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Feuerwehr-Übung: Gasexplosion im Stadtzentrum

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Zum Nebengebäude gibt es keinen Zugang mehr. Der Fachmann des Technischen Hilfswerks muss eine Wand durchbrechen. © THW

14 Einsatzkräfte des THW üben im Geretsrieder Stadtzentrum den Einsatz nach einer möglichen Explosion.

Geretsried – Es raucht gewaltig aus dem Dachstuhl des Mehrfamilienhauses am Karl-Lederer-Platz. Gasexplosion, zwei Menschen werden vermisst, die Lage ist unübersichtlich. Die Alarmierung treibt 14 Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) am Samstagmorgen zum Karl-Lederer-Platz. Das Ganze ist aber kein wirklicher Notfall – nur eine Übung.

„Wir haben die Gelegenheit genutzt, da wir uns selten auf destruktive Arbeiten vorbereiten können“, erklärt Felix Steinberger, der beim THW für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Wie berichtet haben am Montag die Abbrucharbeiten am Karl-Lederer-Platz begonnen. Zuvor stellte die Firma Krämmel die Gebäude für eine Einsatzübung zur Verfügung.

Unter den Augen zahlreicher Schaulustiger rückte der Geretsrieder Ortsverband gegen 9 Uhr zur Unterstützung der Feuerwehr an, um verschiedene Aufgaben zu übernehmen, so das ausgedachte Szenario für den Technischen Zug. Er musste den gesamten Gebäudekomplex absuchen – kein leichtes Unterfangen: Bei der Erkundung des Kellers mussten die Einsatzkräfte mit Atemschutz vorgehen, da er stark verraucht war. Die schlechte Sicht und viel Unrat erschwerten die Suche. Doch das THW meisterte die Aufgabe. Eine der gesuchten Personen wurde in den Kellerräumen gefunden und gerettet.

Die Erkundung der restlichen Gebäudeteile gestaltet sich nicht weniger schwierig. Im Erdgeschoss gab es keinen Zugang mehr, auch ins stark beschädigte Nachbargebäude war kein Reinkommen mehr. Die THWler mussten also durch eines der Fenster steigen, um die Erkundung beginnen zu können.

Auch bei der Öffnung einiger Räume war Gewalt gefragt. Doch von dem zweiten Vermissten fehlte jede Spur – man musste also in das Nebengebäude gelangen. Die Helfer machten sich mit schwerem Gerät an den nötigen Wanddurchbruch im ersten Stock. Um die Rettung und den Materialtransport zu vereinfachen, wurde mithilfe des Einsatz-Gerüst-Systems eine Rettungsplattform auf dem Karl-Lederer-Platz aufgebaut. Der Aufwand hat sich gelohnt. Die Einsatzkräfte fanden die zweite Person auf dem Dachboden im Nachbargebäude. Sie wurde aus dem Fenster abgeseilt.

Vor der Übung wussten die THW-Leute nur den Termin, nicht aber, was auf sie zukommen würde. Trotzdem war gegen 13 Uhr alles geschafft. „Derartige Übungen mit realitätsnahen Charakter sind für die Einsatzvorbereitung des Technischen Hilfswerks unverzichtbar“, sagt Steinberger. 

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