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Trifft Dietmar Schach eine Schuld?

Fall Sieber:Ex-Chef steht vor Gericht

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Der ehemalige Eigentümer der Großmetzgerei Sieber, Dietmar Schach, muss sich an diesem Montag vor dem Amtsgericht Wolfratshausen verantworten. Ihm wird vorgeworfen, gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz verstoßen zu haben. 

Geretsried – Die Firma Sieber ist Geschichte: Im Juni vergangenen Jahres musste die Großmetzgerei an der Böhmerwaldstraße in Geretsried Insolvenz anmelden, Ende September wurden die letzten Mitarbeiter entlassen. Jetzt beginnt die juristische Aufarbeitung.

Den Strafbefehl über 15 Tagessätze à 15 Euro hatte Schach nicht akzeptiert. Hätte er ihn akzeptiert, wäre dies einem Geständnis gleichgekommen. Daher wird jetzt verhandelt – mit dem Risiko, dass die Strafe höher ausfällt als im Strafbefehl festgesetzt.

Tief betroffen trat Dietmar Schach am 31. Mai 2016 vor die Presse. Ab heute muss sich der ehemalige Chef der Großmetzgerei Sieber vor Gericht verantworten.  

Der Fall Sieber hatte im Sommer vergangenen Jahres bundesweit Aufsehen erregt. Nach Ansicht der Behörden brachte die Firma verunreinigte Wurstwaren in Verkehr. Konkret ging es um den Verdacht, dass auf dem Werksgelände die Produkte mit Listerien verunreinigt werden. Dabei handelt es sich um Bakterien, die eine Krankheit namens Listeriose auslösen können. Diese Krankheit ist für gesunde Erwachsene eher harmlos, bei Ungeborenen, Babys, Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann sie schlimmstenfalls tödlich enden. Im Mai zog das Landratsamt die Konsequenz und verhängte zum Verbraucherschutz einen totalen Produktions- und Vertriebsstopp. Davon erholte sich die Firma nicht.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft München II stützt sich auf ein Wammerl der Firma Sieber, das im März 2016 in Nürnberg positiv auf Listerien getestet worden war. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hätte Inhaber Dietmar Schach zu diesem Zeitpunkt bekannt sein müssen, dass die Gefahr einer Verunreinigung besteht – und daher eine potenzielle Gefahr für die Verbraucher. Zumindest habe er diese billigend in Kauf genommen. „Wir gehen daher von bedingtem Vorsatz aus“, erklärt Andrea Grape, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft München II.

Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr im Sitzungssaal 1 des Amtsgerichts. Der vorsitzende Richter ist Helmut Berger. Es sind zwei Prozesstage angesetzt, am Montag und Mittwoch soll verhandelt werden. Vertreten wird Dietmar Schach von zwei Rechtsanwälten: Dr. Martin Hintermayer sowie Andreas Meisterernst, beide aus München. Schach hatte stets seine Unschuld beteuert. Nach seiner Ansicht konnte der Nachweis, dass es zur Verunreinigung des fraglichen Wammerls in Geretsried gekommen ist, niemals geführt werden. Er fühlt sich als Bauernopfer der Politik.

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