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Die Fleischfirma Sieber.

Produktionsverbot? Bald Gerichtsentscheidung

Fleischfirma Sieber belieferte alle Discounter außer einen

Geretsried/München - Im Streit um das behördlich verhängte Produktionsverbot für die Fleischwarenfirma Sieber entscheidet das Gericht möglicherweise noch in dieser Woche.

„Es ist eine zeitnahe Entscheidung beabsichtigt“, sagte am Mittwoch ein Sprecher des Verwaltungsgerichts München, nannte aber keinen konkreten Zeitpunkt. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) verteidigte unterdessen das staatliche Vorgehen. „Verbraucherschutz geht vor. Da darf man nicht rumfackeln“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch).

Nach dem Fund von gesundheitsgefährdenden Bakterien in Wurstwaren der Großmetzgerei hatte das Landratsamt in Bad Tölz am vergangenen Freitag ein Vertriebs- und Betriebsverbot über das in Geretsried ansässige Unternehmen mit 120 Beschäftigten erlassen. Dagegen klagt die Firma.

Sieber belieferte alle großen Discounter außer Aldi

Das Landratsamt in Bad Tölz hatte zudem angeordnet, dass sämtliche Sieber-Produkte in ganz Deutschland aus den Ladentheken sowie in Flughäfen und Großkantinen zurückgerufen und vernichtet werden müssen. Das Unternehmen beliefert nach seinen Angaben die Ketten Lidl, Norma, Rewe und Penny, nicht jedoch Aldi.

Bereits am Freitag hatte das Gericht einen Eilantrag abgelehnt, mit dem Sieber eine vom bayerischen Verbraucherschutzministerium angekündigte Warnung vor dem Verzehr von Produkten der Großmetzgerei verhindern wollte. Firmeninhaber Dietmar Schach hält die Warnung für unverhältnismäßig und existenzgefährdend. Es gebe keine hinreichenden Beweise dafür, dass Listerien in Sieber-Erzeugnissen in Verbindung mit bis zu 80 Erkrankungsfällen seit 2012 hauptsächlich in Süddeutschland stehen. Acht Menschen starben. Schach hält den Rückruf und die Werksschließung für politisch motiviert. 

dpa

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