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Eine große Gemeinschaft: 39 junge Leute aus neun Ländern nehmen am Jugendwintercamp im Geretsrieder Pfadiheim teil. 

Wilde Rose: Jugendwintercamp

Frohes neues Jahr in neun Sprachen

Geretsried – Turbulent geht es derzeit im Geretsrieder Pfadiheim zu: 39 Jugendliche aus neun Ländern verbringen dort zwei Wochen im Jugendwintercamp der Wilden Rose. 

Zum dritten Mal veranstaltet die Wilde Rose, das interkulturelle Jugendnetzwerk des BDP, dieses Camp im Jugendgästehaus – diesmal maßgeblich organisiert über den deutsch-griechischen Austausch. Zwei Wochen verbringen die jungen Leute im Alter zwischen 15 und 26 Jahren in dem Selbstversorgerhaus, besser bekannt als Geretsrieder Pfadiheim. Unter ihnen sind auch zwölf minderjährige Flüchtlinge, die bei der Arbeiterwohlfahrt in München untergebracht sind, sowie drei Jugendliche mit Behinderung. „Ziel unseres Camps ist es, den Kontakt zwischen den Jugendlichen zu stärken und Vorurteile abzubauen“, erklärt Katharina Doika von der Wilden Rose, die das Camp ehrenamtlich leitet.

Das Programm ist so bunt gemischt wie die Gruppe selbst. „Politische Bildung ist uns wichtig. Wir haben die KZ-Gedenkstätte in Dachau besucht und auch die Universitäten in München. Wir diskutieren über aktuelle Themen“, so Doika. Außerdem gibt es Exkursionen und Workshops. Es wird gemeinsam getanzt, gekocht oder auch Holz gemacht.

Doika: Gemeinschaft selbst erleben statt Bücher lesen

Die Verständigung sei kein Problem, sagt die 46-Jährige. „Wir haben früh festgestellt, dass Musik sehr gut funktioniert, um miteinander zu kommunizieren. Wir machen Sprachanimationsspiele, um ein paar Wörter zu vermitteln. Es sprechen aber auch viele Englisch.“ Außerdem stehen Doika als Betreuer griechische Studenten zur Seite. Sie beherrschen die deutsche Sprache und helfen als Übersetzer. Die Einbindung der drei Jugendlichen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, sei ebenfalls kein großes Thema gewesen. „Das passiert automatisch“, sagt Doika. Für die Jugendlichen sei der Umgang miteinander ein Lernprozess: „Das muss man einfach erleben. Bücher darüber zu lesen, hilft da nix.“

Neue Leute und fremde Kulturen kennen lernen

Ähnlich sehen das die Teilnehmer. Die 15-jährige Erika aus Geretsried ist schon zum dritten Mal bei dem Camp dabei. „Unsere Silvesterparty war richtig cool“, berichtet sie. „Jeder hat etwas für sein Land Typisches gekocht, es gab ein großes Buffet.“ Omid aus Afghanistan gehört zu den Flüchtlingen in der Gruppe. „Ich freue mich sehr, hier zu sein“, sagt der 17-Jährige. „Wir machen viele Ausflüge, zum Beispiel in die Berge.“ Der 21-jährige Georg aus Griechenland ergänzt: „Ich finde es spannend, neue Leute und fremde Kulturen kennen zu lernen.“

Finanziert wird das Camp durch Fördermittel des Bundesfamilienministeriums und des Bayerischen Jugendrings. Einen kleinen Beitrag zahlen die Jugendlichen selbst. Für den Sommer plant die Wilde Rose ein Zeltlager am Pfadiheim, auch dafür kann man sich anmelden. „Wir freuen uns immer über neue Gesichter“, sagt Katharina Doika.

Weitere Infos

www.jgh-geretsried.de

www.ikj.bdp.org

Von Magdalena Höcherl

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