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„Macht weiter so“: Ermutigende Worte bekamen die Tölzer Klimaaktivisten in der Ortsversammlung der Geretsrieder Grünen zu hören. 

Politiker sollen nicht nur übers Schuleschwänzen reden

Fridays for Future: Tölzer Aktivisten zu Gast bei Geretsrieder Grünen

„Macht weiter so“: Ermutigende Worte bekamen die Tölzer Klimaaktivisten in der Ortsversammlung der Geretsrieder Grünen zu hören. 

Geretsried – „Macht weiter so, engagiert Euch, lasst Euch nicht entmutigen.“ Ermunterende Worte gab es am Dienstagabend in der Ortsversammlung der Grünen in den Ratsstuben. Zu Gast waren neben dem Landtagsabgeordneten Hans Urban und Uwe Roth, Geschäftsführer der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA, auch Schüler der „Fridays for Future“-Bewegung aus Bad Tölz.

Grünen-Ortschef Prof. Dr. Detlev Ringer bat die Jugendlichen zunächst um Vorschläge, die Hans Urban im Landtag einbringen könnte. Die Denkanstöße der Tölzer Gruppe reichten von der Förderung eines dezentralen Energieversorgungssystems bis zu Pumpspeicherkraftwerken, um auf schädliche Lithium-Batterien verzichten zu können. Auch die Brennstoffzellen-Forschung, die ihrer Meinung nach von der Elektromobilität verdrängt werde, hatten die Schüler auf ihrer Liste. Ihre eindringliche Bitte: „Die Politiker sollen aufhören, über das Schuleschwänzen zu reden, und sich dem Grund unserer Demos widmen.“

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Hans Urban berichtete von der Wirkung der Freitagsdemonstrationen. „Ich habe etwas resigniert“, sagte der Biobauer. „Die Schüler treiben die Politiker vor sich her, aber die handeln nicht.“ Von vielen Seiten käme Lob, aber man könne nicht warten, bis die Demonstranten von heute alt genug seien, um selbst in der Politik tätig zu werden.

Der Abgeordnete berichtete aber auch von einem „wachsenden Bewusstsein an anderen Stellen“. In Reisebüros habe die Nachfrage nach Flugreisen in den Osterferien abgenommen. „Die Kinder beeinflussen ihre Eltern und gestalten damit das Alltagsleben umweltfreundlicher.“

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Stadtrat Ringer erkundigte sich nach der Motivation der Jugendlichen, jeden Freitag auf die Straße zu gehen und damit Verweise zu riskieren. „Ich bin durch Zufall auf die Münchner Demos gestoßen, habe daraufhin einige Bücher zu dem Thema gelesen und möchte nun meinen Teil zur Bewegung beitragen“, erklärte Nick Altenburger. Eine andere Schülerin meinte, es sei frustrierend zu sehen, wie mit unserem Planeten umgegangen wird. „Die Demos helfen, das Thema zur Sprache zu bringen, viele Schulen haben seitdem Umwelt-AKs gegründet“, war ein weiteres Argument.

„Umweltbewusstsein rückt aus der Öko-Ecke in die Mitte der Gesellschaft“, sagte Uwe Roth. „Den größten Einfluss können wir sicherlich durch die Wahl einnehmen“, sagte der CIPRA-Geschäftsführer. Dabei müsse man die Wahlprogramme der Parteien mit den internationalen Klimazielen abgleichen. Ringer betonte, man habe auch auf lokaler Ebene die Möglichkeit, einen Unterschied zu machen. „Man muss sich einen Gegner aussuchen, den man bewegen kann. Das gelingt in der Lokalpolitik leichter. Man kann zum Beispiel mit der Eröffnung von Unverpackt-Läden beginnen.“ Abseits der Demonstrationen haben die Schüler auch persönliche Konsequenzen gezogen: Vegetarische oder vegane Ernährung, keine Flugreisen und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel sowie Second-Hand-Klamotten wurden genannt.

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Josef Kellner, Vorstandsvorsitzender der Energiewende Oberland, berichtete vom Klimafrühling Oberland. „Wir hatten ein breites Angebot, das sich mit Umweltthemen beschäftigte, und die jugendlichen Besucher waren sehr rar“, zeigte er sich enttäuscht. Er hofft, dass sich das im nächsten Jahr ändert. Bei den Demos sollen sich die Schüler aber keinesfalls einschüchtern lassen, meinte Kellner und zitierte eine Aussage der Jugendinitiative „Plant for the Planet“: „Ein Mosquito tut einem Rhinozeros nicht weh, aber tausend Mosquitos können es dazu bringen, die Richtung zu ändern.“

Leonora Mitreuter

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