+
Beliebter Treffpunkt: Viele Jugendliche halten sich auf den Freiflächen des Johannisplatzes auf. Einige Anwohner stört das. Deshalb setzt sich Streetworker Michael Mock für einen festen Unterstand für die Jugendlichen am Rande des Platzes ein.

Streetworker schlägt festen Unterstand für Jugendliche vor

Für ein besseres Miteinander am Johannisplatz

Geretsried - Streetworker Michael Mock will das Miteinander von Jung und Alt am Johannisplatz verbessern. Sein Vorschlag: ein fester Unterstand für die Kids.

Regelmäßig gibt es am Johannisplatz Probleme zwischen Jugendcliquen und Anwohnern. Ein fester Treffpunkt mit Bänken könnte Abhilfe schaffen. „Das würde die Situation für die betroffenen Jugendlichen deutlich erleichtern“, meinte Streetworker Michael Mock in der jüngsten Sitzung des Jugendrats.

Schon seit Jahren gibt es aus Sicht des Streetworkers am Johannisplatz den Bedarf eines jugendgerechten Treffpunkts. Weil es dort nichts gibt, wo sich Jugendliche aufhalten können, weichen sie auf den öffentlichen Platz in der Mitte des Quartiers aus. Das laufe nicht immer geräuschlos ab, und Anwohner fühlten sich gestört, so Mock. Auch das Foyer des angrenzenden Pfarrzentrums Heilige Familie sei oft das Ziel von Jugendlichen – besonders in der kalten Jahreszeit. Dort gab es Ende 2013 einige unschöne Vorkommnisse: Heranwachsene störten eine Messe, beleidigten Gottesdienstbesucher und kokelten das Mobiliar im Vorraum an. Mock griff damals als Mediator ein, und die Lage beruhigte sich wieder (wir berichteten).

Jugendrat soll Antrag stellen

„Es fehlt einfach ein Treffpunkt“, machte Mock in der Sitzung noch einmal deutlich. Unter dem Motto „Willkommen am Johannisplatz“ will der Sozialpädagoge deshalb ein Jugendintegrationsprojekt initiieren. Mock erläuterte dem Gremium, wie er sich so ein Projekt vorstellt: Ihm schwebt ein überdachter Platz mit Sitzgelegenheiten vor – am besten irgendwo am Rand des Johannisplatzes, damit sich die Jugendlichen nicht beobachtet fühlen. „Aber es muss auch Regeln geben, und der Platz muss sauber gehalten werden.“ Kooperationspartner gibt es laut Mock bereits. Der Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit Geretsried (TVJA), Thomas Neuberger (Kaplan im Pfarrzentrum) sowie der Arbeitskreis Sucht des Landkreises würden das Projekt unterstützen. Finanziert werden könnte der Unterstand aus Mitteln des Kreisjugendrings. „Fakt ist aber, dass wir bisher keinen Antragsteller haben“, sagte der Mitarbeiter des TVJA. Mock kann sich vorstellen, dass der Jugendrat diese Aufgabe übernimmt.

Leipold: "Ich fänd's cool, da brennt die Hütte"

Bei den Mitgliedern des Jugendrats kam der Vorschlag des Streetworkers gut an. „Ich habe früher am Johannisplatz gewohnt“, berichtete Jugendrätin Kerstin Meier. „Wir haben nur gelacht und sind gleich angeschrien worden. Das ist echt schlimm, wie die Erwachsenen reagieren.“ Ihr gefiel die Idee von Mock, dort etwas für Heranwachsende anzubieten. Auch ihre Kollegin Madlen Schubert war dafür, die Interessen der Jugendlichen zu stärken. „Es ist wichtig, dass da was hinkommt“, sagte sie in der Sitzung. Felix Leipold pflichtete den Mädchen bei. „Ich fänd’s cool, da brennt die Hütte.“

Auch Stadtjugendpflegerin Sonja Schütz befürwortete das Projekt des Streetworkers. „Die Jugend wird nicht als Teil der Gesellschaft wahrgenommen“, sagte sie. Bevor man allerdings aktiv werde, sollte man eine Abfrage starten, „ob die Jugendlichen das wirklich wollen“. Das möchte das Gremium bei einem Ortstermin, der in den nächsten Wochen stattfinden soll, herausfinden.

Doris Schmid

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Sparen mit dem Geretsrieder Familienpass: So einfach geht‘s
Auch dieses Jahr kann sich wieder jede Geretsrieder Familie mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren einen Familienpass beim Einwohnermeldeamt ausstellen lassen.
Sparen mit dem Geretsrieder Familienpass: So einfach geht‘s
Eine Wolfratshauserin in Haiti
Drei Jahre lebte und arbeitete die Kinderkrankenschwester und Missionarin Susanne Fassl im Auftrag der evangelischen Gemeinde auf Haiti. Die Insel ist von …
Eine Wolfratshauserin in Haiti
Trotz Sichtschutzwand: So oft hat es in einem Jahr gekracht
Eine Bretterwand an der Tattenkofener Brücke soll Autofahrer dazu bringen, vorsichtiger abzubiegen. Aber: Sie verfehlt ihren Zweck. Seit einem Jahr steht sie, und es hat …
Trotz Sichtschutzwand: So oft hat es in einem Jahr gekracht
Doppeltes Pech für Geretsriederin
Es gibt Tage, da ist einfach der Wurm drin. So einen Tag hat kürzlich eine Geretsriederin (56) erlebt. Erst wurden ihr die Nummernschilder vom Auto und dann auch noch …
Doppeltes Pech für Geretsriederin

Kommentare