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Die Turnhalle der Geretsrieder Mittelschule an der Adalbert-Stifter Straße wird auf jeden Fall länger als Asylbewerberunterkunft benötigt als ursprünglich angenommen. Anfang Januar kommen laut Kreissozialamtsleiter Thomas Bigl 100 neue Flüchtlinge.

Erstaufnahme-Turnhalle in Geretsried

Windpocken ausgebrochen! Flüchtlinge sind in Quarantäne

Geretsried - Problem in der Geretsrieder Flüchtlings-Erstaufnahme: Die Windpocken sind ausgebrochen, die Asylbewerber stehen unter Quarantäne. Das Gesundheitsamt erklärt, ob auch Schüler bedroht sind.

 In der Asylbewerber-Notunterkunft in der Geretsrieder Mittelschul-Turnhalle an der Adalbert-Stifter-Straße sind die Windpocken ausgebrochen. „Die Bewohner der Halle stehen bis Anfang Januar unter Quarantäne“, erklärt Dr. Franz Hartmann, Leiter der Gesundheitsbehörde am Landratsamt in Bad Tölz, auf Nachfrage unserer Zeitung. Bei einem kleinen Kind seien die Viren eindeutig nachgewiesen worden, berichtet Hartmann. Es sei mittlerweile mit seiner Familie aus der Sporthalle am Schulzentrum verlegt worden.

Sind die Schüler auf dem Pausenhof bedroht?

Dr. Franz Hartmann: Der Leiter des Gesundheitsamtes in Bad Tölz hat über die Asylbewerberunterkunft am Geretsrieder Schulzentrum Quarantäne verhängt.

Weil die Inkubationszeit bei Windpocken bis zu drei Wochen betrage, müsse man jetzt abwarten, ob sich weitere Bewohner der Erstaufnahme-Einrichtung mit der Krankheit angesteckt haben. „Windpocken sind keineswegs eine harmlose Kinderkrankheit. Für Säuglinge und Schwangere können sie sehr gefährlich sein“, betont Hartmann. Für die Schüler auf dem benachbarten Pausenhof bestehe jedoch kein Risiko, da die Asylbewerber in ihrem abgetrennten Bereich bleiben würden.

Halle bleibt länger belegt als erwartet

Kreissozialamtsleiter Thomas Bigl bestätigt darüber hinaus auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Turnhalle länger mit Asylbewerbern belegt bleiben wird als zunächst geplant. Seitens der Regierung von Oberbayern hatte es geheißen, das Notquartier werde in sechs bis acht Wochen wieder aufgelöst (wir berichteten). Nachdem dort seit Anfang November Flüchtlinge einquartiert sind, hätte dies bedeutet, dass die Halle ab dem neuen Jahr wieder für den Schul- und Vereinssport frei wird. „Der aktuelle Stand ist, dass wir ab 4. Januar, wenn die jetzigen rund 30 Bewohner die Halle verlassen haben, 100 neue Asylbewerber zugewiesen bekommen“, sagt Bigl. Eigentlich sollten die derzeit in der Halle untergebrachten Menschen schon an andere Orte verlegt worden sein – die Windpocken durchkreuzten den Plan.

Sobald Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller Genaueres über die weitere Belegung der Mittelschul-Turnhalle weiß, will er mit den Vertretern der Mittelschule, des Gymnasiums und der Sportvereine reden. „Beide Seiten zeigen bisher Verständnis für die Situation“, sagt Müller im Gespräch mit unserer Zeitung. Stephan Heinle, Vorsitzender des TuS Geretsried, meint, die Sportler würden sicher noch eine Weile mit der eingeschränkten Nutzung zurecht kommen. Im Moment teilten sie sich mit den Schulen Belegungszeiten in der Dreifachturnhalle des Geretsrieder Gymnasiums. „Manche Abteilungen haben dadurch nur alle zwei Wochen statt einmal wöchentlich Training“, berichtet Heinle. Die Turniere und Punktspiele könnten weitgehend in anderen Hallen stattfinden. Durch die Kooperation in den Sparten Handball mit Wolfratshausen und Volleyball mit Münsing könne man in deren Hallen ausweichen. Der TuS-Chef betont allerdings, dass daraus „keine Dauerlösung“ werden dürfe.

von Tanja Lühr

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