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Auf seinem Rechner waren auch kinderpornografische Schriften

Elektroniker hackt Handy der Ex-Freundin

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Geretsried – Ein Geretsrieder (43) ist in Berufung gegangen - und härter verurteilt worden. Er hackte das Handy seiner Ex-Freundin - und besaß früher kinderpornografische Schriften.

Rache sieht in der Regel anders aus. Ein Kommunikations-Elektroniker aus Geretsried (43) nutzte sein berufliches Wissen, um seiner Ex-Freundin (39) einen letzten Schlag mitzugeben. Er schickte ihr eine Spionage-App aufs Handy und hackte sich in ihren Mail-Account. Ihrem vermutlich neuen Freund schrieb er beleidigende Mails. Vor dem Landgericht München II wurde der 43-Jährige jetzt wegen Erspähens von Daten zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Eigentlich wollte der Computer-Spezialist mit einem Freispruch aus dem Gerichtssaal gehen. Es hatte ihn gewurmt, dass das Amtsgericht Wolfratshausen ihn im Sommer 2015 zu einer Geldstrafe von 11 000 Euro verurteilt hatte, und war deshalb in Berufung gegangen. Doch in München nahm ihm der Vorsitzende Richter Martin Hofmann rasch seine Wunsch-Vorstellung. Mittlerweile war im Auszug aus dem Bundes-Zentral-Register (BZR) ein Urteil aus dem Jahr 2011 aufgetaucht. Damals war der Geretsrieder wegen Besitzes von kinder- und jugendpornographischer Schriften erwischt worden. „Wieder etwas mit Computern“, bemerkte der Richter. Für ihn stand damit fest, dass der Angeklagte nicht noch einmal mit einer Geldstrafe aus der Nummer herauskommen würde.

Trotz dieses deutlichen Hinweises vom Richter nahm der 43-Jährige seine Berufung nicht zurück. Den Fall, den die Berufungskammer dann Schritt für Schritt aufdeckte, verursachte bei Außenstehenden ein mulmiges Gefühl. Denn dem Mann war es gelungen, den Mail-Account seiner früheren Freundin zu hacken. Er las die eingehenden Mails und wurde rasend eifersüchtig auf einen Mann mit dem Vornamen Cosmas.

Der hatte sich vielleicht auch etwas mehr von der 39-Jährigen versprochen. Doch als die Nagel-Designerin ihm erklärte, dass sie mit einem Mann aus Stuttgart liiert sei, zog er sich zurück. Umso mehr wunderten ihn dann die Beleidigungen und Beschimpfungen hinsichtlich seiner griechischen Nationalität, die plötzlich per Mail vom Account der Frau eintrudelten. Tatsächlich stammten sie vom eifersüchtigen Angeklagten.

Der war in seiner Firma eigentlich ein angesehener Mitarbeiter. Bei einer Bombendrohung hatte er bereits erfolgreich daran mitgearbeitet, den Anrufer zu ermitteln. Im Privatleben hätte er sein technisches Wissen allerdings nicht einsetzen dürfen. Vergeblich versuchte der Geretsrieder, mit fadenscheinigen Argumenten jegliche Schuld von sich zu weisen. Dass das Landgericht zwischenzeitlich von seiner Vorverurteilung erfahren hatte, machte ihn zusätzlich unglaubwürdiger. „Das ist jetzt einfach blöd für Sie gelaufen“, bermerkte Richter Hofmann. Am Ende erließ er als Bewährungsauflage noch eine Summe von 4000 Euro und verhängte eine Kontaktsperre zur Ex-Freundin.

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