Besuchergruppe im Hallenbad Geretsried
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Zwischen Startblöcken und Sprungbrettern: Im 40-Minuten-Takt führte das Hallenbad-Team Besuchergruppen durch das frisch eröffnete Hallenbad.

Öffentliche Führungen am Wochenende

Erste Besucher im neuen Hallenbad: So kommt es bei den Gästen an

In Straßenkleidung und blauen Überziehern für die Schuhe durfte am Wochenende jeder, der wollte, einen Blick ins neu eröffnete Hallenbad werfen. Das Interesse an den Führungen war groß.

Geretsried – Ganz leicht streicht Bademeister Alexander Kissel mit seinem Armband über das rote Lämpchen am Umkleideschrank. Schon wechselt es die Farbe zu Grün und der Spind öffnet sich. Hat man einmal seine Schranknummer vergessen oder will wissen, wie viel Badezeit einem noch verbleibt, scannt man mit dem Bändchen einfach über ein Info-Terminal im Umkleidetrakt und erhält alle Daten.

Großer Andrang bei öffentlichen Führungen

Modern, aber einfach zu handhaben, funktionell, doch optisch ansprechend präsentiert sich das neue interkommunale Hallenbad. Gemütlich Badende und Familien werden sich hier ebenso wohl fühlen wie sportliche Schwimmer und Turmspringer. Bei den öffentlichen Führungen durch das am Freitag eröffnete neue Sport- und Schulbad herrschte am Wochenende großer Andrang.

„Es war spannend, hinter die Kulissen zu schauen“, fand Leila Jürgensen (32). Die Wolfratshauserin nahm am Samstag mit ihrer Nichte Natalie (7), ihrem Neffen Dominik (4) und der Oma Margit Bauer (63) an einer Führung teil. Die Kinder wollten gleich in der ersten Woche zum Baden kommen, sagten sie. „Dann springe ich vom Dreimeterbrett“, kündigte Natalie an. Jürgensen selbst freut sich aufs Schwimmen. In München, wo sie vorher gewohnt habe, sei sie oft ins Hallenbad gegangen. 

Im 40-Minuten-Takt zeigten Betriebsleiter Dieter Bunthoff und Bademeister Alexander Kissel den Besuchern alles von der Kasse mit QR-Code-Lesegerät für die Luca-App bis hin zur Technik im Keller. Neben den Einzelumkleiden gibt es vier Sammelumkleiden für Schulklassen und Vereine, einige größere Familienumkleide und barrierefreie Kabinen für Menschen mit Behinderung.

Mit „Oh“ und „Ah“ durch die Schwimmhalle

Hat man alles verstaut und ist ins Badegewand geschlüpft – Kappe ist nicht nötig –, geht es erst einmal unter die Dusche. Die Sanitärräume sind in schickem Grau mit gelben Farbelementen gehalten. Praktisch sind die Regale für Handtücher und anderes im Eingangsbereich. So manches „Oh“ und „Ah“ war beim Betreten der Haupt-Schwimmhalle zu hören.

Groß, hell, blitzblank sauber ist das Herzstück des rund 19 Millionen Euro teuren Bads, an dem sich der Landkreis sowie die Kommunen Wolfratshausen, Königsdorf, Icking, Münsing, Eurasburg, Egling und Dietramszell finanziell beteiligt haben. Es wurde am Freitag offiziell eröffnet. Das 25 Meter lange und 12,5 Meter breite Wettkampf- und Schwimmbecken lädt zu ausgiebigen Schwimmeinheiten ein. Die zwei Reihen roter Fähnchen über den Bahnen seien für die Rückenschwimmer, erklärt Alexander Kissel – damit sie sehen, dass es jeweils nur noch fünf Meter bis zum Beckenrand sind. Die Wassertiefe beträgt zwei Meter. Dank eines Hubbodens kann sie aber im vorderen Bereich auf 70, 90 oder 120 Zentimeter reduziert werden – für Nichtschwimmer, unsichere Schwimmer und für Wassergymnastik, auf die sich einige der Besucher schon freuen.

Emma und Alfred Eitel (beide 79) aus Geretsried waren Stammgäste im alten Hallenbad, wie sie sagen. Sie seien eher unsichere Schwimmer, so die beiden gebürtigen Siebenbürger. Deshalb seien sie froh über den Hubboden. Beide lieben es, Wassergymnastik zu machen. „Das hält uns fit“, meinte Alfred Eitel. Er wie seine Frau würden sich wieder einen Warmbadetag mit über 30 Grad Wassertemperatur wünschen. Eine Sauna würden sie dagegen nicht vermissen.

Vom Training ausruhen lässt es sich auf den beheizten, bunt gefliesten Bänken entlang der Fensterfront. Der Bademeister erklärte das Zu- und Abluftsystem, das stets für angenehm warme, frische Luft in der Halle sorgt, immer ein Grad wärmer als in den Becken mit 28 Grad Celsius. Das zweite Becken ist das 3,80 Meter tiefe Sprungbecken mit Ein- und Drei-Meter-Brett. Je nach Wunsch können die Bretter federnd oder starr eingestellt werden.

Elf Mitarbeiter im Hallenbad beschäftigt

Zwischen Halle I mit den beiden Sportbecken und Halle II mit dem Familienbereich befindet sich das Büro des Betriebsleiters und der weiteren Fachangestellten für Bäderbetriebe, wie die Schwimmmeister korrekt heißen. Elf Mitarbeiter sorgen aktuell für das Wohl und die Sicherheit der Badegäste.

Farbenfroh und fröhlich wird es rund um das 40 Zentimeter seichte Kinder-Plantschbecken. Eine kleine Elefantenrutsche, zwei Katzen aus Plastik, Sitzhocker und ein Springbrunnen erwarten die jüngsten Wasserratten samt Eltern. Die Wände sind mit Marienkäfern bemalt. In einem extra Raum befinden sich Schwimmnudeln und anderes Wasserspielzeug.

„Auch zwei, drei kleine Attraktionen bereit“

Das 80 Zentimeter tiefe Becken nebenan für Schwimmanfänger, aber auch zum Entspannen, verfügt über Sprudelliegen und Massagedüsen. Hier herrschen angenehme 32 Grad. „Sie sehen, wir stellen in dem eher schlichten Schul- und Sportbad auch zwei, drei kleine Attraktionen bereit“, sagte Alexander Kissel. Die siebenjährige Natalie hätte am liebsten gleich einmal die blubbernde Sprudelliege ausprobiert.

Christine Haynes (63) aus Waldram hat mit Enkelin Amber einen Blick ins neue Hallenbad geworfen. Es gefalle ihr optisch sehr gut, sagte sie. Dass die umliegenden Kommunen gemeinsame Sache machten, findet sie vernünftig: „Es braucht nicht jeder sein eigenes, kleines Bad.“ Einziger Nachteil für die passionierte Schwimmerin: Haynes hätte gerne mehr öffentliche Badezeiten, vor allem in der Früh. Doch Schulen und Vereine belegen zahlreiche Termine, was auch verständlich sei.

Einen Einblick in die komplexe Technik des Bades, das „Kernstück“ des Hauses, wie es Kissel nannte, wird man wohl so schnell nicht wieder erhalten. Die Besucher zeigten sich beeindruckt von den vielen Rohren, Schaltern und Hebeln, die die Hygiene des Badewassers gewährleisten. Es wird in Geretsried nur mit Sandfiltern gereinigt. „Das Wasser befindet sich 24 Stunden lang in permanenter Umwälzung“, erklärte der Bademeister. Über ein ausgeklügeltes System werden Chlor und andere Chemikalien beigegeben, um einen konstanten ph-Wert zu haben. Die Temperatur in den Becken wird über eine Wärmeanlage geregelt.

Die Frage einer Seniorin, ob es einen Warmbadetag wie im alten Hallenbad geben werde, musste Kissel verneinen. Zum Abschied erhielten die Teilnehmer an den Führungen quietschgelbe Badeentchen und einen Eintrittsgutschein für eineinhalb Stunden. Einlösen können sie ihn bereits am Dienstag. Am 14. September startet der offizielle Badebetrieb. Es gilt die 3G-Regel. Öffnungszeiten und Preise gibt’s im Internet unter www.hallenbad-geretsried.de.

Tanja Lühr

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