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Das geplante Picknick fiel ins Wasser, die Begehung fand dessen ungeachtet statt. 

Picknick im Regen

Erst wird die B11 verlegt, dann entsteht ein neues Stadtviertel

Bei einem Picknick  auf der Böhmwiese sollten die Pläne der B 11 besprochen werden. Das fiel ins Wasser, die Politiker schnappten sich aber einen Regenschirm und spazierten die geplante Trasse ab.

Geretsried – Die B 11 soll von der Brücke über den Schwaigwaller Bach auf Höhe des Stadtmuseums bis zum Kreisverkehr an der Staatsstraße 2369 nach Westen verlegt werden. In großer Runde wurde am Montag über die Realisierung des Großprojekts gesprochen.

Für die Baumaßnahme sind Kosten in Höhe von insgesamt 17,7 Millionen Euro veranschlagt, die der Bund zu 100 Prozent trägt. Bei einem verregneten Picknick auf der Böhmwiese sprachen Bürgermeister Michael Müller, CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, CSU-Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber, Vertreter des Staatlichen Bauamts Weilheim und Stadträte darüber, wie das Geld am effektivsten ausgegeben werden soll.

Neues Stadtviertel am S-Bahnhof

„Wir sind gerade dabei, unsere Hausaufgaben zu machen“, erklärte Bürgermeister Müller. Zielstrebig führte er die Gruppe zunächst auf den Feldweg hinter den Fußballtrainingsplätzen und verdeutlichte die Bedeutung der B11-Verlegung, die vor einem Jahr in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde (wir berichteten). Die Umleitung der Straße soll es laut Müller ermöglichen, neben dem geplanten S-Bahnhof an der Böhmwiese ein neues Stadtviertel zu entwickeln.

Schon 2013 wurde ein Masterplan für das Gebiet entworfen. Nun gilt es, weitere Planungen wie beispielsweise den Bau eines Park+Ride-Parkplatzes voranzutreiben. Erst dann kommen das Staatliche Bauamt Weilheim und das Bundesverkehrsministerium ins Spiel. Nach einem Planfeststellungsverfahren könnte dann 2024 der erste Spatenstich für die B11-Verlegung erfolgen.

Großer Platz am Rathaus

„Dort, wo jetzt die B11-Einfahrt am Rathaus liegt, wird ein großer Platz entstehen“, versprach Müller. Martin Bachhuber erkundigte sich, wie dann die Häuser am Forst unterhalb des Schwaigwaller Hangs an den öffentlichen Verkehr angebunden werden. Der Geretsrieder Rathauschef erklärte, dass die Anbindung über einen Ausbau der Geltinger Leitenstraße erfolgen wird.

Keine Rettung gibt es indes für den Fußballplatz des FC Geretsried. Denn darüber führt die neue B11, die ab dort in Richtung Wolfratshausen vierspurig verlaufen wird. Bundestagsabgeordneter Radwan lobte die Anstrengungen der Stadt, die Verlegung der B11 parallel mit der S-Bahn-Verlängerung zu planen. Wie berichtet, werden die drei Geretsrieder Bahnhöfe frühestens in zehn Jahren angefahren werden können. Uwe Fritzsch, Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, sagte der Stadt schon mal volle Unterstützung zu. „Die B11-Verlegung hat Priorität“, unterstrich er. Und: „Wir wollen den Zeitplan unbedingt einhalten“.

Noch nicht geklärt ist indes, ob Franz Fuchs, Besitzer von Gut Schwaigwall und Eigentümer der an die Böhmwiese angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen, den dafür notwendigen Grund abtritt. Welche rechtlichen Schritte bei einer Absage eingeleitet werden könnten, wollte zumindest am Montag noch keiner der B11-Picknicker verraten.

Peter Herrmann

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