auch der erste Spatenstich am Künnekeweg statt. Die wichtige Verbindungsachse zwischen Neuem Platz und Sudetenstraße wird für 300 000 Euro verkehrsberuhigt umgebaut. Zurückstellen musste die Stadt indes ihre Pläne, auch neue Fußwege anzulegen, private Grundstückseigentümer ziehen nicht mit. „Das ist schade“, merkte der Bürgermeister an.

Am Tag der Städtebauförderung, so kündigte Vize-Bauamtsleiter Andreas Porer an, wird auch der „Staffelstab der ,Sozialen Stadt‘ an den Stadtteil Stein übergeben“. Das Büro Salm & Stegen ist beauftragt, für das Viertel ein Stadtquartiersentwicklungskonzept zu erarbeiten. Gemeinsam mit der Baugenossenschaft und dem Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit sowie zusammen mit Bewohnern und Aktiven vor Ort sollen „Maßnahmen zur Stabilisierung und zur kulturellen Aufwertung des Stadtteils“ entwickelt werden. Bestreben der Stadt ist es, einen „Identifikationspunkt“ für die rund 2500 Bewohner zu schaffen. Konkret angedacht ist, den Jugendtreff Ein-Stein zu einem Bürgerhaus auszubauen. 3,2 Millionen Euro sind dafür ab 2019 in der Finanzplanung der Stadt vorgesehen.

Sabine Schörner

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