Geretsrieder Heinz-Schneider-Eisstadion Eismaschine bei der Aufbereitung der Eisfläche
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„Schön sieht es aus“: Im runderneuerten Heinz-Schneider-Eisstadion läuft seit dieser Woche die Eisbereitung.

Spielfeld im Heinz-Schneider-Stadion wird hergerichtet – Vereine erstellen Hygienekonzept

Eiszeit im Altweibersommer

  • vonPeter Borchers
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Im Geretsrieder Eisstadion laufen die letzten Arbeiten und die Vorbereitung auf den Saisonbeginn.

Geretsried – Draußen läuft sich aktuell der Altweibersommer nochmals richtig warm, unter dem neuen Dach des runderneuerten Heinz-Schneider-Eisstadions hält allmählich der Winter Einzug. „Gerade haben wir damit begonnen, das Spielfeld herunterzukühlen“, sagt Rico Lehwald, Chef des Stadionvereins. Im weiteren Wochenverlauf „bauen wir das Grundeis Schicht für Schicht auf zirka 1,5 bis 2 Zentimeter auf. Dann wird lackiert und liniert, anschließend kommt das Deckeis drauf – und fertig.“ Am kommenden Sonntag schon könnte der erste Schlittschuhläufer also seine Kreise auf dem Feld ziehen – leider nur in der Theorie. „Solange wir vom Landratsamt keine Freigabe haben, egal ob als Sportstätte oder in großer Form als Versammlungsstätte, so lange müssen wir warten.“ Lehwald hofft auf das Okay der Behörde bis spätestens Ende September.

Derweil ist noch einiges zu tun. Ein Eisstadion während einer Pandemie zu betreiben, sei „eine hochkomplexe Angelegenheit“, sagt Lehwald und schiebt ein wenig ketzerisch hinterher: „Vieles wäre sicher einfacher, wenn wir keine Leute reinlassen würden.“ Doch das ist das Letzte, was der Stadionchef will. „Wir wünschen uns Fans und wir brauchen sie, um endlich wieder ein paar Einnahmen zu generieren.“

„Wir wünschen uns Fans und wir brauchen sie, um endlich wieder ein paar Einnahmen zu generieren.“

Rico Lehwald, Chef des Stadionvereins

200 Zuschauer pro Spiel sind nach derzeitigem Stand erlaubt. Wie die möglichst sicher ein Match der River Rats live verfolgen können, gilt es zu klären. Müssen die Besucher während der gesamten Partie Masken tragen? Oder nur beim Betreten und Verlassen des Stadions? Wie lässt sich der Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern einhalten und kontrollieren? Wie viele Ordner sind dazu nötig? Dürfen die Kabinen genutzt werden? Letztere Frage soll ein Ingenieurbüro beantworten. Denn die alte Lüftungsanlage muss eine ordentliche Menge Frischluft in die Kabinen blasen. Nach der richtet sich deren Nutzungsdauer beziehungsweise sie gibt den Zeitraum vor, in dem eine Kabine nach einer Nutzung frei bleiben muss.

Drei Hygienekonzepte notwendig

Der Deutsche Eishockey-Bund hat am Beispiel des Leistungszentrums in Füssen zwar ein Hygienekonzept für Eisstadien entwickelt. Das lässt sich allerdings nicht eins zu eins auf jede andere Arena übertragen und ist deshalb „nur bedingt hilfreich“, sagt Lehwald. Also basteln die Geretsrieder an einem eigenen Konzept, das eigentlich aus dreien besteht: das des Stadionvereins für das Gebäude selbst, ein zweites für das Restaurant – auch wenn das so schnell noch nicht öffnen wird – und ein drittes des ESC Geretsried, der damit seine Mitglieder und Aktiven schützt. „Eine große Hilfe“ ist Lehwald in diesem Zusammenhang ESC-Nachwuchschef Markus Gregor, „der mir sehr viel Arbeit abnimmt“. Zudem haben sich Stadionverein und ESC die professionelle Hilfe einer Fachfirma geholt, die solche Konzepte individuell erstellt. Im Moment „sind wir dabei, uns über die Wegeführung Gedanken zu machen“, berichtet Lehwald. Dazu hatte er am Dienstagnachmittag einen Termin vor Ort.

Ansonsten geht es im Stadion in großen Schritten voran. „Schön sieht es aus“, jetzt da das Spielfeld frei von Maschinen und Baumaterial sei, schwärmt Lehwald. Gerade würden die Wellenbrecher installiert. Der VIP-Raum besitzt inzwischen Fenster und einen blauen Anstrich. Das Büro des Stadionvereins ist bezugsbereit und die Küche „fast fertig gefliest“.

Parallel laufen die Abnahmen. Die Wasserversorgung ist laut Lehwald „zu 90 Prozent durch“, die neuen Leitungen seien alle gemessen und „super in Ordnung“. Den kleinen Altbestand-Teil habe ein Sanitär-Fachmann aufschließen müssen, dort sei erst vergangene Woche gemessen worden. Jetzt wartet der Stadionchef auf das Ergebnis. „Wenn auch das okay ist, können wir die Sanitärräume nutzen – soweit uns das Corona natürlich erlaubt.“

peb

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