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Dominoeffekt: Nach der Familie Krämmel, der die Häuser Karl-Lederer-Platz 14, 16 und 18 gehören, planen nun auch die Eigentümer des letzten Hauses in der Reihe (Nummer 20), in dem sich das „Blumenfenster“ befindet, einen Abbruch und Neubau. Für das anschließende Eckhaus gibt es bislang noch keine Pläne. Foto: Archiv

Ausschuss bringt das dritte Bauprojekt auf den Weg

Innenstadtsanierung nimmt weiter Fahrt auf

Geretsried – Die Planung für ein neues Stadtzentrum schreitet weiter voran. Am Dienstagabend brachte der Entwicklungs- und Planungsausschuss das dritte Bauvorhaben auf den Weg.

Für die Altbauten der Baugenossenschaft an der Egerlandstraße 58 bis 74 läuft bereits das Bebauungsplanverfahren, ebenso für die Grundstücke Karl-Lederer-Platz 14, 16 und 18 der Familie Krämmel. Dort soll bereits in diesem Sommer der Abbruch beginnen. Auch die Projekt KLP UG will nun auf ihrem Grundstück neu bauen. Geplant ist ein fünfgeschossiges Gebäude mit Tiefgarage. Im Erdgeschoss sind Einzelhandelsflächen vorgesehen, darüber Dienstleister beziehungsweise Wohnungen.

Klaus Kehrbaum, der von der Stadt beauftragte Architekt für die Zentrumsplanung, begrüßte die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Es sei „zwingend erforderlich“, dass die beiden Investoren Krämmel und KLP ihre Pläne abstimmen. Noch am Nachmittag saßen beide Seiten zwei Stunden zusammen, um die wichtigsten Punkte zu besprechen, die der Gestaltungsrat im Vorfeld angesprochen hatte. Der Gestaltungsrat wurde von der Stadt eingesetzt und berät – wie der Name schon sagt – in gestalterischen Fragen. Dem Gremium gehören unter anderem der Architekturhistoriker Prof. Winfried Nerdinger sowie Alexander Wetzig, ehemaliger Baubürgermeister von Ulm an. „Den Hut hat die Stadt auf“, betonte Kehrbaum. „Sie hat die Planungshoheit.“

"Wir haben eine Bombenchance"

Bürgermeister und Stadträte äußerten sich in der Sitzung froh, dass der dritte Grundstückseigentümer im Zentrum investieren will. Dominik Irmer (Freie Wähler) hatte im Vorfeld den Bericht unserer Zeitung über das langsame Sterben der Wolfratshauser Altstadt gelesen. „Wenn man die Entwicklung in anderen Städten sieht, haben wir eine Bombenchance“, sagte Irmer. Jetzt fehle nur noch das Eckgrundstück Karl-Lederer-Platz 22 und 24. Laut Kehrbaum wäre es „städtebaulich absolut sinnvoll“, das Quartier in seiner Gesamtheit zu betrachten. Noch aber sei dies ein „Wunschtraum“. Das Eckhaus befindet sich im Besitz von 13 verschiedenen Eigentümern. Eine erste Besprechung fand statt. „Vielleicht schaffen wir es, wie jetzt bei Krämmel und KLP, auch für diesen Bereich eine Einigung zu erzielen.“

"Wir wollen niemanden entmieten"

Nach Auskunft von Ludwig Hölzl von der Projekt KLP UG wird der Abbruch und Neubau auf dem Grundstück Karl-Lederer-Platz 20 frühestens in einem Jahr erfolgen. Nach seinen Worten laufen „intensive Gespräche“. Eine abschließende Einigung sei aber noch nicht erzielt. Ein Diskussionspunkt ist die Erschließung. Die KLP will unter ihrem Gebäude mit Duplex-Garagen arbeiten. Die Zufahrt könnte über die von Krämmel geplante Tiefgarage unter dem Karl-Lederer-Platz erfolgen. Einig sind sich beide Seiten, dass alle Gebäude in der neuen Häuserzeile die gleiche Traufhöhe haben sollen. Hölzl geht davon aus, dass die Projekt KLP UG frühestens Ende April 2017 auf ihrem Grundstück loslegen kann. Das sei auch im Interesse der Mieter. „Wir wollen niemanden entmieten“, sagt der Geretsrieder Architekt. Derzeit befindet sich in dem Gebäude das Geschäft „Blumenfenster“ sowie ein Laden für E-Zigaretten, auch die vier Wohnungen in den Obergeschossen sind vermietet.

Sabine Schörner

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