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Ein Meister der Dichtkunst: Yannik Sellmann aus München. 

PiPaPo-Festival

Es darf geslammed werden

Geretsried - Beim ersten Poetryslam in der Kulturbühne Hinterhalt trug Yannik Sellmann den Sieg davon - ein Volblutnerd, der dichten kann. 

Gelting– Gut besucht oder gar ausverkauft: Ausnahmslos alle Veranstaltungen des diesjährigen PiPaPo-Festivals wurden vom Publikum sehr gut angenommen, obwohl der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) so manches risikoreiche Experiment eingegangen war. Er folgte seinem Credo: keinen Mainstream.

So starteten die PiPaPo-Tage mit dem schwierigen Theaterstück „Herr Metitsch“, es gab Volkstanz im Autohaus, und am Sonntag endete das Festival mit dem ersten Poetry Slam in der Geschichte der Kulturbühne Hinterhalt. Über die neuen Medien waren die Slammer-Fans auf den Abend im Hinterhalt aufmerksam geworden und zahlreich zum Dichter-Wettbewerb gekommen. Durch den Abend führte Ko Bylanzky, ein Slam-Master, der regelmäßig die angesagten Poeten der Szene zu einem Wettkampf der modernen Lyrik einlädt.

Poetry-Slams entstanden in Chicago und haben sich seit 1996 auch in Deutschland etabliert. Das „Substanz“, ein Club in München, ist quasi die Wiege der deutschsprachigen Slams. Der Ablauf ist fest geregelt: Zwei Gruppen mit jeweils vier Poeten dürfen à sechs Minuten ihr gesprochenes Wort ohne Hilfsmittel, ohne Kostümierung, ohne sonstige Requisiten vortragen. Danach entscheidet der Beifall des Publikums, wer ins Finale kommt.

Die Texte sind skurill, die Sprache schnell 

Slammer sind moderne Dichter, die sich teils anhören wie coole Rapper. Es gilt das frei gesprochene oder abgelesene Wort. Die Texte sind skurril, humorvoll, nachdenklich, wachrüttelnd, politisch. Die Sprache ist schnell, intensiv und oft mahnend, als würden die Slammer jeden Atemzug in ihrem Zeitlimit nutzen, um im Highspeed-Modus verbal zu überzeugen.

Für die 29-jährige Poetin Biggi Rohm aus Freiburg ist Dichtung „die schönste Form der Vergänglichkeit“. Doch überzeugen konnte Veronika Rieger aus Garmisch, die in ihren „Erinnerungen an die Schulzeit“ vor der zunehmend schleichenden Bedrohung rechter Gewalt mahnte und wortgewaltig an die Intelligenz der Gesellschaft appellierte. Sie kam mit dem 22-jährigen Yannik Sellmann aus München ins Finale.

Sellmann konnte schließlich als „Vollblut-Nerd“ mit seiner höchst amüsanten Beschreibung einer „You-Tube-Channel-Karriere“ das Publikum zu Beifallsstürmen bringen und siegte. Sellmann ist amtierender bayerischer Meister im Slammen und wurde am Samstag neuer Münchner Stadtmeister. 

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