Musikalisches Quartett: (v. li.): Maximilian und Günter Wagner musizierten mit Roland und Marius Hammerschmied im Hinterhalt.
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Musikalisches Quartett: (v. li.): Maximilian und Günter Wagner musizierten mit Roland und Marius Hammerschmied im Hinterhalt.

PIPAPO-FESTIVAL

Familienbande auf der Bühne: Hammerschmied und Wagner erinnern an Ambros, Danzer und Fesl

  • vonPeter Herrmann
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Das PiPaPo-Festival geht weiter: Bei einem musikalischen Familientreffen spielten Roland und Marius Hammerschmied sowie Günter und Maximilian Wagner.

Gelting – Zu einem musikalischen Familientreffen kam es am Freitagabend beim vierten Konzert des diesjährigen PiPaPo (Pinsel, Pauke, Poesie)-Festivals. Dank einer Livestream-Übertragung auf dem Youtube-Kanal der Kulturbühne Hinterhalt konnten Zuhörer den Auftritt von Roland und Marius Hammerschmied sowie Günter und Maximilian Wagner bequem zu Hause empfangen.

Bevor das Quartett gemeinsam die Bühne betrat, schlüpfte Roland Hammerschmied zunächst in die Rolle des niederbayerischen Sängers Fredl Fesl. Mit beeindruckender Textsicherheit interpretierte der Geretsrieder Kulturpreisträger nicht nur dessen größte Erfolge, sondern bewies auch seine eigene Fingerfertigkeit an der Gitarre. Selbstverständlich durften da auch die schräge Jodeleinlage beim „Königsjodler“, das Aufzählen Münchner Stadtteile beim „Taxilied“ und die Verneinungshymne „Weil I net mog“ nicht fehlen.

Die Begeisterung für Fesls Lieder erreichte Hammerschmied schon in jungen Jahren. Im Alter von 15 Jahren spielte er Claude Wolff, dem inzwischen verstorbenen Bürgermeister der französischen Geretsrieder Partnerstadt Chamalières, einmal das „Lied vom Rausch“ vor. „Obwohl er nichts verstanden hatte, war Wolff schwer beeindruckt und wollte das Stück immer wieder hören“, berichtete Hammerschmied.

Nach seiner fast einstündigen Fesl-Hommage tauschte der 53-Jährige die Instrumente und griff in die Saiten seiner E-Gitarre. Neben ihm postierten sich sein Sohn Marius am Schlagzeug sowie Günter und Maximilian Wagner, um mit einer rockigen Version des Georg-Danzer-Liedes „Lass mi amoi no d‘Sun aufgehn segn“ den zweiten Teil des Konzertabends zu eröffnen. Günter Wagner, der im Landkreis vor allem als Organisator des Wolfratshauser Flussfestivals und des Geretsrieder Kulturherbstes bekannt wurde, sang zudem Lieder aus dem Frühschaffen von Wolfgang Ambros. Neben dessen Hit „Es lebe der Zentralfriedhof“ gab’s auch selten gespielte Nummern wie die österreichische Bob-Dylan-Übersetzung „Des Sandlers Flucht“ und das beklemmende Obdachlosen-Lied „De Kinettn wo I schlof“ zu hören. Zwischendurch entlockte Maximilian Wagner dem in die Jahre gekommenen Klavier der Kulturbühne Hinterhalt berührende Töne.

Dass am Ende ausgerechnet das einst von Wolfgang Ambros und André Heller gesungene Duett „Für immer jung“ erklang, war ein würdiger Abschluss. Denn Auftritte mit ihren Söhnen können Väter zu ganz besonderen Leistungen inspirieren.  ph

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