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Gleich den ersten Matchball genutzt: Der ESC Geretsried jubelt nach dem 5:1-Sieg in Füssen über das Erreichen der Verzahnungsrunde. 

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Entwicklung ohne Ende

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Der Einzug in die Verzahnungsrunde mit der Oberliga ist der bisher größte Erfolg in der Vereinsgeschichte des ESC Geretsried.  Trainer Ludwig Andrä sieht sein Team als  Außenseiter, jedoch auch mit einem Vorteil: „Wir können ohne Druck spielen.“

Geretsried – Dass seine Schützlinge in den letzten beiden Partien der Bayernliga-Punktrunde nicht mehr mit voller Konzentration bei der Sache waren, dafür hatte Ludwig Andrä ein gewisses Verständnis. „Wir hatten die Zwischenrunde bereits erreicht. Da fehlen dann eben in so einem Spiel die letzten paar Prozent“, stellte der Geretsrieder Trainer nach der 3:8-Niederlage in Passau fest. Aber was sollte der 45-Jährige auch groß kritisieren: Seine ersatzgeschwächte Mannschaft hatte doch bereits vor zwei Wochen mit einem 5:1 in Füssen den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte des ESC bewerkstelligt.

Dass die River Rats im dritten Jahr ihrer Bayernliga-Zugehörigkeit den Sprung unter die Top-Acht geschafft haben, dafür gibt es mehrere Gründe. So haben sich eine ganze Reihe von Stammspielern wie Bernhard Jorde, Nino Poch, Benedikt May, Maximilian Hüsken und Florian Lechner noch einmal weiter entwickelt – läuferisch, spielerisch und taktisch. An ihrer Seite haben junge Akteure wie Dominik Meierl, Luis Rizzo und Michael Hölzl in der Bayernliga Fuß gefasst. Dazu kam ein glückliches Händchen bei der Verpflichtung neuer Leute: Kein Konkurrent in der vierthöchsten deutschen Spielklasse verfügt über zwei gleichermaßen überdurchschnittlich gute Torhüter wie David Albanese und Rückkehrer Martin Morczinietz. Die Neuzugänge Daniel Merl, Christian Heller und Stephan Englbrecht fügten sich von Beginn an optimal ins Team ein. Ondrej Horvath war auch in seiner vierten Saison beim ESC der unermüdliche Rackerer und zuverlässige Scorer, während sein tschechischer Landsmann Vladimir Zvonik über das Prädikat „solide“ nicht hinauskam.

Und welche Rolle spielte der Trainer dabei? Ludwig Andrä schweigt auf diese Frage. Er halte nur die Fäden zusammen, bringe seine Ideen ein. „Eigenlob ist nicht meine Sache“, betont der frühere Tölzer Bundesliga-Stürmer. In der Rückrunde habe sich seine Mannschaft heimstärker präsentiert und außerdem ihr Abwehrverhalten verbessert und deshalb weniger Gegentore kassiert. „Das hat mir gut gefallen“, sagt der gelernte Bank- und Immobilienkaufmann.

Auffällig war, dass der ESC gegen gute Kontrahenten wie Höchstadt, Peißenberg, Erding und Füssen punktete, aber gegen vermeintlich schwächere Gegner wie Schongau und Moosburg Federn ließ. „Gegen starke Teams tun wir uns halt leichter, weil wir nicht das Spiel machen müssen“, erklärt Andrä. Er war froh, dass seine Schützlinge mit dem 5:1 in Füssen gleich „den ersten von drei Matchbällen“ verwertet habe. Dass die Mannschaft den Sprung in die Verzahnungsrunde geschafft habe, sei ihr eigener Verdienst: „Die Jungs haben sich jedes Jahr weiterentwickelt und auch heuer von Beginn an super mitgezogen.“ Eine Basis sei auch das gute Sommertraining gewesen, betont Andrä: „Es kommt nicht von ungefähr, dass wir viele Partien im letzten Drittel für uns entschieden haben.“

Die Grundlage für ein gutes Abschneiden in der Verzahnungsrunde, die mit zwei Derbys beginnt (am Freitag daheim gegen Peißenberg und am Sonntag in Miesbach), ist für den Trainer ganz klar: „Die Defensive wird der Schlüssel zum Erfolg sein. Und die beginnt nicht erst in der Verteidigung.“ Andrä blickt den Duellen gelassen entgegen: „Wir können ohne Druck spielen. Keiner erwartet von uns, dass wir uns für die Play-offs qualifizieren – auch wenn das sensationell wäre.“ Seine Truppe werde in jede Partie als Außenseiter gehen. Dennoch sei ihm nicht bange: „Gegen Höchstadt, Peißenberg und Füssen haben wir heuer schon gepunktet. Und Miesbach ist zwar Oberligist, aber sicher nicht unschlagbar.“

Für den 45-Jährigen, der den EV Lindau und den Höchstadter EC als Favoriten einstuft, sind zwei Dinge wichtig: „Dass wir uns in allen Partien so teuer wie möglich verkaufen. Und dass dies auch von möglichst vielen Zuschauern honoriert wird.“

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