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Nach dieser Saison ist Schluss: Verteidiger Hans Tauber (re.) möchte mit den Geretsrieder River Rats noch die Pre-Play-offs erreichen.

Eishockey

ESC-Routinier Tauber: „Wir schielen mit einem Auge in Richtung Pre-Play-offs“

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Im Interview spricht Geretsrieds Verteidiger Hans Tauber (34) über eine beschwerliche Saison, seine Rolle im Team und die Freude über die Tabellenführung in der Bayernliga-Abstiegsrunde.

Geretsried – Riesig war der Jubel bei den Geretsrieder Eishockeycracks am Freitag nach dem 5:2-Erfolg gegen den ESC Dorfen: Haben sie doch mit diesem Heimsieg die erste Hälfte der Bayernliga-Abstiegsrunde als ungeschlagener Tabellenführer abgeschlossen und damit den Klassenerhalt so gut wie in der Tasche. Über eine bislang turbulente Saison sprach Sportredakteur Thomas Wenzel mit Hans Tauber. Der 34-jährige Verteidiger und Assistenzkapitän des ESC, von Beruf Abteilungsleiter in einer Baierbrunner Firma für Parfüm-Rohstoffe, hat bereits zu Oberliga-Zeiten für die River Rats die Schlittschuhe geschnürt und seitdem mit einer Zwischenstation beim EV Fürstenfeldbruck zirka 350 Partien in der Bayernliga- und Landesliga bestritten.

Herr Tauber, Glückwunsch zu der gelungenen Hinrunde. War das zu erwarten?

Dass es so gut läuft für uns, konnte man nicht vorhersehen. Zumal wir ja auch starke Konkurrenten haben. Aber es ist schon toll, dass wir von 18 möglichen Punkten 17 geholt haben.

Der Schlüssel zum Erfolg war sicherlich die stabilere Defensive?

Ja, das stimmt. Es hatte sich schon zum Ende der Punktrunde abgezeichnet, dass wir kompakter auftreten und die Zusammenarbeit zwischen Abwehr und Angriff besser funktioniert.

Sie spielen ja meist im dritten Block. Wie gefällt Ihnen die Rolle neben jüngeren Kollegen oder gar Junioren?

Es macht mir viel Spaß, vor allem mit meinem Verteidigerkollegen Luis Rizzo. Er denkt einfach mit während des Spiels, antizipiert viele Aktionen. Und mit dem Josef Reiter haben wir einen Mittelstürmer, der richtig Schwung reinbringt. Spaß machte es auch mit den ganz Jungen wie Paul Gania, Xaver Hochstrasser und Maxi Rieger. Da freute es mich, dass sie die Tipps von einem älteren Kollegen annehmen (lacht).

Das war ja nicht abzusehen, dass es so gut läuft. Zu Beginn dieser Saison musste man beim ESC viel improvisieren?

Ja, die langen Fahrten nach Mittenwald und späten Trainingszeiten dort und in Bad Tölz – oft von 22 bis 23 Uhr – waren schon beschwerlich. Das war ja jedes Mal ein Aufwand wie bei einem Auswärtsspiel. Aber das Jammern hätte uns auch nicht geholfen – wir wussten ja, dass so etwas auf uns zukommen wird.

Mit der Rückkehr ins renovierte Heinz-Schneider-Eisstadion ist dann quasi der Knoten geplatzt?

Logisch, wenn du endlich wieder in Deiner eigenen Kabine sitzen kannst, im eigenen Stadion trainiert, auf der Tribüne die bekannten Gesichter siehst – dann geht vieles leichter.

Und: Wie gefällt Ihnen das Stadion jetzt?

Super, wenn es einmal komplett fertiggestellt ist, dann ist es mit Sicherheit ein Schmuckstück das seinesgleichen sucht in der Bayernliga.

Aufgrund der schwierigen Vorbereitung waren die River Rats wieder relativ spät auf 100 Prozent ihres Leistungsvermögens. Wäre Ihrer Meinung nach dennoch der Sprung in die Play-offs möglich gewesen?

Das ist schwer zu beurteilen. Aber wir haben sicherlich eine Reihe von Punkten unnötige abgegeben. Ich denke da an das 1:2 gegen Peißenberg in der Mittenwalder Halle. Oder die 2:4-Heimniederlage gegen Schongau.

Ausgerechnet im letzten Match in Dorfen hat sich dann Topscorer Ondrej Horvath schwer verletzt ...

Ja, das war ein Schock für uns alle. Einen Mann wie Ondrej kann man nicht so leicht ersetzen – weder sportlich, noch menschlich.

Aber der neue Mann, David Hrazdira, hat sich ganz gut eingefunden?

Er ist ein ganz andere Spielertyp als Ondrej. Aber es macht Spaß mit ihm – er agiert sehr intelligent auf dem Eis, geht viele Wege, um immer anspielbar zu sein. Eine super Verstärkung!

Er spricht offenbar nur tschechisch? Können Sie da weiterhelfen?

(lacht) Leider nein, ich kann nur „Hallo“ sagen oder ein Bier bestellen. Aber mein Vater spricht tschechisch und hat sich nach seiner Ankunft ein bisschen um David gekümmert.

Was glauben Sie: Wie weit wird der ESC heuer noch kommen?

Wir wollen so lange spielen, wie es möglich ist. Wenn wir konzentriert und effektiv auftreten, dann kann die Reise noch weit gehen. Und klar: Mit einem Auge schielen wir schon in Richtung Pre-Play-offs.

Und wie sieht es bei Ihnen persönlich aus: Werden Sie nächste Saison wieder für die River Rats auflaufen?

Nein, ich werde wohl meine Karriere beenden. Es ist im Laufe der Jahre immer schwieriger geworden, das Eishockey mit Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Schade, aber bleiben Sie dennoch dem ESC erhalten?

Ja, ich denke schon Ich habe bereits in der vergangenen Saison als Co-Trainer beim U20-Team mitgearbeitet. Den C-Schein habe ich schon; irgendwann möchte ich auch noch die B- und A-Lizenz erwerben.

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