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Im letzten Duell gegen den EC Bad Kissingen behielten die River Rats um Daniel Merl (vorne) mit 6:4 die Oberhand. Doch am heutigen Freitag müssen die Geretsrieder erst eine sechsstündige Busfahrt aus den Beinen bekommen.

Eishockey

ESC: 440 Kilometer Anfahrt zum Auswärtsspiel

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Der EC Bad Kissingen hat seine Bayernliga-Partie gegen die Geretsrieder River Rats ins hessische Lauterbach verlegt - mit Genehmigung des Verbands.

Geretsried– Beide sind bayerische Eishockeyvereine, aber eigentlich haben der ESC Geretsried und der EC Bad Kissingen so überhaupt nichts gemeinsam. Während die River Rats auf eine lange Tradition und erfolgreiche Nachwuchsarbeit verweisen können, verlassen sich die Wölfe seit ihrem Aufstieg in die Bayernliga im vergangenen Jahr ausschließlich auf eingekaufte und eingedeutsche Akteure und schieben als Feigenblatt für die vorgeschriebene Nachwuchsarbeit eine Kooperation mit dem ESC Haßfurt vor.

Ein Schicksal allerdings eint die beiden Klubs – sie haben derzeit kein eigenes Eisstadion. Während in Geretsried bekanntermaßen die Sanierung der heimischen Arena noch andauert, sind die Bad Kissinger schon im Sommer von dem privaten Stadioneigentümer ausgesperrt worden. Bislang absolvieren die Unterfranken ausschließlich Auswärtsspiele oder tragen ihre Heimpartien in benachbarten Eishallen aus. So auch das Duell am heutigen Freitag, das für 20.30 Uhr im hessischen Lauterbach – 25 Kilometer nordwestlich von Fulda – angesetzt wurde. „Ein Wahnsinn“, sagt ESC-Trainer Sebastian Wanner angesichts der bevorstehenden 440 Kilometer langen und sechs Stunden dauernden Anreise. Immerhin hatte der Bayerische Eissportverband den Geretsrieder noch die Wahl gelassen – entweder am Freitagabend oder am Samstag um 14 Uhr. Es sei aber nur eine Ausnahmesituation, denn Bad Kissingen werde wohl in zwei Wochen wieder ins eigene Stadion zurückkehren dürfen. „Es sieht wohl so aus, als sind wir die Einzigen, die diese Kröte schlucken müssen“, sagt Wanner. Er sieht die Situation deshalb pragmatisch: „Wir fahren um 12.45 Uhr los, und wenn wir erst um 20 Uhr in Lauterbach sind, ist es halt so.“

Doch egal, wann die River Rats aufs Eis gehen – „zuerst einmal geht es darum, die Bus-Beine loszuwerden und nicht gleich in Rückstand zu geraten“, betont der Coach. „Das erste Drittel müssen wir überstehen.“ Wie, das hat Wanner seiner Mannschaft klar gemacht: „Wir müssen von der Strafbank wegbleiben.“ Die Bad Kissinger um ihren 45-jährigen Spielertrainer Mikhail Nemirovsky seien eine routinierte Truppe. „Die stürmen nicht drauf los, die lauern auf ihre Chance“, warnt Wanner.

Er ist froh, heute Abend wieder auf eine Reihe von Rekonvaleszenten zurückgreifen zu können. „Unsere Grippekranken sind wieder alle da, aber natürlich noch nicht fit“, sagt der 42-Jährige, dessen Team in dieser Woche nur ein einziges Eistraining absolvieren konnte. Allerdings fallen mit Kapitän Martin Köhler (Fußprellung) und Verteidiger Ondrej Stava (Oberschenkelprellung) zwei Leistungsträger aus.

River Rats Geretsried

Albanese, Morczinietz – Fuchs, Englbrecht, Jorde, Merl, Tauber, Rieger, Gania – Strobl, Horvath, S. Rizzo, Berger, Reiter, May, Hölzl, Bursch, Merker, Hochstrasser.

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