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Griff zum Stift und machte sich Notizen: Bürgermeister Michael Müller (li.) bei seiner Sprechstunde auf dem Neuen Platz.

Reihe „Dein Geretsried - Dialog direkt“

Familie sucht dringend Wohnung - Bürgermeister hat konkrete Empfehlung

In der Reihe „Dein Geretsried - Dialog direkt“ waren am Wochenende Stein und der Neue Platz dran. Bürgermeister Michael Müller notierte sich die Anliegen der Bürger. Für einen Familienvater hatte er direkt einen Rat.

Geretsried – Am Neuen Platz und in Stein machte Bürgermeister Michael Müller am Wochenende Station mit seiner Bürgersprechstunde unter freiem Himmel. Die Reihe „Dein Geretsried – Dialog direkt“ wurde dort etwas weniger gut angenommen als eine Woche zuvor in Gelting.

Neuer Platz

Es gab zwar ein Zelt zum Unterstellen. Doch bei Regen und Hagel war am Freitagnachmittag kaum jemand auf dem Neuen Platz unterwegs. Florian Sachers, der vor Ort ein Büro für Tragwerksplanung betreibt, nutzte die Gelegenheit, den Bürgermeister auf die schlechte Breitbandversorgung in Teilen Geretsrieds hinzuweisen. Michael Müller erklärte, wenn ein sogenannter eigenwirtschaftlicher Ausbau – etwa durch Telekom oder Kabel Deutschland – vorliege, könne die Stadt nichts machen. Der Rathauschef versprach jedoch, beim zuständigen Anbieter nachzufragen.

Enttäuschen musste er Anwohner Jürgen Schierholz, der sich erkundigte, ob eine Chance bestehe, den Wochenmarkt wieder auf den Neuen Platz zu bringen. Müller: „Dafür ist hier zu wenig Frequenz.“ Richard Oberhollenzer hatte ein Anliegen, das Gartenberg betrifft. Der Rentner wünscht sich eine längere Grün-Phase für die Fußgängerampel an der Kreuzung Jahnstraße/Adalbert-Stifter-Straße. Außerdem hätte er gerne einen kombinierten Rad- und Fußweg entlang der Jahnstraße, weil er sagt, gerade im Kreuzungsbereich würden abbiegende Autofahrer oft keine Rücksicht auf Radler nehmen.

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Nachdem aufgrund eines heftigen Regenschauers niemand mehr zum Bürgermeister und seinem Team ins Zelt kam, wurde Müller „proaktiv“, wie er es nannte. Mit einigen Geretsried-Lebkuchenherzen im Gepäck suchte er die Händler auf, um sie zu fragen, wie zufrieden sie mit dem umgestalteten Neuen Platz sind. Rita Gubo vom gleichnamigen Schmuckgeschäft sagte, sie freue sich immer über die spielenden Kinder am Brunnen, wenn sie aus dem Fenster ihres Ladens schaut. Die vier Behindertenparkplätze direkt vor ihrem Geschäft erscheinen ihr etwas viel. „Manche ältere Kunden, die keinen Behindertenausweis haben, würden auch gerne nah parken. Man könnte vielleicht zwei Plätze wieder freigeben“, schlug sie vor. Ansonsten wünscht sie sich nur etwas mehr Grün für den Platz. Müller sagte zu, dass die Stadt demnächst Blumenkübel aufstellen werde.

Einem Bürger, der dringend eine bezahlbare Wohnung für seine vierköpfige Familie sucht, empfahl Müller, auf die Fertigstellung der Siedlung auf dem ehemaligen Lorenz-Areal an der Banater Straße zu warten. Die ersten Wohnungen sollen in der zweiten Jahreshälfte 2020 bezugsfertig sein. „Es gilt dort ein Erstbelegungsrecht für Geretsrieder“, versprach Müller. Bei der Gelegenheit warb er um Verständnis, wenn der Stadtrat die Verdichtung von Wohnvierteln zulasse: „Keiner möchte, dass vor seiner Haustür gebaut wird, aber gleichzeitig suchen zahllose Bürger eine Wohnung.“

Stein

In Stein stieß die Bürgersprechstunde am Samstagvormittag – bei schönstem Sonnenschein – nur auf wenig Echo. Dabei steht der Stadtteil, der größer als Gelting ist, vor großen Veränderungen. Noch heuer soll ein Architektenwettbewerb für ein neues Bürgerhaus stattfinden. Nächsten Herbst könnten laut Bürgermeister Michael Müller die Bagger anrollen, um den Weg frei zu machen für das kombinierte Jugend- und Bürgerhaus. Für den Jugendtreff Ein-Stein müsse während der Bauzeit eine Zwischenlösung gefunden werden, so Müller.

Im Anschluss werde der Eingangsbereich von Stein verschönert. Geplant seien unter anderem ein Kreisverkehr an der Richard-Wagner-Straße/Steiner Ring und breitere Gehwege bis hin zum Bürgerhaus. In einem dritten Schritt solle der gesamte Steiner Ring grüner und attraktiver gestaltet werden. Nach Meinung von Anwohner Georg Hodolitsch wird ein Kreisverkehr dringend notwendig, wenn erst die rund 100 neuen Wohnungen neben dem Jugendtreff bezogen sind. Es sei zu Stoßzeiten schon jetzt schwierig, nach links auf die Richard-Wagner-Straße abzubiegen, sagt Hodolitsch.

Unzufrieden mit der Stadtpolitik zeigte sich ein Steiner, der für die gesamte Jeschkenstraße Tempo 30 forderte. Der Bauausschuss hatte dies wie berichtet kürzlich abgelehnt. Die Geschwindigkeitsbegrenzung gilt nur im Bereich des Kindergartens.

Erst Sprechstunde, dann Blumenfest: Im Ortsteil Stein fand vor dem Quartierstreff am Samstagnachmittag eine Pflanzentauschbörse statt. Unter Anleitung von Lena Gneist (2. v. li.) säten diese drei Mädchen Blumen an.

Am Samstagnachmittag veranstaltete der Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit ein Blumenfest in Stein. Erwachsene und Kinder bepflanzten die Freiflächen am Steiner Ring 10. Es gab eine Pflanzentauschbörse vor dem Büro des Quartiersmanagements. Der Landesbund für Vogelschutz Bad Tölz-Wolfratshausen lud dazu ein, Insektenhotels für eine insektenfreundliche Blumenwiese im Ortsteil zu bauen.

Info

Am Dienstag, 17. April, macht Bürgermeister Michael Müller mit seiner Sprechstunde auf dem Wochenmarkt an der Egerlandstraße Station. Von 10 bis 12 Uhr steht er den Geretsriedern Rede und Antwort. Ebenfalls anwesend sind Vertreter des Stadtrats, Bauamtsleiter Rainer Goldstein sowie Wirtschaftsförderin Annette Hilpert.

Tanja Lühr

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