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Geschäftiges Treiben war einmal: Die Firma Franz am Daimlerweg ist stillgelegt. 

Nach der Insolvenz

Die Firma Franz ist Geschichte

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Die Firma Franz Oberflächentechnik schließt nach 63 Jahren. 130 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.

Geretsried– Wo einst 130 Männer und Frauen beschäftigt waren, herrscht Stille. Seit diesem Jahr gibt es das Traditionsunternehmen Franz Oberflächentechnik am Daimlerweg nicht mehr. Bereits im Oktober war die Produktion eingestellt, zum 31. Dezember wurde der Betrieb nach 63 Jahren endgültig geschlossen.

Das Unternehmen hatte wie berichtet im August 2015 Insolvenz angemeldet. Danach sollte es eigentlich saniert und verkauft werden. „Das war nicht darstellbar“ erklärt Joachim Exner von der Kanzlei Dr. Beck und Partner in Nürnberg auf Nachfrage. Er ist der zuständige Insolvenzverwalter. Dennoch habe man das Unternehmen zweieinhalb Jahre zur Ausproduktion weitergeführt. „Eine ungewöhnlich lange Zeit für eine Insolvenz“, betont der Rechtsanwalt. Durch das gezielte und geplante Herunterfahren habe man eine sozialverträgliche Lösung gefunden, da die Lieferfähigkeit aufrecht gehalten und die Mitarbeiterzahl schrittweise reduziert werden konnte. „Nach meinem Kenntnisstand sind nahezu alle in neuen Arbeitsverhältnissen.“

Das Gelände steht zum Verkauf

Vor zwei Jahren klang Exner, der als renommierter Insolvenzverwalter gilt, zuversichtlich, die 130 Arbeitsplätze erhalten zu können. Man befinde sich in intensiven Gesprächen mit Investoren, hieß es. Diese Pläne haben sich zerschlagen. „Das Gelände steht zum Verkauf“, sagt Exner. Es gebe Interessenten.

Das Rathaus ist in die Zukunftspläne für das Areal nicht involviert. „Wir versuchen von Seiten der Stadt immer, bei Nachnutzungen zu unterstützen, zum Beispiel indem wir Kontakte von interessierten Unternehmen vermitteln“, sagt Wirtschaftsförderin Annette Hilpert. So auch bei der Firma Franz. Hilpert hat versucht, sich mit dem Insolvenzverwalter in Verbindung zu setzen, „leider ohne Resonanz“.

Das Familienunternehmen, das sich auf die Veredelung komplizierter Werkstücke spezialisiert hatte, war 1955 von Alfred R. Franz gegründet worden – „mit einigen Handgalvanikanlagen und zehn Mitarbeitern“, wie es in der Firmenchronik heißt. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Sohn Dieter Franz das Geschäft 1967. Er weitete die Produktpalette auf sämtliche galvanische Oberflächenverfahren aus, baute neue Produktionshallen und vergrößerte den Mitarbeiterstamm. Beliefert wurden namhafte Unternehmen wie BMW, Bosch und Siemens.

Areal wurde „fachmännisch geräumt“

Am Daimlerweg beschichtete die Firma Franz unter anderem Leichtmetalle wie Aluminium und Magnesium, Kunststoffe sowie Sondermaterialien. Wie es bei Galvanotechnik erforderlich ist, wurde der Firmensitz „fachmännisch geräumt“, betont Insolvenzverwalter Exner.

Im Boden des Grundstücks befinden sich Schadstoffe, die auf die 1980er Jahre zurückgehen. „Die Grundwassersanierung läuft seit mehr als 15 Jahren“, erklärt Landratsamts-Sprecherin Marlis Peischer. Das heißt, das Grundwasser wird aufgefangen, hochgepumpt und nach der Reinigung dem Kanal zugeführt. Es werde seitens des Landratsamts dafür gesorgt, dass die Sanierung nach der Stilllegung der Firma weitergeführt wird. Wie lange dies noch nötig sein wird, ist „nicht absehbar“, so Peischer.

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