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Geldstrafe oder Gefängnis? Diese Frage wurde am Amtsgericht verhandelt. 

Heißhunger auf die Spielhalle

Flaschenwurf nach Frau: Geretsrieder (26) vor Gericht

Geretsried – Ein Flaschenwurf gegen eine Frau bringt einen Geretsrieder (26) fast ins Gefängnis. Der Richter unterbreitet ihm aber ein „einmaliges Angebot“, das den Mann vor der Haftstrafe bewahrt.

Die „fünf, sechs Bier“, die er am 17. März getrunken haben will, waren für einen 26-jährigen Geretsrieder offenbar zu viel. Im betrunkenen Zustand suchte der Mann einen Pizza-Service in der Stadt auf. Dort soll er ein Mobiltelefon zertrümmert haben. Als er daraufhin des Ladens verwiesen wurde, warf er auf der Straße eine Bierflasche nach der Frau des Betreibers. Deshalb war gegen den Mann ein Strafbefehl wegen Sachbeschädigung und versuchter gefährlicher Körperverletzung erlassen worden. Weil er dagegen Einspruch einlegte, wurde die Sache nun vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verhandelt.

Vor Gericht versuchte der Angeklagte, die Sache herunterzuspielen. Er habe sich was zu Essen holen wollen, begründete der 26-Jährige seinen Besuch beim Pizzabäcker. „Das Telefon lag da, meine Hand rutschte aus, das Handy fiel runter“, erzählte er knapp. Von Absicht keine Spur. Genauso wenig beim zweiten Anklagevorwurf: Die Flasche habe er auf die Straße geworfen, um die Frau zu erschrecken. „Sie sollte mich nicht weiter verfolgen.“

Aus Sicht der Geschädigten hatte sich die Sache anders dargestellt. „Er wollte Geld für die Spielhalle. Ich wollte ihm nichts mehr geben, weil er schon Schulden bei uns hat“, erzählte die Ehefrau des Ladenbetreibers. Statt wie empfohlen nach Hause zu gehen, habe der Mann dann das Handy zu Boden geschmissen. Vor der Bierflasche, die der Angeklagte später draußen nach ihr geworfen hat, habe sie sich hinter einem Werbeschild noch in Sicherheit bringen können.

„Für einen Flaschenwurf gibt es normalerweise Haft“, betonte Richter Helmut Berger in der Verhandlung. Er machte dem Geretsrieder so deutlich, wohin die Reise gehen könnte, wenn bis zu Ende verhandelt wird. Berger regte an, den Einspruch gegen den Strafbefehl nochmal zu überdenken. „Die Geldstrafe ist hier ein einmaliges Angebot. Und das ist sehr günstig für das, was sie getan haben“, sagte er. Im Bescheid war eine Gesamtgeldstrafe von 2200 Euro in 110 Tagessätzen ausgewiesen. Der Angeklagte überlegte nur kurz und ließ dann seine Dolmetscherin übersetzen: Er zieht seinen Einspruch zurück.

Als der Geretsrieder den Gerichtssaal verließ, vernahm er noch die mahnenden Worte des Amtsrichters. „Und am besten in Zukunft kein Alkohol mehr. Und wenn, dann nur zu Hause.“

von Rudi Stallein

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