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Wie bringt man Jugendliche dazu, sich in Sport- oder andere Vereinen zu engagieren? 

Die persönliche Ansprache ist wichtig

Freie Wähler diskutieren: Wie gewinnen Vereine Nachwuchs? 

Nachwuchs zu gewinnen und zu halten, ist das große Ziel fast aller Vereine. Doch wie bringt man Jugendliche dazu, sich beim Roten Kreuz, im Fußballclub oder für den Naturschutz zu engagieren? Das diskutierten die Freien Wähler kürzlich in Geretsried.

Geretsried – Nachwuchs zu gewinnen und zu halten, ist das große Ziel fast aller Vereine. Doch wie bringt man Jugendliche dazu, sich beim Roten Kreuz, im Fußballclub oder für den Naturschutz zu engagieren? Zu dieser Frage hatten die Freien Wähler in die Ratsstuben eingeladen. Sechs Mitglieder des Ortsverbands und drei Besucher waren gekommen, um sich Tipps bei Jürgen Ziegler, Referent des Bildungswerks für Kommunalpolitik Bayern (BKB), zu holen. Das BKB der Freien Wähler bietet, vom Freistaat gefördert, 30 verschiedene Vorträge vom Baurecht bis zur Seniorenpolitik an.

Die Gründe, warum die Jugend sich heute kaum noch an eine Organisation oder an einen Verein binden mag, sind vielfältig. Durch Schule und Beruf haben junge Menschen heute weniger Zeit als früher. Es gibt viel mehr Freizeitangebote, besonders in den Städten. Die Phase, in der Jugendliche in ihrer Gemeinde wohnen, wird immer kürzer. Aufgrund des demografischen Wandels sinkt die Anzahl an Jugendlichen zudem insgesamt.

„Wir brauchen dich und dein Know-How“

Ihre wertvolle freie Zeit wollen junge Menschen verständlicherweise mit Dingen verbringen, die ihnen Spaß machen. Sie möchten sich meist nicht langfristig verpflichten, sondern lieber an einzelnen Projekten, die sie interessieren, mitwirken. In Geretsried ist der Bau eines Dirt-Parks, initiiert von einer Gruppe begeisterter Biker, ein Beispiel dafür.

Jürgen Ziegler: Referent des Bildungswerksfür Kommunalpolitik

Damit Vereine den Nachwuchs – auch dauerhaft – für sich begeistern können, hatte Sozialpädagoge Jürgen Ziegler einige Ratschläge. Die persönliche Ansprache, ob bei Festen, Tagen der Offenen Tür oder mit anderen Aktionen, sei immer am besten, riet der Referent. Man solle auf Jugendliche mit den Worten zugehen: „Wir wollen was verändern. Dazu brauchen wir dich und dein Know-How.“ In vielen Vereinen komme man auch über die Eltern an die Kinder. Biete das Technische Hilfswerk zum Beispiel eine Krabbelgruppe an, in der die Kleinsten betreut werden, während die Eltern Einsätze üben, halte man so die Eltern und vermittle gleichzeitig ihren Kindern, dass es schön sei beim THW.

Verantwortung übertragen

Entscheide sich ein älteres Kind oder ein Jugendlicher dann zum Beitritt, müsse man ihm auch Verantwortung übertragen – nicht zu viel und nicht zu wenig. Ziegler sagte: „Wenn ein junger Bursche, der fit im grafischen Gestalten ist, einen Flyer für ein Fest gestalten darf, gibt ihm das unheimlich Auftrieb.“ Umfragen haben laut dem Referenten des Bildungswerks gezeigt, dass Jugendliche im Ehrenamt vor allem Erfahrungen sammeln wollen. Sie würden ihnen bei Bewerbung und Beruf helfen.

Je größer die Jugendgruppe in einem Verein sei, desto besser, denn: „Jung zieht Jung an“, sagte der Referent. Eine Anerkennungskultur sei wichtig. Die Vereinsführung sollte außerdem Unterbrechungen der Aktivität, etwa wenn die Mittlere Reife oder das Abitur anstünden, akzeptieren. Ziegler wies darauf hin, dass Organisationen wie der Lions- oder Rotary-Club auf Anfrage gerne Mittel für die Nachwuchswerbung zur Verfügung stellten. Je moderner diese sei, desto erfolgversprechender. 

Tanja Lühr

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