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Auftritt mit Kittelschürze und Kopftuch: Auch der Sirenenchor sang dem Hinterhalt ein Geburtstagsständchen.

Klingende Komplimente

So feierte der Hinterhalt 25. Geburtstag

Gelting – Die Jubiläumsfeier zum 25. Geburtstag des Hinterhalt: Ein grandioser Abend mit vielen Höhepunkten

„Für alle, die je im Hinterhalt gekellnert haben, gilt wohl, dass man hier nicht nur wegen des Trinkgelds seine Stunden abarbeitet, sondern an die Idee ,Hinterhalt‘ glaubt, Und das ist für eine Kneipe vielleicht das größte Kompliment“, schrieben zwei Ex-Kellnerinnen vor vielen Jahren. Wer wissen wollte, was Tina Schneider und Katharina Schröder damit meinten, musste nur am Freitagabend das Kellerlokal an der Leitenstraße besuchen. Die Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen bot genau die Mischung, die diesen Ort für viele Gäste so besonders macht.

Schon am frühen Abend füllte sich Kulturbühne rasch mit „Geburtstagsgästen“, die nicht nur aus Geretsried und Wolfratshausen kamen. Viele brachten Speisen mit, sodass Wirtin Assunta Tammelleo mit ihren vielen Helfern im Nebenraum auch ein üppiges Buffet eröffnen konnte. Davor und danach wuselte sie durch ihr Lokal und trat natürlich auch selbst auf. Nachdem die 55-Jährige zunächst mit der Gruppe „Screwed“ rockige und funkige Songs zum Besten gab, schlüpfte sie später in eine schrille Hausfrauen-Arbeitsschürze. Ihr Auftritt mit dem Sirenenchor, der vielstimmig „billige Reize“ anprangerte und Männer als Schweine beschimpfte, war aber nur einer von vielen Höhepunkten eines grandiosen Abends.

Dr. Sybille Krafft, Vorsitzende des Historischen Vereins Wolfratshausen, zeigte anschließend einen seltenen Filmausschnitt eines Interviews mit der „Narrenschaukel“. In dieser mittlerweile aufgelösten Kabarettgruppe wirkten auch die beiden Hinterhalt-Gründungsväter Hias Röttig und Claus Steigenberger mit. In einer kurzen Gesprächsrunde mit Krafft erinnerten sie sich noch einmal an die unvergessenen Auftritte des weltberühmten amerikanischen Singer-Songwriters Townes Van Zandt sowie an ein Überraschungskonzert einer Musikgruppe aus den Karpaten. Diese und noch viele andere bebilderte Anekdoten wurden vor 15 Jahren in einem Büchlein zusammengefasst, das die Gäste im Eingangsbereich zum Preis von fünf Euro erwerben konnten.

Bühnenpremiere im Hinterhalt feierte dagegen Claudia Sommer. Die Sängerin, die schon mit Kindern des Inselhauses in Wolfratshausen in der Loisachhalle auftrat und in der evangelischen Kirche St. Michael Mitsing-Konzerte veranstaltet, brachte der Kulturbühne ein besonderes Geburtstagsständchen. Ihre Interpretation des Beatles-Klassikers „In my life“ mit den eindringlichen Zeilen „All these places have their moments/With lovers and friends I still can recall“ („All diese Orte hatten ihre Momente/Geliebte und Freunde, ich kann mich noch immer erinnern“) brachte die nostalgische Stimmung auf den Punkt.

Mit Gitarrenimprovisationen von Clemens Baumgartner und einer Jam-Session klang der Festabend erst weit nach Mitternacht aus.

von Peter Herrmann

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