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„Das ist eine wirklich tolle Herausforderung, auf die ich mich freue“: Rudi Sternkopf (53), neuer Trainer von Eishockey-Bayernligist ESC Geretsried, will nach den Pfingstferien mit seiner Mannschaft das Training aufnehmen.

Eishockey

ESC-Coach Sternkopf: „Bin ein Freund des offensiven Eishockeys“

  • Thomas Wenzel
    vonThomas Wenzel
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Im Interview spricht der neue Trainer des Geretsrieder Eishockeyteams, Rudi Sternkopf, über seine Karriere und seine Pläne. 

Geretsried – Er zählt zu den erfolgreichsten Geretsrieder Eishockeyspielern überhaupt, war neun Jahre als Profi unter anderem in der damaligen 1. und 2. Bundesliga aktiv und arbeitete als Trainer bei verschiedenen Klubs in der Ober- und Bayernliga. Zuletzt war es ruhig geworden um Rudi Sternkopf, der jedoch in der kommenden Saison ein Comeback als Coach der Geretsrieder River Rats gibt. Im Interview mit Sportredakteur Thomas Wenzel spricht der 53-Jährige über Vergangenheit und Zukunft.

Herr Sternkopf, willkommen zurück in Geretsried! Wie kam der Kontakt zum ESC zustande?

Die Verantwortlichen, und hier der Sportliche Leiter Peter Holdschik, sind auf mich zugekommen, nachdem der Verein bekanntermaßen den Vertrag meines Vorgängers Sebastian Wanner nicht verlängert hatte.

Wie haben Sie auf das Angebot reagiert?

Ich habe nicht lange überlegen müssen, sondern zugesagt. Das ist wirklich eine tolle Herausforderung, auf die ich mich freue.

Ihr Name machte schon ein paar Wochen die Runde, doch die Bekanntgabe verzögerte sich?

Es gab ein paar Angelegenheiten, die ich klären musste. Persönliche und berufliche.

Ein Blick zurück: Sie waren in der Saison 2004/05 schon einmal Trainer bei Ihrem Heimatverein. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

Eigentlich gute. Am Anfang der Saison gab es ein paar Probleme, weil ich das Spielsystem umgestellt habe. Aber da haben wir dann doch schnell eine Lösung gefunden.

Es wurde letztlich eine erfolgreiche Bayernliga-Saison, die der TuS damals mit Routiniers wie Juris Opulskis, Arthur Scheid und Sergej Tchoudinov immerhin als Tabellenvierter abschloss ...

Richtig. Die Mannschaft hat dann auch so Eishockey gespielt, wie ich es mir vorgestellt habe.

Sie waren anschließend bei verschiedenen Vereinen tätig. Was waren die Hochs und Tiefs?

Beim TSV Peißenberg war ich zweimal als Coach, das waren erfolgreiche Zeiten. Außerdem war ich zwei Jahre beim TSV Erding hauptamtlich als Trainer tätig, ebenso beim TEV Miesbach. Dort hat es dann beim zweiten Mal leider nicht mehr so gut geklappt. Hauptberuflich unter Vertrag war ich auch in der Oberliga beim Deggendorfer EC, aber da haben sich leider unsere Wege auch vorzeitig getrennt.

Sie waren seit 2014 ohne Verein. Wie kam das, gab es keine Anfragen?

Zuerst wollte ich eine Pause vom Eishockey einlegen, um den Kopf frei zu bekommen. Es gab schon Angebote, aber nicht von Klubs aus der näheren Umgebung. Und ich wollte nicht von meiner Familie getrennt sein. Somit hat sich die Auszeit dann verlängert. Und wenn man als Trainer mal zwei Jahre oder länger raus aus dem Geschäft ist, gerät man auch ein wenig in Vergessenheit.

Haben Sie denn den Werdegang des ESC verfolgt?

Ja, sicherlich. In der vergangenen Saison war ich bei jedem Heimspiel. Das hat auch Spaß gemacht in dem schönen neuen Eisstadion. Und auch, dass man viele alte Bekannte trifft.

Sie haben noch viele Kontakte?

Natürlich. Schließlich stehe ich noch regelmäßig mit den Alten Herren des ESC auf dem Eis.

Haben Sie für Ihre künftige Trainertätigkeit bestimmte Vorstellungen, zum Beispiel in personeller Hinsicht?

Die Mannschaft wird ja weitgehend zusammenbleiben, bis auf die beiden Kontingentspieler Ondrej Stava und David Hrazdira. Wir wollen im Idealfall noch zwei Verteidiger und einen Stürmer als Verstärkungen holen.

Und wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Auch dieses Thema hat für mich Priorität, denn wir wollen möglichst viele Eigengewächse aus Geretsried und der Umgebung ins Team einbauen und ihnen Eiszeit geben.

Was schwebt Ihnen als taktisches Konzept vor?

Ich bin ein Freund des offensiven Eishockeys. Wir wollen schnörkellos und erfolgreich spielen, durch eigene Aktivität den Gegner zu Fehlern zwingen und durch schnelle Pässe nach vorne kommen. Aber natürlich darf man dabei die eigene Defensive nicht aus dem Auge verlieren.

Wann geht’s eigentlich los mit dem Sommertraining?

Die Jungs haben bereits Trainingspläne erhalten und können sich individuell vorbereiten. Nach den Pfingstferien soll es das erste Treffen geben, angedacht sind drei gemeinsame Einheiten pro Woche. Aber da muss man halt erst einmal schauen, welche Hygiene- und Abstandsregelungen wir einhalten müssen. Und ich als Trainer muss natürlich darauf achten, dass wir nur kontaktlose Übungen absolvieren.

Momentan wird darüber diskutiert, ob Eishockey zum Schutz vor Infektionen nur noch mit Vollvisier gespielt werden soll. Wie stehen Sie dazu?

Das ist prinzipiell eine gute Idee. Aber für die Spieler selbst wird es natürlich hart – wenn es da im Training oder Spiel in die Vollbelastung geht, wird das Atmen sicherlich schwer fallen.

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