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„Ich war ganz schön blöd im Kopf“

Frau (30) halluziniert und beleidigt Polizisten

Geretsried - Die Zustände waren auch für die Mutter neu. Eine Geretsriederin (30) hat halluziniert und Polizisten beleidigt - weil sie ins Krankenhaus sollte.

Die Mutter hat im Lauf der Jahre viel durchgemacht mit ihrer Tochter (30). „Aber in einem solchen Zustand habe ich sie vorher noch nie erlebt“, schilderte die 57-Jährige die Verfassung der jungen Frau am frühen Abend des 10. November vorigen Jahres.

Die 30-Jährige hatte am Morgen verschiedene Schmerzmittel eingenommen, die sie wegen ihrer Erkrankungen braucht. Später habe sie dann noch einen doppelten braunen Rum getrunken. Nachdem sie den Medikamenten-Alkohol-Cocktail mit einer Kräutermischung, die sie wie einen Joint rauchte, abgerundet hatte, sei sie „völlig außer Kontrolle“ geraten, erinnerte sich die Mutter. Sie halluzinierte, sah in der Wohnung Leute, die nicht da waren. Als die Tochter ein Kerzenglas mit der bloßen Hand zerdrückte, alarmierte dieMutter den Notarzt und Sanitäter und rief gleich noch Polizei hinzu. „Aber das ist dann ein bisschen aus der Bahn geraten. Sie hat nicht den besten Draht zur Polizei.“ Nun musste sich die Tochter wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.

„So was kenne ich nicht. Das hatte ich bis dahin noch nie. Ich war ganz schön blöd im Kopf“, erinnerte sich die Angeklagte an ihre Halluzinationen. Den Rest hatte sie sich am nächsten Tag von der Mutter erzählen lassen müssen. In der Verhandlung frischten auch die zwei Polizeibeamten ihre Erinnerungen auf. Die junge Frau habe sie nicht als Polizisten erkannt, erzählte der Zeuge. Zunächst habe sie nur mit Kraftausdrücken um sich geworfen. Weil sie erwähnte, sie wolle sich vom Balkon stürzen oder vor ein Auto schmeißen, habe der Arzt beschlossen: Die Frau muss ins Krankenhaus. Als die Beamten sie von beiden Seiten an den Armen packten, damit der Doktor ihr ein Beruhigungsmittel verabreichen konnte, eskalierte die Situation. „Das mag sie gar nicht“, erläuterte die Mutter, warum ihre Tochter plötzlich „wie unter Strom“ gewesen sei. Die Polizisten hatten offenbar viel zu tun, bis sie die Frau schließlich in den Krankenwagen verfrachtet hatten.

Im Krankenhaus habe die Wirkung des Beruhigungsmittels jedoch allmählich nachgelassen. „Sie musste ans Bett gefesselt werden“, so der Beamte, der sich sicher war: „Sie hat überhaupt nicht mitgekriegt, wer wir sind.“ Die Angeklagte entschuldigte sich bei beiden Polizisten für ihren Ausraster. „Es tut mir wirklich leid, das war nicht ich selber.“ Mit Einverständnis aller Beteiligten stellte Richter Helmut Berger das Verfahren ein. Als Auflage muss die Geretsriederin 600 Euro an die Stiftung der Polizeigewerkschaft zahlen.

von Rudi Stallein

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