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Mit dem Bollerwagen durch Geretsried: Zum ersten Stadtspaziergang hatten am Samstag die Freien Wähler eingeladen. Ortsvorsitzende Vera Kraus (vorne li.) führte die Gruppe vom Neuen Platz zur Jeschkenstraße und zurück. 

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Freie Wähler unternehmen Spaziergang: Wo es zwischen Neuem Platz und Jeschkenstraße hakt

Beim ersten Stadtspaziergang beschäftigten sich die Freien Wähler Geretsried mit dem Stadtgebiet zwischen dem Neuen Platz und der Jeschkenstraße. Ein Weg mit Höhen und Tiefen.

Geretsried – Etwa 25 FW-Mitglieder und interessierte Bürger machen sich am Samstagvormittag zusammen mit der Ortsvorsitzenden Vera Kraus auf den Weg zu einem zweistündigen Rundmarsch zwischen Neuem Platz und Jeschkenstraße. Zweimal im Jahr wollen die Freien Wähler künftig als zusätzliches Angebot neben ihren Stammtischen zu einem Stadtspaziergang einladen. Man erreiche dadurch vielleicht ein anderes Publikum, hofft Kraus. Außerdem könne man direkt vor Ort mit Anwohnern über Probleme in deren Viertel reden.

Neuer Platz

Am Neuen Platz gibt es für Anwohnerin Klara Streich nach der Umgestaltung kaum etwas auszusetzen. „Er ist belebter als vorher“, sagt die 65-Jährige, die seit über 20 Jahren dort wohnt. Wünschen würde sie sich noch mehr Ausgehmöglichkeiten für Jüngere. „Unsere Enkel sollen später gerne einmal in Geretsried bleiben“, sagt sie. Zufrieden äußert sich auch die Betreiberin des Cafés Olé, Barbara Diessl, gegenüber Vera Kraus. Der Platz entwickle sich gut.

Chamalières-Platz

Ein Stück weiter, am Chamalières-Platz, der nichts weiter als ein Parkplatz ist, fallen die Kommentare weniger positiv aus. FW-Fraktionssprecher Robert Lug meint, es habe keinen Sinn, den Platz zu verschönern, zumal das nicht so einfach sei, weil der Grund überwiegend privaten Eigentümern gehöre. Lug würde später einmal auf der Böhmwiese einen repräsentativen Platz zu Ehren der französischen Partnerstadt anlegen. Stadträtin Sonja Frank hält es dennoch für wichtig, dass eine attraktive Wegeverbindung zwischen Neuem Platz, Chamalières-Platz und Sudetenstraße geschaffen wird, wie es Bürgermeister Michael Müller (CSU) plant. Das würde das Nebenzentrum Geretsried-Mitte aufwerten.

Barrierefreiheit

Zwischendurch gibt es eine Kaffeepause. Kraus hat in einem Leiterwagen gefüllte Thermoskannen und Becher mitgebracht. Der Bollerwagen dient aber nicht nur dem Transport. Er macht deutlich, wo es mit der Barrierefreiheit hapert. Gut gelungen ist die Einmündung vom Brucknerweg in die Richard-Wagner-Straße. Hier verzichtete die Stadt bei der Renovierung auf Pflastersteine am Übergang, so dass man mit Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen leicht über die Straße gelangt. Gisela Lucht, Ortsvorsitzende des VdK, weist auf dem Weg aber auch auf Stolperfallen hin. So sei es wegen hoher Bordsteinkanten schwierig, von der Richard-Wagner-Straße zu dem Lebensmittelmarkt am Chamalières-Platz zu gelangen. Auch würden sich Menschen mit Behinderung eine weitere barrierefreie Toilette an der Sudetenstraße wünschen, wie die Stadt sie am Neuen Platz gebaut habe. Lucht: „Viele Cafés an der Sudetenstraße verfügen nur über Toiletten im Keller“.

Waldpark

Über den Waldpark berichtet Jochen Pelz. Sein Vater, der Unternehmer Ernst Pelz, hat das Bürgerprojekt vor sechs Jahren ins Leben gerufen. Seitdem kümmern sich Anwohner, Schulen und die Stadt gemeinsam um die Pflege der städtischen Fläche. Regelmäßig werden entlang der Spazierwege heimische Bäume gepflanzt, die den Fichtenbestand nach und nach verdrängen sollen. Als Ersatz will man künftig ein paar Tannen ansäen. Es gibt Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten und kleine Tiere. Geplant ist eine Blumenwiese.

Der Vertrag zwischen Ernst Pelz und der Stadt läuft in zwei Jahren aus. Jochen Pelz sagt, es sei ihm ein Anliegen, das Kleinod inmitten des Wohnviertels langfristig zu erhalten. Fraktionssprecher Lug erklärt, eine rechtliche Möglichkeit dazu gebe es nicht. Der alle sechs Jahre gewählte Stadtrat entscheide immer wieder aufs Neue, ob das Gebiet als Grünfläche erhalten werden oder der Wohnbebauung weichen solle. Die Freien Wähler würden sich bei der derzeitigen Aufstellung des Flächennutzungsplans auf jeden Fall für den Erhalt einsetzen, verspricht Lug. Sonja Frank meint, sie könne sich nicht vorstellen, dass der Park einmal weichen müsse. Er sei der Stadt wichtig, sonst würde sie nicht Baumpflanzaktionen und andere Maßnahmen dort durchführen.

S-Bahn-Haltestelle

Vorletzte Station des Spaziergangs ist die geplante S-Bahn-Haltestelle an der Richard-Wagner-Straße. An der Einmündung in die Jeschkenstraße soll ein Kreisverkehr entstehen. Vom Arberweg aus soll man zu Fuß zum Endbahnhof in einem jetzigen Waldstück gelangen. „Wann?“ will ein Teilnehmer wissen. Darauf kann Lug „leider“ keine Antwort geben. Er hoffe, dass es in zehn Jahren so weit sei. Absehbar dagegen ist die Erweiterung der Karl-Lederer-Grundschule – letzte Station der Wanderung. Zum neuen Schuljahr soll die Aufstockung abgeschlossen sein.

Tanja Lühr

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