Eine Herzensangelegenheit: Der Geretsrieder Eisstadion-Chef Rico Lehwald hofft, dass bald alle Bauarbeiten abgeschlossen sind und die Halle wieder von den Eissportlern genutzt werden kann.
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Eine Herzensangelegenheit: Der Geretsrieder Eisstadion-Chef Rico Lehwald hofft, dass bald alle Bauarbeiten abgeschlossen sind und die Halle wieder von den Eissportlern genutzt werden kann.

Wie geht‘s, Herr Lehwald?

Eisstadion-Chef: „Lockdown spielt uns in die Karten“

  • Thomas Wenzel
    vonThomas Wenzel
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Im Interview spricht Rico Lehwald, Vorsitzender des Betreibervereins, über den Betrieb des Heinz-Schneider-Eisstadions während des Lockdowns, die noch ausstehenden Bauarbeiten und welche Ideen er für das kommende Jahr hat.

  • Der Betrieb im Geretsrieder Eisstadion ruht seit dem 1. November.
  • Im Oktober fanden in der renovierten Halle neben Eishockey auch Schulsport und der öffentliche Lauf statt.
  • Nach Rücksprache mit der Stadt wird während des Lockdowns ein geringe Eisschicht aufrecht erhalten.

Geretsried – So groß die Freude der Geretsrieder Eissport-Freunde über die gelungene Sanierung und Überdachung des viele Jahre lang offenen Heinz-Schneider-Stadions ist, so ernüchternd ist die bisherige Bilanz: Erst verzögerte sich wegen eines technischen Defekts die Eröffnung, jetzt legt der „Lockdown Light“ alle sportlichen Ambitionen für wenigstens vier Wochen auf Eis. Eine unbefriedigende Situation insbesondere für den Vorsitzenden des Stadionvereins, Rico Lehwald. Sportredakteur Thomas Wenzel sprach mit dem 49-Jährigen, der halbtags als Sachbearbeiter in einem Leasingunternehmen arbeitet und sich nachmittags und abends um den Betrieb im Eisstadion kümmert.

Herr Lehwald, wie geht’s? Sind Sie heute schon im Stadion gewesen?

Ja, natürlich, ich bin gerade jetzt hier – so wie jeden Tag. Es hat sich herausgestellt, dass es sinnvoll ist, wenn jemand vom Verein hier als Ansprechpartner auf der Baustelle ist. Und es ist mir natürlich auch eine Herzensangelegenheit, mich darum zu kümmern, dass alles läuft.

Die Baumaßnahmen sollten eigentlich schon abgeschlossen sein?

Richtig, wir sind momentan neun Monate über Plan. Die Leute sagen immer: „Da geht ja nichts voran.“ Es wird aber mit fortschreitender Zeit auch nicht einfacher. Denn viele Firmen, die noch Arbeiten auszuführen haben, haben natürlich mittlerweile längst auch andere Aufträge, bei denen sie eingespannt sind.

Der ESC Geretsried hat mit Hilfe vieler Freiwilliger viel Arbeit reingesteckt, damit pünktlich zum Start der Eishockeysaison alles fertig ist. Dann ging die Lüftungsanlage kaputt ...

Genau. Damit entstand in der Halle und unter dem Dach zu viel Luftfeuchtigkeit, sodass wir den Eisbetrieb zwischenzeitlich einstellen mussten. Aber das ist mittlerweile alles repariert worden.

Was steht sonst noch an?

Momentan vor allem Malerarbeiten in der Halle. Außerdem kümmert sich eine Baufirma um die Außenanlagen. Und wir sind dabei, den Energiebereich zu optimieren. Das Eisstadion ist nämlich an das Hackschnitzelwerk am Schulzentrum angeschlossen. Von dort bekommen wir Fernwärme. Und da versuchen wir jetzt, die Leistung ein wenig zu erhöhen, damit es wärmer wird.

Wie sieht es eigentlich mit dem Eis aus: Wird es während des Lockdowns abgetaut?

Nein, wir haben mit der Stadt vereinbart, eine gewisse Eisschicht auf dem Beton zu lassen und die Kühlanlage auf Minimalbetrieb laufen zu lassen. Das kommt im Endeffekt günstiger, als wenn wir alles abgetaut hätten.

Weshalb?

Allein mit dem Abschalten der Aggregate ist es nicht getan. Man hätte das Resteis abfräsen müssen, dann das eingebrachte Kalkmehl, das für eine besonders schöne weiße Farbe des Untergrunds sorgt, extra aussortieren müssen. Außerdem wären dann auch die Linien weg, und man müsste die Bullykreise entfernen. Das sind wiederverwendbare Stücke aus Fleece.

Und wenn der Lockdown länger dauert als die vier Wochen?

Dann müssen wir das Thema noch mal diskutieren.

Was war denn eigentlich alles geboten in den wenigen Wochen, als der Eisbetrieb möglich war?

Eigentlich alles. Eishockey sowieso, aber der Schulsport hat ebenso stattgefunden wie der öffentliche Lauf und der so genannte Schlägerlauf.

Und wie war die Resonanz?

Ich sag’ mal so: Wir hatten noch nicht die komplette Auslastung. Gemäß unseres Hygiene-Zertifikats könnten 200 Menschen ins Stadion rein, unter Berücksichtigung aller Maßgaben und Regeln natürlich. Aber die Leute gehen halt noch vorsichtig an die Sache ran. Dafür muss man aber auch Verständnis haben.

Ist es also momentan eher gut oder schlecht, dass niemand ins Stadion darf?

Das spielt uns sicherlich in die Karten, denn so können wir ausstehende Arbeiten ungestört erledigen. Aber es ist natürlich nicht im Sinn der Eissportler und aller Freunde des Eissports, wenn so eine schöne Halle nicht genutzt werden kann.

Wie sind Ihrer Meinung nach die Aussichten?

Ich hoffe, dass wir irgendwann wieder zur Normalität zurückkehren werden. Das Eisstadion selbst ist bereit für den normalen Betrieb, aber leider dürfen wir halt momentan nicht. Aber wir können uns jetzt schon überlegen, wie dieser Veranstaltungsraum auch über die Eissaison hinaus genutzt werden kann. Denn die Halle soll natürlich allen Geretsriedern zur Verfügung stehen.

In der neuen Serie „Wie geht’s?“ fragen wir bei Menschen aus dem Landkreis nach, wie sie die ungewöhnlichen Corona-Zeiten erleben.

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