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Abschalten vom Büroalltag: Die Rathausband mit (v. li.) Peter Steinberger, Jan Klinger, Michael Schlenz, Stefan Mensch und Andreas Hoppe beim Proben für ihren Auftritt am 19. März in der Musikkneipe My Way.

Konzert am 19. März im "MyWay"

"Mike & Friends" - die Rathausband von Geretsried

Geretsried - Seit einem Dreivierteljahr rockt die Rathausband in der aktuellen Besetzung hauptsächlich das Rathaus. Doch am 19. März hat das Quintett einen öffentlichen Auftritt in der Musikbar MyWay. Die Proben laufen auf Hochtouren.

„Mia san a bayrische Band“, hört man es beim Hinuntersteigen der Treppe in Michael Schlenz’ Souterrain-Wohnung aus dem Probenraum dröhnen. Nun ja, das stimmt zu 90 Prozent: Peter Steinberger (64) am Schlagzeug, Stefan Mensch (27, Gesang, Piano), Jan Klinger (46, Gitarre) und Michael Schlenz (62, Gitarre, Gesang) sind Hiesige, Andreas Hoppe (49) am Bass ein Zugereister aus dem Norden. Was die Fünf aber gemeinsam haben: Sie arbeiten alle bei der Stadt. Schlenz und Klinger im Bauamt in Geretsried, Mensch im Umweltamt, Hoppe als Hausmeister an der Mittelschule und Steinberger – der interkommunale Neuzugang – im Ordnungsamt in Wolfratshausen.

Die Männer, auf deren schwarzen T-Shirts der eigentliche Bandname „Mike & Friends“ steht, üben jeden Donnerstag nach Feierabend in Schlenz’ komplett ausgestattetem Hobbykeller. Die Soundanlage ist fast schon professionell. Ein Dutzend Gitarren, eine Ukulele, Wild-West-Fotos und eine riesige USA-Flagge hängen an den Wänden. Die Bar ist gut bestückt mit Bier und Whiskey.

Karnevalist Steinberger ist für die Stimmungskracher zuständig

„Der Durscht bringt mi um“, stimmt das Quintett an. Der Blues ist eine der Lieblingsrichtungen der Rathausmusiker, zusammen mit Country. Ein akzentuierter Country-Beat klingt eigentlich bei jedem Lied durch, doch auch andere Elemente peppen gecoverte Klassiker wie „Knocking On Heavens Door“, „Alice“ oder Lieder von STS und der Spider Murphy Gang auf. Stefan Mensch lässt seine Vorlieben für Punkrock und Jazz einfließen, Andreas Hoppe ist eher der Hardrock- und Metal-Typ, und Ober-Karnevalist Peter Steinberger ist für die Stimmungskracher zuständig. Im Fasching hatte die Band ihren jüngsten Auftritt bei einer internen Party im Rathaus.

Mike Schlenz mit der "Winter, Wetter und Whiskey"-Stimme

Im „My Way“, der Bar im Untergeschoss des Gasthauses Isarwinkel, hatten sie – noch ohne Steinberger – im Mai vergangenen Jahres schon einmal einen Auftritt. „Wir wollten für unsere Freunde und Bekannten spielen. Die Bude war rappelvoll“, berichtet Andreas Hoppe. Am kommenden Samstag stehen wieder rund 30 Songs der genannten Stilrichtungen auf dem Programm. Bis zuletzt feilten die Hobbymusiker an „La Bamba“. Den lateinamerikanischen Rhythmus haben sie drauf. Stefan Mensch ist der einzige, der die hohen Töne beherrscht, Co-Sänger Mike Schlenz sagt von sich selber, er besitze eine „Wind, Wetter und Whiskey“-Stimme. Eine Frau als Frontsängerin, das würde den Jungs gefallen, sagen sie.

Klinger: "In eine Sitzung gehe ich mit mehr Bammel rein"

Ob sie aufgeregt sind vor ihrem zweiten öffentlichen Konzert? „Fünf Minuten vor Beginn geht bei mir die Pumpe. Nach dem ersten Lied ist das Lampenfieber verflogen“, sagt Hoppe. „In eine Sitzung gehe ich mit mehr Bammel rein“, gesteht Bauamtsmitarbeiter Klinger. Er, Schlenz und Mensch können Noten lesen, die anderen beiden spielen nach Gehör. Schlenz hat früher schon bei einer Hawaii-Band mitgewirkt (daher die Ukulele). Er hat Klavier gelernt und sich Gitarre selbst beigebracht, weil man die „besser zur Strand-Fete mitnehmen kann“. Bei Mensch war es genauso. Hoppe hat sich die Bassgitarre extra für die Rathausband angeeignet („Ich übe jeden Tag“). Steinberger hat nach 20 Jahren Pause wieder die Schlagstöcke in die Hand genommen („Das ist wie Fahrradfahren, das verlernst du nicht“). Und Klinger scheint ein Universaltalent an allen Instrumenten zu sein.

Der 46-Jährige ist der eigentliche Gründer der Band. 2005 rief er sie ins Leben. Die Besetzung wechselte immer wieder. Ex-Wirtschaftsförderer Wolfgang Wittmann saß lange an den Drums, bis er Geretsried aus beruflichen Gründen verließ. „Wir sind offen für Neumitglieder. Saxophon oder Gesang könnte ich mir noch gut vorstellen“, sagt Klinger. Kurz vor einem Auftritt sei es vielleicht etwas stressig, aber ansonsten hätten „Mike & Friends“ vor allem Spaß. Beim gemeinsamen Musizieren, Improvisieren, demnächst eventuell auch Komponieren, bei einem kühlen Bier, gelegentlich einer Pizza dazu und lockeren Gesprächen könne man vom Büroalltag so richtig abschalten.

Tanja Lühr

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