+
Bei der Pleite der Großmetzgerei Sieber ist Schaden von zwölf Millionen Euro entstanden.

Rechtsstreit mit Freistaat Bayern

Firma Sieber: Insolvenzverwalter unternimmt letzten Versuch einer gütlichen Einigung

  • schließen

Geretsried – Mitte November schien es, als sei eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen der bankrotten Firma Sieber und dem Freistaat Bayern unausweichlich. Jetzt schreibt Insolvenzverwalter Dr. Josef Hingerl in einer Pressemeldung: „Der Insolvenzverwalter wird einen letzten außergerichtlichen Einigungsversuch unternehmen, bevor die Klage eingereicht wird.“

Mitte November hatten die etwa 100 Gläubiger des einstigen Wurst- und Schinkenspezialisten aus Geretsried den Insolvenzverwalter Dr. Josef Hingerl beauftragt, den Klageweg gegen den Freistaat zu beschreiten und den Schaden von zwölf Millionen Euro einzufordern. 

Am Ende einer vierseitigen Erklärung stellt der Jurist erneut den Hergang die Pleite des Wurstfabrikanten aus seiner Sicht dar. Stärker als früher stellt Hingerl die angeblich schwache Faktenlage der Behörden in den Vordergrund, gestützt auf die staatsanwaltlichen Ermittlungsakten, die er eingesehen hat. Bis zum 27. Mai – dem Tag, an das Landratsamt einen vollständigen Produktions- und Vertriebsstopp verhängte – seien 60 Proben gezogen worden. Lediglich bei fünf sei eine Belastung mit Listerien gefunden worden, allerdings weit unter dem Grenzwert. „Für eine Schließung gab es daher keine Veranlassung.“

Bleibt nach Ansicht Hingerls nur eine einzige Probe jenseits des Grenzwerts. Und gerade bei dieser Probe aus dem Werksverkauf sei es zu einem fatalen Fehler gekommen. Fälschlicherweise sei sie nämlich dem Produktionsbetrieb und nicht dem Einzelhandel zugeschrieben worden. „Dieser Unterschied ist entscheidend“, so Hingerl. In beiden Bereichen gelten unterschiedliche Grenzwerte. „Die beprobte Ware war unbedenklich.“ Das Vorgehen der Behörden stehe „auf tönernen Füßen“.

Das Verbraucherschutzministerium scheint nach wie vor nicht gesprächsbereit. Ein Sprecher weist „die Forderungen des Insolvenzverwalters erneut entschieden zurück“. Sollte eine Klage eingereicht werden, sei es die Sache der Gerichte, zu entscheiden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

A95: Sieben Unfälle in acht Stunden
Sieben Verkehrsunfälle haben sich am Samstag zwischen 12 und 20 Uhr auf der Autobahn A95 ereignet. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Der Sachschaden beläuft sich …
A95: Sieben Unfälle in acht Stunden
Eigene Spur für Linksabbieger
Auf eine eigene Linksabbiegerspur an der Friedhofskreuzung wurde vor drei Jahren noch verzichtet. Jetzt kommt sie doch – samt neuer Ampel. Am Montag beginnen die …
Eigene Spur für Linksabbieger
76.392 Autos und 580 Kilo Müll: So umweltbewusst ist unser Landkreis
In Cafés stehen immer öfter Schilder, auf denen um mitgebrachte Thermobecher gebeten wird. Geschäfte versuchen, Einkaufstüten zu vermeiden. Ein Blick auf die Statistik …
76.392 Autos und 580 Kilo Müll: So umweltbewusst ist unser Landkreis
Gedenkstein zu Ehren von Pfarrer Franz Seraph Bierprigl
„Er war ein Unikum“, sagt Josef Neumeier über Pfarrer Franz Seraph Bierprigl. Neumeier war Ministrant bei dem überaus beliebten Seelsorger und ist heute Mitglied des …
Gedenkstein zu Ehren von Pfarrer Franz Seraph Bierprigl

Kommentare