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Brandmelder können Leben retten. Sie müssen aber auch an der richtigen Stelle angebracht sein.

Wenn die Freiwilligen Feuerwehren umsonst ausrücken

Fehlalarme – ein Dauerärgernis

Bad Tölz-Wolfratshausen - Zu knapp 2000 Einsätzen sind die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis 2015 ausgerückt. Etliche Male davon handelte es sich um Fehlalarme, verursacht durch automatische Brandmelder.

Falschalarme sind jedes Jahr ein Thema, sagt Kreisbrandinspektor Christian Sydoriak. Doch warum piept das Gerät, wenn es gar nicht brennt im Haus? Die häufigste Ursache sei die falsche Platzierung des Melders, erklärt Sydoriak: „In der Küche, wo Wasserdampf aufsteigt, oder gerade jetzt an Weihnachten im Wohnzimmer, wenn Rauch beim Auspusten von Kerzen entsteht, sind Brandmelder nicht gut aufgehoben.“ Die Warnsysteme gehörten ins Schlafzimmer, ins Kinderzimmer oder in den Flur. Gerade wenn man schlafe, sei Rauchentwicklung gefährlich, weil der Rauch einen nicht aufwecke, sondern im Gegenteil nur immer tiefer schlafen lasse, sagt der Feuerwehrmann. In Bayern gibt es seit 2012 eine Rauchmelderpflicht für Neubauten, ab 2018 gilt sie auch für Bestandsbauten. Bei Mietwohnungen muss der Vermieter die Geräte einbauen.

Christian Sydoriak, Kreisbrandinspektor aus Geretsried.

Fehlalarme in Privathäusern sind laut Christian Sydoriak seltener als in Firmen oder Einrichtungen. In einem Seniorenwohnpark in Wolfratshausen habe ein Brandmelder im vergangenen Jahr mehrmals Fehlalarm geschlagen, so dass die Kollegen von der Wolfratshauser Freiwilligen Feuerwehr immer wieder umsonst angerückt seien. Auch in diesem Fall befinde sich der Melder zu nah bei der Küche, berichtet Sydoriak.

Häufen sich Fehlalarme in einem Gebäude, verlangen die Kommunen als Geldgeber der Freiwilligen Feuerwehren eine Kostenerstattung. Sydoriak: „Nicht gleich beim ersten, aber beim dritten Mal müssen die Firmen je nach Anzahl der Einsatzkräfte und Wagen sowie nach Zeitaufwand zahlen“. Die Feuerwehrmänner müssen schließlich bei einer Alarmierung durch die zentrale Leitstelle an ihrem Arbeitsplatz alles stehen und liegen lassen und zur Feuerwache eilen.

Mit Umziehen, Fahrt zur Einsatzstelle, gründlicher Untersuchung vor Ort sowie der Rückfahrt vom Einsatz gehen auf diese Weise oft zwei Stunden wertvolle Arbeitszeit verloren. Das ist für die Arbeitgeber, die die Feuerwehrleute unter ihren Mitarbeitern freistellen, genauso ärgerlich wie für Selbständige.

Manche Arbeitgeber lassen sich den Ausfall von der Stadt finanziell erstatten. Viele Kommunen verlangen deshalb Gebühren für Fehlalarme, in Geretsried beträgt die Strafe zwischen 500 und 600 Euro. Laut Kreisbrandinspektor sind die Unternehmen jedoch in der Regel sehr kooperativ und lassen sich nach wiederholten Falschalarmen gerne von der Feuerwehr darüber aufklären, wo und wie sie ihre Rauchmelder besser anbringen können, ob eine Wartung notwendig ist oder ein Austausch des Geräts.

Private Haus- und Wohnungseigentümer könnten sich bei Fragen auch gerne an die örtlichen Kommandanten oder – wenn vorhanden – an die hauptamtlichen Gerätewarte wenden, bietet Christian Sydoriak an.

Denn, so unangenehm Fehlalarme auch sein mögen, eines ist sicher: Brandmelder helfen, Leben zu retten und sollten deshalb in keinem Haus fehlen.

Tanja Lühr

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