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Kurios: Der in den 1970er Jahren gebaute Parkplatz auf der Böhmwiese wurde nie genehmigt. 

Entdeckung im Zuge der Zentrumsplanung

Böhmwiese: Parkplatz ist Schwarzbau

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Das böse Wort „Schwarzbau“ will im Rathaus niemand in den Mund nehmen. Fakt aber ist: Der Parkplatz auf der Böhmwiese wurde nie genehmigt. Das bestätigt Thomas Loibl, Pressereferent der Stadt, auf Nachfrage. Herausgekommen ist dies im Zuge der Zentrumsplanung.

Geretsried – Wenn nach Ostern am Karl-Lederer-Platz die Bauarbeiten beginnen, fallen zahlreiche Parkplätze weg. Für die Übergangszeit wollte die Stadt deshalb den Parkplatz auf der Böhmwiese erweitern. Auf einer Fläche von 7800 Quadratmetern sollten knapp 300 Stellplätze entstehen – etwa vier Mal so viele wie bisher. Der Parkplatz liegt zwar im Außenbereich. Weil es sich aber um ein zeitlich begrenztes Provisorium handelt, hatte das Kreisbauamt seine Zustimmung signalisiert. So hieß es zumindest im Juli 2016 im Bauausschuss. Das Gremium segnete damals den Bauantrag einstimmig ab. Die Kosten für die Parkplatz-Erweiterung wurden auf 190 000 Euro geschätzt.

Loibl: „Der Parkplatz wäre genehmigungsfähig gewesen“

Inzwischen hat sich herausgestellt: Der Parkplatz auf der Böhmwiese wurde nie genehmigt. Das hat das Bauamt bei der Recherche in den alten Unterlagen herausgefunden. Bevor der Parkplatz in den 1970er Jahren gebaut wurde, gab es zwar ein Genehmigungsverfahren, erklärt der Pressereferent der Stadt. Alle Fachbehörden seien damals mit im Boot gewesen und hätten auch ihre Zustimmung signalisiert. „Es gibt Schriftstücke, die bestätigen, dass der Parkplatz genehmigungsfähig gewesen wäre“, so Loibl. „Das Kuriose aber ist, dass das Verfahren nie abgeschlossen wurde.“ Wie dies passieren konnte, ließ sich nach 40 Jahren nicht mehr herausfinden.

Nun ist der Parkplatz gebaut und wird auch geduldet

Nun ist der Parkplatz gebaut und wird auch geduldet. Von einer Erweiterung aber hat sich die Stadt verabschiedet. „Diese temporäre Lösung war nur eine Option“, erklärt Loibl. „Momentan sieht es nicht danach aus, dass die Böhmwiese benötigt wird.“ Wie berichtet arbeitet die Stadt an einem professionellen Baustellenmanagement. Dabei geht es auch um die Frage, wo wie viele Ersatzparkplätze während der Arbeiten im Stadtzentrum benötigt werden.

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