Bürgermeister Michael Müller an der Dusche im neuen Hallenbad
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Die Damendusche testete Bürgermeister Michael Müller beim Rundgang. Es kam tatsächlich Wasser. Glücklicherweise konnte sich der Rathauschef aber rechtzeitig wegducken.

Wir zeigen Fotos

Eigentlich fehlt nur noch das Wasser: Ein Rundgang durch das neue Hallenbad

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Noch dauert es etwas, bis das neue Hallenbad in Geretsried eröffnet. Es ist aber schon deutlich erkennbar, wie es dann aussehen wird. Ein Rundgang mit vielen Fotos.

  • Für 18 Millionen Euro entsteht in Geretsried ein interkommunales Hallenbad
  • Der Bau ist weit fortgeschritten
  • Nach einem Brand verzögert sich die Eröffnung des allerdings

Geretsried – „Wasser marsch“ hätte es eigentlich schon heißen sollen. Zur Dichtigkeitsprobe im neuen interkommunalen Hallenbad wäre Wasser in die Becken geflossen. Aber dann kam alles anders. Ein Brandschaden machte den geplanten Eröffnungstermin im März 2021 zunichte. Unsere Zeitung durfte gemeinsam mit Bürgermeister Michael Müller trotzdem einen Blick in das fast fertige Bad an der Adalbert-Stifter-Straße werfen.

Transponder für den Hallenbadbesuch

Noch fehlen die Drehkreuze im Eingangsbereich. Aber man kann sich gut vorstellen, wie alles einmal sein wird. Der hellblau-weiße Tresen, an dem die Besucher ihren Eintritt bezahlen werden und dafür einen Transponder in die Hand gedrückt bekommen, steht schon. Danach geht es rechts den weißen Gang an der langen Gebäudeseite entlang zu den Umkleiden, vorbei an den fünf fest installierten Föhnen und Tischen mit Spiegeln und Steckdosen. „Es gibt 15 Einzelumkleiden und vier größere für Familien und Menschen mit Behinderungen“, erklärt Christoph Otawa vom Stadtbauamt während des Ortstermins. Zusätzlich wurden vier Sammelumkleiden für Schulklassen und Vereine geschaffen.

Föhnfrisur: Hier lässt sich nasses Haar trocknen.

Nach dem Umziehen packt man seine sieben Sachen in einen der 69 Spinde und verschließt ihn mit dem Transponder. Weiter geht’s zum Duschen. Die Sanitärräume sind mit edel aussehenden anthrazitfarbenen Fliesen ausgestattet. Im Damen-Bereich sind die Trennwände gelb, bei den Herren blau – und es gibt extra ein Behinderten-WC mit Dusche.

Rechts die Umkleide, links der Spind: Von hier aus geht es Richtung Dusche.

Aus Neugier drückt Bürgermeister Müller den Knopf an den Armaturen in der Damen-Dusche. Und siehe da, aus dem an der Wand installierten Duschkopf kommt ein Strahl Wasser, der auf den Boden plätschert. Gerade noch rechtzeitig kann sich der Rathauschef zur Seite ducken. „Das ist wohl das einzige Mal, dass ich in der Damen-Dusche gewesen bin“, scherzt er. Noch ist die Szenerie in ein mystisches blaues Licht getaucht. „Die Lampen sind zum Schutz noch mit Folie abgeklebt“, erklärt Otawa.

Große Fenster lassen viel Licht in das Hallenbad

Nach dem Duschen geht’s durch eine Tür direkt ins Schwimmbad. Handtuch und Co. können in einem Regal an der Wand verstaut werden. Auch in diesem Möbel wiederholen sich die Farben Anthrazit, Gelb und Blau. Die großen Fenster, die Richtung Süden ausgerichtet sind, lassen viel Licht in die Halle. Damit sie nicht beschlagen, strömt von unten Luft nach oben. Auf der gegenüberliegenden Seite wird sie wieder abgesaugt. Vor den Fenstern stehen beheizbare Bänke – so wie im alten Hallenbad. Sie müssen noch mit Fliesen verkleidet werden. Auch hier tauchen die Farben Blau und Gelb auf.

Quadratisch, praktisch, gut: Verstauen lassen sich in diesem Wandregal Handtücher und Co.

Hinter dem großen Becken mit dem absenkbaren Boden gibt es ein weiteres Becken. Es ist viel kleiner, aber auch tiefer. Am Beckenrand stehen ein Drei-Meter-Turm sowie ein Ein-Meter-Brett. Auch für einen Fünf-Meter-Turm hätte die Beckentiefe ausgereicht, erklärt Otawa. „Aber dafür hätte die Decke höher sein müssen.“

Bereit zum Absprung: Der Drei-Meter-Turm steht schon. 

Durch eine Tür in der dunkel gestrichenen Wand geht es weiter zum Lehrschwimmbecken. Es ist maximal 1,35 Meter tief. Hier gibt es ein kleines bisschen Luxus: Sechs Sprudelliegen mit Nackenstützen sorgen für ein wenig Wellnessgefühl bei den Besuchern. Neben dem Kinderbecken, das noch eine Elefantenrutsche bekommen soll, liegt ein Raum, der für Kindergeburtstage genutzt werden kann.

Kopf in den Nacken: Im Lehrschwimmbecken gibt es Sprudelliegen.

Draußen wäre noch Platz für ein Becken und eine Sauna

Der Rundgang endet in der Personalküche im Verwaltungstrakt, die ebenfalls mit einem großen Fenster ausgestattet ist. „Dort draußen ist noch Platz für Erweiterungen“, sagt Rathauschef Müller beim Blick in den Garten. Ein Becken im Freien und auch eine Sauna wären schön. Doch das ist Zukunftsmusik. Jetzt muss das bis dato 18 Millionen Euro teure Schul- und Sportbad erst einmal fertig werden.

Blick ins Innere: Das Schul- und Sportbad ist in dezenten Farben gehalten. Im Vordergrund ist der absenkbare Beckenboden zu erkennen.

Der Brand hat den Zeitplan ordentlich durcheinandergewirbelt. Ursprünglich wollte man das Bad bereits im Februar 2020 eröffnen. Nach Verzögerungen auf der Baustelle fasste man den 1. März 2021 ins Auge. Jetzt wird es mindestens bis Juni 2021 dauern, bis die ersten Besucher schwimmen gehen können. Müller schätzt, dass die Behebung des Brandschadens am großen Edelstahlbecken etwa 100 000 Euro kosten wird. Denn nicht nur das Metall sei in Mitleidenschaft gezogen worden, sondern auch die Elektrik, die hinter der Beckenwand liegt.

Aufgrund des Lockdowns ist das über 40 Jahre alte Hallenbad an der Jahnstraße derzeit geschlossen. Ob es noch einmal öffnet, hängt laut Bürgermeister Müller von mehreren Faktoren ab. „Das prüfen wir noch.“

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