+
Das Stadtteilfest in Stein war eines der Highlights für FSJlerin Franziska Kovacevic.

„Es ist eine Selbstfindungsphase“

Das erzählt eine Geretsriederin über ihr Freiwilliges Soziales Jahr

  • schließen

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendet Franziska Kovacevic ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Geretsrieder Trägerverein für Jugend- und Sozialarbeit. Ihr Fazit: „Diese Erfahrung empfehle ich jedem.“

Geretsried – Egal ob Hausaufgabenbetreuung, Mädchentag, Zirkusworkshop oder Stadtteilfest: Während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) beim Trägerverein für Jugend- und Sozialarbeit in Geretsried engagierte sich Franziska Kovacevic überall. „Es hat immer Spaß gemacht“, sagt die Geretsriederin beim Pressegespräch am Montag im Jugendtreff Ein-Stein. „Aber ich habe auch gelernt, wo meine Grenzen sind.“ Gerade deshalb sei die Zeit so sinnvoll: „Sie dient der Orientierung“, erklärt die 20-Jährige. „Man findet sehr schnell heraus, was gefällt und was nicht.“

„Ich habe sehr viele Menschen kennengelernt“

Franziska Kovacevic hat beim Trägerverein für Jugend- und Sozialarbeit ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.

Nach der Mittleren Reife machte die junge Frau eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin. „Aber eigentlich wollte ich schon immer im sozialen Bereich arbeiten“, sagt Kovacevic. Über ihre Schwester und ihre Mutter, die sich beide im Trägerverein engagieren, wurde sie auf das FSJ aufmerksam. Ihre Aufgaben waren vielfältig: Am Vormittag unterstützte sie die Lehrer an der Isardamm-Grundschule, nachmittags stand Verschiedenes an. Kovacevic arbeitete im Büro, half bei Veranstaltungen, spielte mit den Kindern und Jugendlichen Karten und hatte ein offenes Ohr für deren Sorgen und Nöte. 

Zwischendrin standen Seminare und Exkursionen wie beispielsweise zum Bundestag nach Berlin auf dem Programm. Diese Bildungstage werden von der Evangelischen Jugend München organisiert, die das FSJ-Programm betreut. „Das war toll. Ich habe sehr viele Menschen kennengelernt“, freut sich Kovacevic. Außerdem geben die Treffen einen guten Überblick über soziale Arbeitsfelder. „Ein bisschen traurig bin ich schon darüber, dass das Jahr jetzt vorbei ist“, resümiert die Geretsriederin.

„Ein Pluspunkt im Lebenslauf“

Rudi Mühlhans geht es ähnlich. Der Geschäftsführer des Trägervereins ist sehr zufrieden mit seiner freiwilligen Helferin: „Sie zeigte immer vollen Einsatz.“ Vom Orientierungsjahr profitiere nicht nur der FSJler, sondern auch die jeweilige Einrichtung. Mühlhans rät allen, die nach dem Schulabschluss nicht wissen, wie es weitergehen soll, zu einem FSJ. „Es ist eine Selbstfindungsphase“, sagt der 50-Jährige. Ein weiterer Vorteil: „Das Angebot ist ein Pluspunkt im Lebenslauf. Es zeigt, dass ich bereit bin, mich in der Gesellschaft zu engagieren.“

Auch Kovacevic ist überzeugt, dass ihr Freiwilligendienst geholfen hat, um an der Wolfratshauser Heilerziehungspflegeschule angenommen zu werden. Dort wird sie ab September wieder die Schulbank drücken. Parallel dazu macht die 20-Jährige ihr Fachabitur. Vielleicht hängt sie im Anschluss daran noch ein Studium. Was Kovacevic durch ihr FSJ jetzt schon weiß: Ein sozialer Beruf ist ihr Traumjob. „Und obwohl meine Zeit hier vorbei ist, werde ich immer mal wieder im Jugendtreff vorbeischauen“, ist sie sich sicher.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ohne Wahlhelfer geht nichts: Eine Bürgerpflicht
Damit die Bundestagswahl möglichst reibungslos abläuft, sind im Wahlkreis 223 (Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach) rund 1900 Wahlhelfer im Einsatz. Einer von ihnen ist …
Ohne Wahlhelfer geht nichts: Eine Bürgerpflicht
Britin darf erstmals zur Bundestagswahl gehen
Seit dem 13. Februar dieses Jahres ist Vanessa Magson-Mann deutsche Staatsbürgerin. Die gebürtige Britin – sie lebt seit 26 Jahren in der Bundesrepublik – darf also am …
Britin darf erstmals zur Bundestagswahl gehen
Seminar St. Matthias: Wie die Schule sich verändert hat
Das Seminar St. Matthias feiert 90-jähriges Bestehen. Im Gespräch blickt Stiftungsdirektor Professor Joachim Burkard zurück.
Seminar St. Matthias: Wie die Schule sich verändert hat
Mit dem Altlandrat durch die Region
Anekdoten auf den Nebenstraßen gab es vor Kurzem zu hören: Den Seniorenausflug durch die Heimat begleitete Altlandrat Manfred Nagler als Reiseleiter.
Mit dem Altlandrat durch die Region

Kommentare