Trachten-Vielfalt: Beim Festzug vertreten waren unter anderem – gut beschirmt – der Nachwuchs des Trachtenvereins d’Lüßbachtaler aus Höhenrain.

Waldsommer 

Ein Trachtler kennt keine Hitze

Hut ab! Über 400 Trachtenträger aus Geretsried und den Nachbargemeinden marschierten am Sonntag in voller Montur und bei größter Hitze im ersten Trachtenfestzug von Waldsommer-Wirt Christian Fahrenschon und der Stadt mit.

Geretsried – Die Menschen sollten viel öfter zusammenkommen und auch an den Festen anderer mitwirken, ohne dass sie dafür unbedingt eine Gegenleistung erwarteten. Dieser Wunsch des evangelischen Pfarrers Dr. Theo Heckel, der zusammen mit seinem katholischen Kollegen Georg März am Vormittag den Festgottesdienst im Zelt hielt, erfüllte sich im Anschluss auf das Schönste.

In einer langen Reihe mit den verschiedenen Geretsrieder Landsmannschaften und der Gartenberger Bunkerblasmusik liefen die Gäste aus Königsdorf, Höhenrain, Egling und Dietramszell beim Festumzug mit. Unter ihren Hüten, ihren Samthauben, in den aufwändigen Kleidern und mit den schweren Fahnen in der Hand schwitzten sie ordentlich auf dem einstündigen Weg vom Festplatz an der Jahnstraße zum Rathaus und wieder zurück.

Trachten-Vielfalt: Beim Festzug vertreten waren unter anderem die Trachtengruppe der Deutschen aus Ungarn.

Am Wendepunkt Rathaus-Parkplatz kam es zur Begegnung der Teilnehmer. Man winkte sich zu, die Madln und Burschen des Ascholdinger Burschenvereins juchzten einmal fröhlich auf. Sogar die bayerische Bierkönigin, Lena Hochstraßer aus Höhenrain, erwies den Geretsriedern die Ehre. Erna Kramer, die seit 1946 in der Stadt lebt und schon einige Festzüge miterlebt hat, gehörte zu den zahlreichen Zuschauern am Straßenrand. „Diese Vielfalt an Trachten ist wirklich schön anzuschauen“, sagte sie. Allerdings fände sie einen großen Umzug mit Geretsrieder Vereinen und Gästen von außerhalb am Freitagabend zur Eröffnung besser als zwei. Sonst sei das Ganze „so auseinandergerissen“.

Trachten-Vielfalt: Beim Festzug vertreten waren unter anderem die Siebenbürger Sachsen.

Da ist der Bürgermeister anderer Meinung. „Geretsried kann durchaus zwei Festzüge vertragen“, meinte Michael Müller, der selbst zweimal in Lederhosen vorneweg gelaufen war, nach der Rückkehr im Zelt. Den ganzen Tag mit Gottesdienst und gemeinsamem Mittagessen habe er als sehr gelungen empfunden.

Zufrieden zeigte sich auch Festwirt Christian Fahrenschon, auf den die Idee der zusätzlichen Sonntagsveranstaltung zurückgeht: „Die Menschen aus den umliegenden Gemeinden kommen doch auch gerne aufs Geretsrieder Volksfest. Warum sollten sie da nicht beim Festzug vertreten sein?“ Kaspar Mayer, Fahnenträger beim Trachtenverein Königsdorf-Osterhofen, sieht es genauso. Er sei der Einladung gerne gefolgt: „Mia san schließlich Nachbarn.“ Und ganz ohne Gegenleistung, wie Pfarrer Heckel meinte, blieb die Mühe ja auch nicht. Anita Zwicknagl vom Kulturamt drückte jedem Teilnehmer einschließlich THW und Feuerwehr Gutscheine für Essen und Trinken in die Hand, so dass man den Nachmittag zusammen gemütlich ausklingen ließ.

Tanja Lühr

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