Geldscheine
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8,6 Millionen Euro fehlen bei der Gewerbesteuer im Geretsrieder Stadtsäckel

Auswirkung von Corona

Es fehlen 8,6 Millionen Euro: Gewerbesteuer in Geretsried bricht ein

  • Doris Schmid
    VonDoris Schmid
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In der Stadtkasse herrscht Ebbe: Die Pandemie belastet die Kommunen stark. In Geretsried fehlen mehrere Millionen Euro aus der Gewerbesteuer.

Die Corona-Pandemie belastet die Kommunen stark. Wie sich die Pandemie auf die finanzielle Situation der Stadt Geretsried im ersten Quartal 2021 ausgewirkt hat, darüber gab Rathausmitarbeiter Thomas Schmid im Haupt- und Finanzausschuss einen Überblick.

Für das Geschäftsjahr 2021 rechnet der Controller zwar mit 18,3 Millionen Euro an Gewerbesteuer (Haushaltsansatz: 16,5 Millionen Euro). Aber laut Schmid liegt das an einem großen Gewerbebetrieb mit einer Nachveranlagung aus dem Veranlagungszeitraum 2019. „Allein dieser Effekt sind 1,1 Millionen“, erklärte der Experte in der jüngsten Sitzung. Und: Es handle sich bei der Gewerbesteuer überwiegend um die Veranlagungszeiträume 2019. „Insofern – nicht verleiten lassen“, mahnte Schmid. Denn trotz „dieser guten Zahlen fehlen uns pandemiebedingt bereits 8,6 Millionen Euro an Gewerbesteuer“.

Im Rathaus fehlen Mitarbeiter - das spart Geld

Einsparen kann die Kommune bei den Personalkosten, aber das eher ungewollt. „Mangel macht sich auch in der Stadt Geretsried bemerkbar“, sagte Schmid, „hier sind viele Stellen offen.“ Die Besetzungsquote wird sich Ende des Jahres in etwa auf dem gleichen Wert einpendeln wie Anfang des Jahres (85,5 Prozent). Aufgrund der nicht besetzten Stellen wird die Stadt vermutlich 1,5 Millionen Euro weniger aufwenden als angenommen; trotzdem steigen die Personalkosten beispielsweise durch die Zahlung einer Großraumzulage.

Die liquiden Mittel der Kommune betrugen am Jahresanfang noch 27,8 Millionen Euro. Diese sind bislang um 10,8 Millionen Euro geschrumpft, was nicht zuletzt an den Mindereinnahmen aus der Gewerbesteuer liege. Aber Schmid schätzt, dass sich 2,9 Millionen Euro mehr als angenommen am Ende des Jahres im Stadtsäckel befinden werden (17 anstatt 15,2 Millionen Euro).

Hoffnung: Ende 2021 wird die Stadt „besser dastehen“

Positiv entwickelt sich der Schuldenstand. Die Hochrechnung aufs Geschäftsjahr ergebe einen Stand von elf Millionen Euro (Anfangsbelastung: knapp 13 Millionen Euro). 1,89 Millionen Euro konnten bereits getilgt werden. „Von den 26 Darlehen sind zwei vollständig zurückgezahlt“, berichtete der Controller.

Lesen Sie auch: Das Interkommunale Hallenbad steht vor der Eröffnung - der Eintritt wird vergleichsweise günstig ausfallen.

Ende 2021 werde die Stadt „besser dastehen“, fasste Schmid zusammen. Aber das dicke Ende komme erst noch, sagte er mit Blick auf die bevorstehenden Jahre.  nej

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