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250 Plätze bietet die neue Asylbewerberunterkunft am Geretsrieder Schulzentrum. Vor wenigen Tagen sind die ersten Flüchtlinge eingezogen.

Asylbewerberunterkunft am Schulzentrum

Eltern fordern Sicherheitsdienst

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Geretsried – Die neue Asylbewerberunterkunft am Geretsrieder Schulzentrum beunruhigt viele Eltern. Sie fordern, dass die Unterkunft rund um die Uhr bewacht wird.

Ursprünglich sollte der Landkreis im Auftrag der Regierung von Oberbayern die Sammelunterkunft betreiben. Jetzt wird sie wie berichtet allein von der Regierung geführt. Aber: Die Behörde verzichtet auf einen 24-Stunden-Sicherheitsdienst, den das Landratsamt zugesagt hatte. Daraufhin intervenierten Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler), die Leiter von Gymnasium, Real- und Mittelschule sowie die Elternbeiräte. Mit welchem Erfolg, wird sich noch zeigen.

„Unser Pausenhof grenzt unmittelbar an die Freifläche der Unterkunft“, erklärt Dr. Michael Pauli, Elternbeiratsvorsitzender des Gymnasiums. Zwischen den beiden neuen Gebäuden und der Bundesstraße 11 schlängelt sich der Fahrradweg – und Schulweg – durch den Stadtwald. „Ich verstehe, dass sich da viele Mütter sorgen.“ Deshalb fordert er ebenso wie die Elternbeiräte und Leiter der Nachbarschulen „eine vernünftige Abdeckung mit Security und Sozialkräften“, auch zum Wohle der Bewohner der Sammelunterkunft. Dr. Hermann Deger betont, dass man das Asylbewerberheim nicht ablehne. „Im Gegenteil. Wir wollen zur Integration beitragen“, ergänzt der Direktor des Geretsrieder Gymnasiums. „Aber unsere Schüler sollen sich auch sicher fühlen.“

Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) ist nicht glücklich mit der aktuellen Situation. Allerdings warnt er davor, in Hysterie zu verfallen. „In anderen Unterkünften der Regierung funktioniert die Betreuung auch ohne Sicherheitsdienst.“ Trotzdem wolle er sich weiter dafür einsetzen, dass das Heim bewacht wird. Für den Landrat sind die Mitarbeiter des Security-Services gleichzeitig „Kümmerer“, die in der Unterkunft für eine gewisse Grundordnung sorgen und mögliche Konflikte im Keim erkennen und lösen können. „Das hat sich bei uns bewährt, es gab wenig Ärger“, berichtet Niedermaier.

Am kommenden Dienstag wollte Schulleiter Deger bei einem Elternabend über den aktuellen Stand der Dinge informieren. Auch der Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller sowie der Landrat hatten ihr Kommen angekündigt. Es fehlte noch die Zusage eines Vertreters der Regierung von Oberbayern. Am Donnerstagnachmittag wurde bekannt, dass die Regierung von Oberbayern alle drei Schulleiter für nächste Woche zu einem Gespräch nach München eingeladen hat. „Ein Ergebnis wird es da wohl noch nicht geben“, meint Deger. Der geplante Elternabend wird deshalb erst in zwei bis drei Wochen stattfinden.

„Schade, dass die Eltern nicht zeitnah informiert werden“, kommentiert Pauli das Prozedere hörbar enttäuscht. Auf der andere Seite sei das Gespräch ein Zeichen dafür, „dass sich etwas rührt“. Der Elternbeiratsvorsitzende: „Unsere Sorgen werden angenommen.“

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