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Zaungäste: Neugierig beäugt Ziegenbock Moritz die Besucher im Geltinger Tierheim.

Süße Katzen und arme Viecher

Ferienpass-Kinder besuchen Geltinger Tierheim 

Gelting – Die Ferienpass-Kinder haben das Geltinger Tierheim besucht. Was sie erlebt haben:

Pünktlich zum Beginn um 10 Uhr reißt die Wolkendecke auf und lässt ein paar Sonnenstrahlen durch. Die Führung durch die Anlagen des Josefa-Burger-Tierheims in Gelting kann losgehen. Im Rahmen der Ferienpass-Aktion finden dort mehrere Besichtigungen statt. Den Anfang macht an diesem Tag eine sechsköpfige Gruppe aus Wolfratshausen.

Am ersten Gehege werden die Besucher schon freudig erwartet. Ziegenbock Moritz steht aufrecht am Zaun und knabbert genüsslich an dem Brot, das ihm die Kinder entgegenstrecken. Danach geht es weiter zu Schwan Karlchen, der nur einen Flügel hat, drei heimatlosen Gänsen und dem Futterplatz für so genannte Besuchs-Enten. Plötzlich bleiben die Kinder wie angewurzelt stehen: Hinter dem Fenster eines Häuschens entdecken sie vier junge Kätzchen: „Oh, sind die süß.“

Kerstin Konrad, von Beruf Lehrerin, ist ehrenamtliche Mitarbeiterin im Tierheim. Sie führt die Kinder herum und beantwortet geduldig alle Fragen. „Warum bellen die Hunde so laut?“, wollen sie wissen. „Weil durch die benachbarte Baustelle der Boden vibriert und sie das stört“, erklärt Konrad. Wie berichtet wird im neuen Gewerbegebiet Gelting-Ost der Boden festgeschlagen. Die Kinder erfahren auch, dass dreifarbige Glückskatzen immer weiblich sind und warum manche Stubentiger verklebte Nasen und Augen haben. „Das kommt vom gefährlichen Katzenschnupfen Wird er zu spät behandelt, geht er nie wieder weg.“

Bester Gesundheit erfreuen sich Scottie, Skipper und Spoonie. Die drei rotgetigerten Katzenkinder sind bald acht Wochen alt und werden demnächst abgegeben. Die zehnjährige Viktoria würde sofort eines mit nach Hause nehmen. „Die süßen jungen Kätzchen werden immer schnell an neue Besitzer vermittelt“, sagt Konrad. Viele andere Tiere haben weniger Glück. Gerade ältere, verwilderte oder behinderte Katzen, Hunde und Vögel will niemand mehr haben.

Als die Kinder nach eineinhalb Stunden abgeholt werden, schauen sie sehnsüchtig zu den drei spielenden Fellknäueln zurück. Gut möglich, dass sie versuchen werden, ihre Eltern von einem Haustier zu überzeugen. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, das Tierheim zu unterstützen, etwa durch eine Patenschaft, bei der man einen monatlichen Beitrag für ein bestimmtes Tier bezahlt. Ferienpasskind Nina jedenfalls ist wild entschlossen zu helfen: „Wenn es sein muss, zahle ich die fünf Euro von meinem Taschengeld.“

von Karolin Wolf

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