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Auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten: Nur wenige Anwohner des Johannisplatzes beteiligten sich am Rundgang. „Die Menschen sind ganz zufrieden mit der Umgestaltung“, meinte Quartiersmanager Christian Lotz (re.). Einer ihrer Vorschläge: Die Findlinge rund um die Grünfläche sollen entfernt und durch Büsche ersetzt werde n. 

tag der städtebauförderung

Freundlicheres Entrée für Stein

Der Ortsteil Stein und der Johannisplatz standen am Samstag beim deutschlandweiten Tag der Städtebauförderung im Fokus. In beiden Quartieren machten sich die Bürger Gedanken, wie sich ihr Umfeld verschönern lassen könnte.

Geretsried – Stein soll ein freundlicheres Entrée mit Kreisverkehr beim Supermarkt, breiten, abgesenkten Gehwegen und Fußgängerüberwegen sowie ein Bürgerhaus bekommen. Die Pläne zur Aufwertung des Stadtteils im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt“ werden immer konkreter.

Dr. Rafael Stegen, Sozialgeograf vom Büro Salm und Stegen, hat nach dem Bürger-Workshop Ende Januar eine Konzeptskizze für das Herzstück des Orts – den Steiner Ring von der Richard-Wagner-Straße kommend bis zum Jugendtreff Ein-Stein – entworfen. Sie wurde am Samstag vor dem Quartiersbüro im ehemaligen Orterer-Getränkemarkt vorgestellt und von den Bürgern weiterentwickelt. Gleichzeitig bauten Kinder im Jugendtreff Modelle eines künftigen Jugendzentrums in Kombination mit einem Bürgerhaus. Denn Stegens Konzeptskizze sieht ein mehrgeschossiges, neues Gebäude, möglicherweise mit Anbau, vor, in dem Jung und Alt eine Begegnungsstätte finden sollen.

Ein Kino für Stein

Die zwölfjährige Alisa bastelte aus einem Schuhkarton, Styropor und Pappe ein Kino – eine Idee, die Ein-Stein-Leiterin Lilly Bühler gar nicht abwegig findet. Viele Bürgerhäuser hätten Säle, in denen auf einer großen Leinwand Filme gezeigt werden könnten, sagt sie. Rudi Mühlhans, Geschäftsführer des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit, der das Ein-Stein betreibt, bestätigt, dass ein Versammlungsraum wichtig wäre für Konzerte, Vorträge oder auch eine Bürgerversammlung, wie es sie in Gelting gibt.

Manfred und Rosemarie Silbermann wohnen seit 1978 am Achenseeweg. Die beiden Senioren würden ein Bürgerhaus begrüßen, sagen sie. Das Jugendzentrum dürfe aber auf keinen Fall kleiner werden. Es sei für Stein eine sehr wertvolle Einrichtung. Ein Kreisverkehr würde die gefährliche Einfahrtssituation beim „Penny“ ihrer Meinung nach entschärfen. Werner Meisel, seit 1976 Anwohner am Steiner Ring, dagegen sagt: „Kein Mensch hier will ein Bürgerhaus.“ Er würde sich eine Befragung der Stadtteilbewohner wünschen, bevor Steuergelder verschwendet werden.

Supermarkt, Metzger und ein „nettes Café“

Felix Leipold, Sprecher des Jugendrats und Einwohner von Stein, befürwortet die Pläne zur Modernisierung des Steiner Rings bis zum Jugendtreff. Ähnlich wie am Karl-Lederer-Platz könnte er sich dort gepflasterte, breite Gehwege mit Sitzbänken vorstellen. Von den Bürgerhäusern in der Umgebung nennt Leipold das Haus der Gemeinde Pullach mit Bistro, Tagungsräumen und Saal als mögliches Vorbild. An Wünschen schrieben die Steiner Bürger außerdem einen „zeitgemäßeren Nahversorger“ mit mehr Auswahl, eine Metzgerei und ein „nettes Café“ auf ein großes Plakat. Das alles liege nicht in der Hand der Stadt, erklärte Andreas Porer, im Bauamt zuständig für das Projekt „Soziale Stadt“. Aber über den Vorschlag eines „kleinen Wochenmarkts“ ließe sich nachdenken.

Am Johannisplatz ist das Projekt „Soziale Stadt“ bereits abgeschlossen. Es soll aber nachgebessert werden. Das von Quartiersmanager Christian Lotz veranstaltete Anwohnerfest stieß – wie schon vergangene Feste – auf wenig Interesse. Nur etwa ein Dutzend Nachbarn fand sich zum gemeinsamen Grillen ein. Nicht viel größer war die Teilnahme am Quartier-Rundgang. „Die Menschen sind ganz zufrieden mit der Umgestaltung“, fasste Lotz die Stimmung zusammen. Kleinigkeiten, die die Veranstaltungsbesucher bemängelten, wolle man ändern. So sollen die Findlinge rund um die Grünfläche wieder entfernt und stattdessen in einer Anwohneraktion Büsche gepflanzt werden. Zusammen mit einem Gärtner will Lotz einen Workshop anbieten. Den Wunsch nach attraktiveren Spielgeräten auf dem von der Stadt gebauten neuen Spielplatz möchte Lotz an das Rathaus herantragen.

Die Anwohnerinnen Cornelia Prates und Marieluise Meinlschmidt haben sich von Anfang an aktiv an der Umgestaltung des Johannisplatzes beteiligt. Das Ergebnis mit viel mehr Grün, dem Quellstein als Anziehungspunkt für Kinder und der Verkehrsberuhigung gefalle ihnen gut, meinen sie.

Tanja Lühr

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