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Seit einigen Tagen ruht die Produktion bei der Großmetzgerei Sieber in Geretsried

Insolvenz nach Listerien-Skandal

Der Fall Sieber: Es gab schon länger Probleme

Geretsried – Laut Geschäftsbericht 2014 hat Eigentümer Dietmar Schach unter anderem seine Lebensversicherung an eine Bank abgetreten. Zum Jahresabschluss wies die Bilanz Verbindlichkeiten in Millionenhöhe aus.

Der Wurst- und Fleisch-Hersteller Sieber in Geretsried (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) hatte wohl schon länger wirtschaftliche Probleme. Aus dem im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht der Firma für das Jahr 2014 geht hervor, dass Eigentümer Dietmar Schach unter anderem seine Lebensversicherung an eine kreditgebende Bank abgetreten hatte.

Schach räumt im Bundesanzeiger eine „seit Jahren rückläufige Umsatzentwicklung im klassischen Wurstmarkt“ ein. Deshalb habe die Firma eine neue, vegetarische Produktlinie unter dem Oberbegriff „Vegetaris“ entwickelt – diese Marke war allerdings ebenfalls an eine Bank verpfändet worden. Zum Jahresabschluss am 31. Dezember 2014 wies die Bilanz Verbindlichkeiten in Höhe von sieben Millionen Euro aus.

Betriebsversammlung am Montag

Sieber hatte am Dienstag Insolvenz angemeldet. Aktueller Auslöser der Unternehmenskrise war der Fund von Listerien im Wammerl (wir berichteten). Der Staatsanwalt ermittelt wegen lebensmittelrechtlicher Verstöße.

Als vorläufiger Insolvenzverwalter fungiert der Anwalt Josef Hingerl aus Wolfratshausen, der am Mittwoch fünf Stunden lang mit Eigentümer Dietmar Schach sprach. Derzeit werde geprüft, ob eine Wiedereröffnung der Produktion möglich sei. Am Montag wird es eine Betriebsversammlung geben.  

cce/dw

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