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Erste Versuche auf dem Eis konnten Buben und Mädchen beim ersten Eishockey-Familientag im Geretsrieder Eisstadion machen. 

Veranstaltung des ESC Geretsried

Eishockey-Familientag: Spaß auf Kufen

Geretsried - Die Geretsrieder haben unmittelbar vor ihrer Haustüre eine wunderbare Eisarena und einen tollen Verein. Genau das wollte der ESC beim Eishockey-Familientag bewusst machen. Mit Erfolg. 

Geretsried – Die fünfjährige Johanna steht zum ersten Mal auf Schlittschuhen. Dank der dick gepolsterten gelben Eishockey-Hose, die sie sich ausleihen durfte, macht es gar nichts, wenn sie mal auf den Popo fällt. Sie kann sich an den lustigen Figuren zum Schieben festhalten, an Matthias Wirags Hand die ersten vorsichtigen Schritte auf Kufen wagen oder sich von ihm zum Ausruhen mit dem Schlitten übers Kunsteis ziehen lassen. Der Leiter der Eishockeyschule des Eissportclubs (ESC) Geretsried und sein Kollege Martin Melchert sind fast rund um die Uhr gefragt am ersten Eishockey-Familientag im Heinz-Schneider-Stadion, der am Wochenende stattfand.

Bewusstsein für Verein stärken

„Ich finde das eine super Idee“, sagt Johannas Mutter Nicole Kurth. Obwohl sie in Geretsried lebt, war sie mit ihrer Tochter noch nie im Eisstadion, wie sie zugibt. Die Fünfjährige gehe gern Schwimmen, Tanzen und Skifahren. Eislaufen habe bisher einfach noch nicht auf dem Programm gestanden. „Aber warum nicht? Wenn es Johanna Spaß macht. Einige Freunde hat sie hier schon getroffen“, erzählt Nicole Kurth. Zumindest möchte sie mit der Familie demnächst einmal zum öffentlichen Lauf kommen.

Genau das ist das Ziel der Organisatoren des Aktionstags, Matthias Wirag und Martin Melchert: den Geretsriedern bewusst zu machen, dass sie vor ihrer Haustür eine wunderbare Eisarena samt tollem Verein haben. Obwohl in der Eishockeyschule laut Wirag heuer sehr viele Mädchen und Buben trainieren, kann Nachwuchswerbung nie schaden. „Uns fehlen eher die Zwölf- bis 16-Jährigen als die ganz Jungen“, sagt der Jugendleiter. Quereinsteiger seien herzlich willkommen.

Mit dem Training beginnen könne man etwa ab vier Jahren. „Eishockey ist kein reiner Wintersport“, betont Wirag. Im Sommer würden im Freien oder in der Turnhalle Koordination, Gleichgewicht, Kondition und Technik geschult. Eishockey sei am Anfang auch nicht teuer. Die Ausrüstung könne ausgeliehen und später auf Basaren günstig erworben oder getauscht werden. Der Schnupper-Beitrag fürs erste Jahr Mitgliedschaft im ESC liege bei 60 Euro.

Rasche Erfolge im Eiskunstlauf

Während es in der Eishockeyschule auch viele weibliche Puckjäger gibt, hat sich in die Abteilung Eiskunstlauf (bisher) noch kein Junge verirrt. „Einer müsste den Anfang machen“, meint die sportliche Leiterin Melanie Vollbrecht und lacht. Wie elegant es aussieht, wenn man im kurzen Röckchen über die Bahn gleitet, Pirouetten und Sprünge vollführt, zeigten Vollbrechts weibliche Schützlinge in einer Show.

Auch für den Eiskunstlauf gilt: Vier bis fünf Jahre sind ein gutes Einstiegsalter. Die Mädchen üben dreimal pro Woche. Erfolge stellen sich da rasch ein. Drei- bis viermal im Jahr nehmen die Eiskunstläuferinnen an Wettbewerben teil. Vollbrecht leitet zudem die Inklusionsgruppe für behinderte und nicht behinderte Menschen jeden Samstagvormittag. Hier geht es vor allem um die Freude an der Bewegung und um die Geselligkeit.

Vor dem Stadion betreut Sabrina Kruck, ehemaliges Mitglied der deutschen Damen-Nationalmannschaft und Spielerin bei den Arrows des ESC, das Torwandschießen. Fünf Löcher hat die Wand, der Puck wird von einer glatten Fläche abgeschlagen. Wer dreimal trifft, darf sich über Preise wie einen Schläger oder ein Ticket für ein Spiel des EHC München freuen.

Eltern sollen Kinder begleiten

Krucks Söhne im Alter von vier und sieben Jahren sind übrigens schon mit drei zum ersten Mal auf Schlittschuhen gestanden. Weil die Mutter regelmäßig mit aufs Eis geht und die Buben auch sonst unterstützt, ist das kein Problem. „Die Eltern sollten ihre Kinder gerade am Anfang begleiten“, sagt Matthias Wirag. Das Anziehen der Montur sei recht aufwendig, und es könne passieren, dass die Kinder nach zehn Minuten auf dem Eis keine Lust mehr hätten. Dann sei es hilfreich, wenn die Eltern ihrem Kind beim Ausziehen zur Seite stehen würden und nach einer kurzen Pause ein weiteres Mal die Geduld aufbringen würden, ihm in Hose, Trikot, Schuhe und Helm zu helfen.

Ein ganz besonderes Trikot wurde auf dem Familientag meistbietend versteigert: das von NHL-Spieler Korbinian Holzer, der seine ersten Gleitversuche in der Geretsrieder Eishockeyschule unternommen hat. Heute ist er Verteidiger bei den Anaheim Ducks. Seine Mutter habe das rund 250 Dollar teure Oberteil extra aus Kalifornien mitgebracht, berichtet Wirag. Ersteigert hat es Andreas Janka – für 350 Euro. „Ich werde es mir über meinen Schreibtisch hängen“, sagt der Unternehmer und frühere Eishockeyspieler. Das Trikot sei eine echte Rarität und das Geld, das der Nachwuchsarbeit des ESC zu Gute kommt, „hervorragend angelegt“. 

Tanja Lühr

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