Freiheitsstrafe droht

Faustschlag im Spielsalon: Geretsrieder vor Gericht

Weil ein Geretsrieder einen Bauarbeiter in einem Spielsalon mit einem Faustschlag niedergestreckt hatte, musste sich der 43-Jährige nun vor Gericht verantworten.

Geretsried/Wolfratshauen – Mit der Hypothek von 18 Vorstrafen – unter anderem wegen Diebstahls, schweren Raubs, vorsätzlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung – erschien ein Geretsrieder (43) zu einer Verhandlung am Amtsgericht. Am 13. Mai hatte er in einem Spielsalon einen Bauarbeiter (40) mit einem Faustschlag niedergestreckt. Nun drohte sogar eine Freiheitsstrafe.

Der 43-Jährige räumte den Schlag ein, der zu einer aufgeplatzten Unterlippe geführt hatte. Vorausgegangen war im wahrsten Sinne des Wortes ein Fehltritt seines Opfers. Der 40-Jährige soll den Hund, den die Lebensgefährtin des Angeklagten in den Spielsalon mitgenommen hatte, getreten haben. „Der Hund kam auf mich zu und hat mich angeschnüffelt. Deshalb habe ich mit dem Fuß auf den Boden gestampft, um ihn abzuschrecken“, erklärte der Geretsrieder. 

Zehn Halbe Bier vor der Tat

Die Hundehalterin (51) erinnerte sich dagegen an einen massiven Tritt und hatte deshalb ihren Partner informiert. Ob das Opfer zuerst zugeschlagen und der Angeklagte sich nur gewehrt hatte, konnte in der Verhandlung nicht geklärt werden. Erwiesen war jedoch, dass beide Männer alkoholisiert waren. So gab der Schläger an, vor der Tat etwa zehn Halbe Bier getrunken zu haben. Bei seinem Kontrahenten sollen es fünf Hopfenkaltschalen gewesen sein.

Rechtsanwalt Stevan Krjnaic beantragte erfolgreich eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage. Staatsanwältin und Richter einigten sich auf eine Geldbuße von 600 Euro. Dass sie so gering ausfiel, lag an der finanziellen Notsituation des geschiedenen Vaters von fünf Kindern. Richter Helmut Berger sagte abschließend: „Sie können der Staatsanwältin die Füße küssen, dass sie so gnädig war und der Einstellung des Strafverfahrens zugestimmt hat.“ 

Peter Herrmann

Rubriklistenbild: © Pixabay

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